Ein Flug der US-Fluggesellschaft United Airlines vom Newark Liberty International Airport nach Guatemala-Stadt musste am Donnerstagabend außerplanmäßig unterbrochen werden, nachdem ein Passagier während des Fluges für Unruhe gesorgt hatte.
Berichten zufolge versuchte die Person, in einer Flughöhe von rund 11.000 Metern eine Flugzeugtür zu öffnen. Die betroffene Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 mit der Registrierung N37278 wich daraufhin vom Kurs ab und leitete eine Sicherheitslandung auf dem Flughafen Washington Dulles ein, wo sie gegen 20:38 Uhr Ortszeit sicher aufsetzte.
An Bord des Fluges UA1551 befanden sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls 145 Passagiere sowie sechs Besatzungsmitglieder. Aus Aufzeichnungen des Funkverkehrs mit der Flugsicherung geht hervor, dass der Pilot den Versuch des Passagiers meldete, die Tür 2L auf der linken Seite des Flugzeugs zu öffnen. Zudem soll es zu einem tätlichen Übergriff auf einen anderen Fluggast gekommen sein. Obwohl die Besatzung keine Verletzungen meldete, stufte die Cockpit-Crew die Situation als unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit des Flugbetriebs ein und forderte polizeiliche Unterstützung am Zielflughafen an.
Nach der Landung in Washington wurde das Flugzeug bereits von Sicherheitskräften und Agenten des Federal Bureau of Investigation (FBI) erwartet, welche die Ermittlungen übernahmen und den Unruhestifter in Gewahrsam nahmen. United Airlines strich den ursprünglichen Weiterflug aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und organisierte für die betroffenen Passagiere Übernachtungsmöglichkeiten in umliegenden Hotels. Ein Ersatzflug wurde für den nächsten Morgen angesetzt, um die Reise nach Guatemala-Stadt fortzusetzen. Das FBI bestätigte den Einsatz vor Ort, machte jedoch zunächst keine weiteren Angaben zur Identität oder zum Motiv des Täters.
Zusätzliche Branchenanalysen zeigen, dass Vorfälle mit widerspenstigen Passagieren in den USA in den letzten Jahren zugenommen haben, was die Fluggesellschaften zu verschärften Sicherheitsprotokollen veranlasst. Technisch gesehen ist es aufgrund des hohen Kabineninnendrucks in Reiseflughöhe unmöglich, eine Flugzeugtür während des Fluges manuell zu öffnen, dennoch führen solche Versuche aus Sicherheitsgründen fast ausnahmslos zu sofortigen Ausweichlandungen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA prüft in solchen Fällen regelmäßig die Einleitung zivilrechtlicher Strafen, die sich im fünfstelligen Dollarbereich bewegen können, während dem Passagier auf Bundesebene strafrechtliche Konsequenzen drohen.