Airbus A320 (Foto: G B_NZ).
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South African Airways Airbus A320 landet nach doppelter Diversion sicher in Port Elizabeth

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Ein Zwischenfall im südafrikanischen Luftraum hat die Bedeutung von Kraftstoffmanagement und meteorologischer Unvorhersehbarkeit in den Fokus der Luftfahrtindustrie gerückt. Eine Airbus A320 der South African Airways (SAA), die sich auf einem regulären Inlandsflug von Johannesburg nach Kapstadt befand, geriet aufgrund massiver Wetterkapriolen in eine prekäre Situation, die eine Landung mit einer Gesamtkraftstoffreserve von lediglich 420 Kilogramm zur Folge hatte.

Nachdem schwere Unwetter eine Landung am Zielflughafen Kapstadt unmöglich gemacht hatten, zwangen wechselnde Wetterfronten die Besatzung zu einer zweifachen Ausweichlandung. Der Vorfall unterstreicht die enormen Herausforderungen für Piloten bei der Bewältigung von Systemrisiken, wenn Primär- und Sekundärflughäfen nahezu zeitgleich durch dieselbe Wetterfront beeinträchtigt werden. Trotz der geringen Restmenge in den Tanks, die nur noch für wenige Flugminuten gereicht hätte, konnte die Maschine sicher am Chief Dawid Stuurman International Airport in Port Elizabeth aufsetzen, ohne dass Passagiere oder Besatzungsmitglieder zu Schaden kamen.

Verlauf der Ereignisse und meteorologische Dynamik

Flug SA313 startete planmäßig in Johannesburg mit Kurs auf den internationalen Flughafen von Kapstadt. Beim Erreichen des Zielgebiets sah sich die Besatzung jedoch mit einer massiven Wetterfront konfrontiert, die Landungen am Tafelberg vorerst unmöglich machte. Gemäß den geltenden Standardverfahren trat die Maschine in eine Warteschleife ein, um eine mögliche Wetterbesserung abzuwarten. Während des Wartens überwachte die Crew kontinuierlich die verbleibende Kraftstoffmenge. Als der berechnete Treibstoffvorrat auf eine verbleibende Flugzeit von 75 Minuten sank, entschied sich die Cockpit-Besatzung zur Diversion – dem Flug zu einem Ausweichflughafen.

Als erstes Ziel für die Ausweichlandung wurde der etwa 430 Kilometer östlich gelegene Flughafen George (GRZ) gewählt. Während des Anflugs auf die Küstenstadt verschlechterten sich die Bedingungen dort jedoch drastisch. Die Flugsicherung informierte die Piloten über ein schweres Sturmsystem, das George direkt getroffen hatte und die Sichtweiten sowie Windparameter über die zulässigen Grenzwerte hinaus verschlechterte. In dieser kritischen Phase, in der die ursprünglichen Reserven bereits angegriffen waren, musste die Crew eine zweite Diversion einleiten und Kurs auf Port Elizabeth (PLZ) nehmen.

Die kritische Landung in Port Elizabeth

Der Weiterflug nach Port Elizabeth erfolgte unter hohem Zeitdruck, da das Sturmsystem nach Osten zog und auch die dortige Region unter Unwetterwarnung stand. Die Airbus A320 erreichte Port Elizabeth rund 65 Minuten nach der ursprünglichen Entscheidung, Kapstadt zu verlassen. Dies bedeutete, dass die Maschine zum Zeitpunkt der Landung nur noch über einen Puffer von etwa zehn Minuten Flugzeit verfügte, bevor die Triebwerke aufgrund von Kraftstoffmangel hätten ausfallen können.

Die technischen Daten nach der Landung verdeutlichen den Ernst der Lage: Die Bodenmannschaften stellten fest, dass sich in den Tanks insgesamt nur noch 420 Kilogramm Kerosin befanden. Die Verteilung war dabei asymmetrisch: 340 Kilogramm im linken Tank, lediglich 30 Kilogramm im mittleren Tank und 50 Kilogramm im rechten Tank. In der Luftfahrt gilt eine solche Menge als kritisch, da bei Flugmanövern oder Neigungswinkeln die Gefahr besteht, dass die Kraftstoffpumpen Luft ansaugen, was zum sofortigen Schubverlust führt. South African Airways betonte in einer Stellungnahme, dass die Besatzung alle erforderlichen Sicherheitsprotokolle befolgt und die Incident-Meldung ordnungsgemäß an die Luftfahrtbehörden übermittelt habe.

Technische Details zum betroffenen Flugzeug

Bei dem involvierten Flugzeug handelt es sich um eine 14 Jahre alte Airbus A320-232 mit der Registrierung ZS-SZH. Die Maschine mit der Seriennummer 5053 ist Teil der Modernisierungsstrategie von SAA, die nach einer Phase der Restrukturierung ihre Flotte wieder aufbaut. Das Flugzeug wurde ursprünglich im Februar 2012 fertiggestellt und war über ein Jahrzehnt für China Eastern Airlines im Einsatz, bevor es Ende 2023 zwischengelagert und im Juli 2024 von South African Airways übernommen wurde.

Ausgestattet mit zwei Triebwerken des Typs IAE V2527-A5 bietet die ZS-SZH Platz für 138 Passagiere in einer Zwei-Klassen-Konfiguration. Die A320-Flotte bildet derzeit das Rückgrat der nationalen und regionalen Operationen von SAA. Der Vorfall wird nun intern und von den Aufsichtsbehörden detailliert untersucht, um festzustellen, ob die ursprüngliche Kraftstoffplanung den vorhergesagten Wetterbedingungen entsprach oder ob die Dynamik des Sturmsystems alle statistischen Wahrscheinlichkeiten übertraf.

Regulatorische Rahmenbedingungen und Sicherheitsprotokolle

Der Vorfall von Flug SA313 löste in Fachkreisen Diskussionen über die sogenannten „Fuel Planning“-Vorschriften aus. Internationale Regularien schreiben vor, dass ein Flugzeug genügend Treibstoff für den Flug zum Zielort, den Weiterflug zum entferntesten Ausweichflughafen sowie eine zusätzliche Reserve von 30 Minuten Warteschleife in 1.500 Fuß Höhe mitführen muss. Dass im vorliegenden Fall zwei Ausweichziele angeflogen werden mussten und das Wetter an beiden Standorten nahezu gleichzeitig kollabierte, stellt ein seltenes Szenario dar.

Luftfahrt-Experten weisen darauf hin, dass die Entscheidung der Piloten, die Diversion frühzeitig einzuleiten, als vorbildlich einzustufen ist. Das Risiko eines kompletten Schubverlusts durch Kraftstoffmangel ist eines der am meisten gefürchteten Szenarien in der Fliegerei. Durch die sichere Landung in Port Elizabeth konnte eine Katastrophe verhindert werden. Die Untersuchung durch den Aviation Herald und die nationalen Behörden wird sich nun darauf konzentrieren, wie die Wetterdienste die Zugbahn des Sturms bewertet haben und ob die Kommunikation zwischen der Bodenstation und dem Cockpit rechtzeitig erfolgte, um die doppelte Diversion effizienter zu gestalten.

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