Das Passagieraufkommen an den europäischen Flughäfen hat sich in den Sommermonaten Juli und August 2026 erholt. Wie der Flughafenverband ACI Europe in seinem aktuellen Flugverkehrsbericht mitteilt, stieg das Passagieraufkommen im Juli um 3,9 Prozent und im August um 3,1 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten.
Damit beschleunigte sich das Wachstum nach einem schwächeren zweiten Quartal, in dem der Zuwachs bei 1,3 Prozent lag. Treiber der Entwicklung waren insbesondere Flughäfen außerhalb des EU+-Raums, die im August ein Plus von 6,0 Prozent verzeichneten, während die Standorte innerhalb der EU+ um 2,5 Prozent zulegten.
Hinter den Gesamtzahlen zeigen sich erhebliche Abweichungen zwischen den einzelnen Märkten. Während ost- und südosteuropäische Länder wie die Slowakei (+61 Prozent) oder Nordmazedonien (+34,8 Prozent) zweistellige Zuwächse verbuchten, verzeichneten etablierte Märkte Rückgänge oder Stagnation. In Island sank das Passagieraufkommen im August um 9,3 Prozent, in Österreich um 6,0 Prozent und in Frankreich um 1,7 Prozent. Auch Deutschland (-0,2 Prozent) und Großbritannien (+0,9 Prozent) blieben hinter dem europäischen Durchschnitt zurück. Unter den großen westeuropäischen Märkten entwickelten sich lediglich Italien (+5,2 Prozent) und Spanien (+4,7 Prozent) dynamischer.
Die Entwicklung nach Flughafengrößen verdeutlicht unterschiedliche Marktdynamiken. Großflughäfen mit mehr als 40 Millionen Passagieren verzeichneten im August ein verhaltenes Plus von 1,3 Prozent. Der Flughafen Istanbul behauptete sich mit 8,6 Millionen Passagieren (+3,0 Prozent) als verkehrsreichstes Drehkreuz Europas vor London-Heathrow (7,9 Millionen | -2,1 Prozent) und Paris-Charles de Gaulle (6,9 Millionen | -1,1 Prozent). Das stärkste Wachstum wiesen mittelgroße Flughäfen mit Steigerungen von über 5 Prozent auf, was auf die Streckenausweitungen von Low-Cost-Anbietern zurückzuführen ist. Kleine Flughäfen unter einer Million Passagiere liegen hingegen weiterhin 25,5 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
Luftfahrtanalysten und der Branchenverband ACI EUROPE verweisen mit Blick auf das kommende Winterhalbjahr auf verbleibende Risiken für die Verkehrsentwicklung. Steigende Kerosinkosten veranlassen Fluggesellschaften bereits zur Kapazitätsreduzierung und Preisanpassungen, während die veränderte Kaufkraft der Haushalte die Ticketnachfrage belastet. Zudem ging das Frachtaufkommen im europäischen Flughafennetz im August um 6,1 Prozent zurück. Die Fluggesellschaften reagieren auf die ungleichmäßige Nachfrage mit einer flexibleren Steuerung ihres Flugangebots auf profitablen Verbindungskorridoren.