Am Flughafen Frankfurt ist die neue, fahrerlose Sky Line-Shuttlebahn nach einer mehrwöchigen Betriebsunterbrechung im Juni 2026 wieder für den Passagierverkehr freigegeben worden.
Das vollautomatische People-Mover-System, welches das zentrale Infrastrukturprojekt zur Anbindung des im Frühjahr neu eröffneten Terminals 3 an die bestehenden Terminals 1 und 2 darstellt, war Ende Mai aufgrund unvorhergesehener Störungen im Hochlastbetrieb vorübergehend stillgelegt worden. In einer engen Kooperation zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport AG und dem für die technische Wartung verantwortlichen Industrie-Konzern Siemens Mobility wurden in den vergangenen Wochen umfassende Modifikationen vorgenommen. Diese umfassten mechanische Justierungen entlang der Schienentrasse, fahrzeugspezifische Kontrollen an der gesamten Flotte sowie das Aufspielen mehrerer System-Software-Updates.
Der wiedereingesetzte Linienbetrieb erfolgt zunächst in einer vorsorglich stabilisierten Konfiguration. Für die Umläufe auf der rund 5,6 Kilometer langen Gesamtstrecke werden anfangs maximal acht der insgesamt zwölf angeschafften Züge gleichzeitig eingesetzt. Zudem wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt, obwohl das System für Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde ausgelegt ist. Der während des Ausfalls eingerichtete Schienenersatzverkehr mit bis zu 20 Terminal-Shuttlebussen wurde mit der Betriebsaufnahme am Morgen wieder komplett eingestellt. Dennoch verweist die Betriebsleitung darauf, dass vereinzelte Störungen in der jetzigen Konsolidierungsphase nicht vollständig ausgeschlossen werden können.
Um die langfristige Zuverlässigkeit des fahrerlosen Transportsystems abzusichern, hat der Betreiber ein engmaschiges Kontrollregime etabliert. Siemens Mobility führt weiterhin detaillierte nächtliche Inspektionen und messtechnische Überprüfungen an den Fahrzeugen und Leitbändern durch. Aus diesem Grund bleibt die Neubaustrecke zum Terminal 3 bis auf Weiteres in den Nachtstunden zwischen 23:00 Uhr und 4:00 Uhr für den regulären Fahrgastbetrieb gesperrt. Während dieses täglichen Wartungsfensters stellt die Fraport AG einen kontinuierlichen Ersatzverkehr mit Omnibussen bereit, um den Transfer von Transitpassagieren sowie Mitarbeitern zwischen den drei Terminalbereichen unterbrechungsfrei zu gewährleisten.
Die neue, zweigleisige Trasse verläuft teilweise bodengleich parallel zur Bundesautobahn 5 und teilweise aufgeständert auf bis zu 14 Meter hohen Betonpfeilern. Im finalen Regelbetrieb ist das fahrerlose Transportsystem darauf ausgelegt, bis zu 4.000 Passagiere pro Stunde und Fahrtrichtung zu befördern, wobei die Reisezeit zwischen den Endstationen rund acht Minuten beträgt. Um den zollrechtlichen Vorgaben des internationalen Luftverkehrs zu entsprechen, ist jeweils einer der beiden fest gekoppelten Wagen eines Zuges exklusiv für Non-Schengen-Transferpassagiere reserviert, während der zweite Wagen für den öffentlichen Schengen-Verkehr und Flughafenmitarbeiter zur Verfügung steht.