Southwest Airlines, einer der größten Billigfluggesellschaften der Vereinigten Staaten, hat am 23. April 2025 seine Finanzergebnisse für das erste Quartal 2025 vorgelegt. Trotz spürbarer Verbesserungen bei Umsatz und Verlusten warnt das Unternehmen vor anhaltenden Turbulenzen in einem von Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfeld.
Vor dem Hintergrund eines globalen Handelskrieges und zunehmender Rezessionssorgen in den Vereinigten Staaten zeigt sich die Airline zugleich optimistisch und vorsichtig. Der Bericht legt ein solides Fundament, birgt aber auch Hinweise auf die wachsenden Herausforderungen der kommenden Monate.
Finanzielle Ergebnisse im Überblick
Southwest Airlines erwirtschaftete im ersten Quartal 2025 einen Umsatz von 6,4 Milliarden US-Dollar, davon 5,8 Milliarden US-Dollar aus Passagiererlösen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt einen neuen Rekord für die Airline dar. Dennoch wies das Unternehmen einen operativen Verlust von 223 Millionen US-Dollar aus, der unter Ausschluß von Sondereffekten auf 128 Millionen US-Dollar reduziert werden konnte.
Der Nettoverlust verbesserte sich gegenüber dem ersten Quartal 2024 erheblich: Von 231 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum sank er auf 149 Millionen US-Dollar. Diese Entwicklung deutet auf eine wirksame Kostenkontrolle und erste Erfolge bei den eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen hin.
Kostensenkungen und Personalmaßnahmen
Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Betriebskosten um 1,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2024 – trotz Ausgaben in Höhe von 6,6 Milliarden US-Dollar, einschließlich Abfindungskosten von 62 Millionen US-Dollar. Im Februar 2025 hatte Southwest erstmals in seiner 57-jährigen Firmengeschichte Entlassungen angekündigt, mit dem Ziel, in diesem Jahr 210 Millionen US-Dollar und im Jahr 2026 sogar 300 Millionen US-Dollar einzusparen.
Diese Maßnahme, so schmerzhaft sie auch für viele Beschäftigte gewesen sein mag, zeigt die Entschlossenheit des Managements, die Airline in einem schwierigen Marktumfeld langfristig zu stabilisieren.
Sinkende Passagierzahlen und Flottenentwicklung
Trotz der positiven finanziellen Entwicklungen musste Southwest Airlines einen deutlichen Rückgang bei den Passagierzahlen hinnehmen. Im ersten Quartal 2025 wurden 29,9 Millionen zahlende Passagiere befördert, ein Minus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Auslastung der Flüge, der sogenannte Load Factor, sank um 4,4 Prozentpunkte auf 73,9 Prozent.
Auch die Anzahl der durchgeführten Flüge verringerte sich von 349.979 im Vorjahr auf 331.886. Parallel dazu reduzierte Southwest seine Flotte um 2,3 Prozent: Ende März 2025 verfügte die Fluggesellschaft über 800 Maschinen der Boeing-737-Familie – ausschließlich diesem Typ bleibt die Airline weiterhin treu.
Im ersten Quartal 2025 übernahm Southwest elf neue Boeing 737 MAX 8 und nahm 14 ältere Maschinen, darunter zwölf Boeing 737-700 und zwei 737-800, außer Betrieb. Diese Flottenmodernisierung unterstützt die Bemühungen, die Betriebskosten durch effizientere Flugzeuge weiter zu senken.
Höhere Ticketpreise und verbesserte Einnahmen
Trotz sinkender Passagierzahlen konnte Southwest Airlines die durchschnittlichen Ticketpreise steigern. Der durchschnittliche Passagierpreis stieg von 173,76 US-Dollar im ersten Quartal 2024 auf 193,75 US-Dollar. Auch der Ertrag pro geflogener Passagiermeile erhöhte sich von 17,26 auf 18,97 US-Cent.
Begünstigt wurde dieser Anstieg durch gesunkene Treibstoffkosten: Der Durchschnittspreis pro Gallone Kerosin fiel im Vergleich zum Vorjahr um 14,7 Prozent auf 2,49 US-Dollar. Die Kennzahl Kosten pro verfügbarem Sitzplatzmeile (CASM) stieg lediglich um 0,9 Prozent auf 16,05 US-Cent, während die CASM ohne Treibstoffkosten (CASM-X) um 6,2 Prozent auf 13,04 US-Cent zunahm.
Investitionen und strategische Veränderungen
Die Investitionen beliefen sich im ersten Quartal 2025 auf 501 Millionen US-Dollar. Der Großteil dieser Ausgaben floss in neue Flugzeuge sowie in Technologie- und Betriebseinrichtungen. Durch ein Sale-and-Leaseback-Geschäft konnte Southwest zudem 24 Millionen US-Dollar erlösen.
Zahlreiche operative Neuerungen prägen das aktuelle Bild der Airline: So führt Southwest ab Mai 2025 Gebühren für aufgegebenes Gepäck ein, ein bedeutender Bruch mit der bisherigen Unternehmensphilosophie der kostenlosen Aufgabe von Gepäckstücken. Auch die Einführung von Basis-Tarifen, zugeordneten Sitzplätzen und der Verkauf von Premium-Sitzplätzen mit mehr Beinfreiheit sind geplant.
Das Unternehmen beendete zudem seine jahrzehntelange Treibstoffabsicherungsstrategie, was das Risiko gegenüber Marktschwankungen erhöht, zugleich aber kurzfristig Einsparungen ermöglicht.
Marktlage und Ausblick
Trotz der positiven Quartalsergebnisse bleibt die Lage für Southwest Airlines angespannt. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit in den Vereinigten Staaten, verstärkt durch einen globalen Handelskonflikt, belastet die Reiselust der Verbraucher. US-weite Rückgänge bei Inlandsreisen deuten auf eine gedämpfte Nachfrage in den kommenden Monaten hin. Auch Konkurrenten wie Delta Air Lines warnen bereits vor einer schwierigen zweiten Jahreshälfte.
CEO Bob Jordan äußerte sich bei einer Investorenkonferenz vorsichtig optimistisch. Er betonte die erreichten Fortschritte bei den Kosteneinsparungen und die geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Einnahmeseite, warnte jedoch vor den unberechenbaren Entwicklungen der Makroökonomie. Southwest verzichtete daher darauf, eine erneute Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2025 oder für 2026 zu geben.