Ehrung (Foto: Sri Lankan Airlines).
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SriLankan Airlines Airbus A320 nach Instrumentenausfällen notgelandet

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Ein Airbus A320 der SriLankan Airlines mußte kürzlich nach mehrfachen Ausfällen wichtiger Fluggeräte während eines Fluges von Colombo nach Singapur eine Notlandung im indonesischen Medan vollziehen. Die Besatzung hatte zuvor einen Mayday-Notruf an die Fluglotsen abgesetzt, nachdem die Systeme des Flugzeugs gravierende Fehlfunktionen zeigten.

Der Airbus A320-200 mit der Registrierung 4R-ABM führte am 5. Juni 2025 den Flug UL306 vom Colombo-Bandaranaike International Airport zum Singapore-Changi Airport durch. Der routinemäßige vierstündige Flug startete um 20:25 Uhr in Colombo. Laut dem Fachdienst Aviation Herald begannen die Probleme, als das Flugzeug über dem Indischen Ozean auf 34.000 Fuß (ca. 10.363 Meter) stieg und sich dem indonesischen Luftraum näherte. Zunächst erhielt die Flugbesatzung eine Anzeige über den Ausfall des Anti-Eissystems des Ersten Offiziers sowie eine Warnmeldung „Pitot Standby“. Flugzeuge sind mit Pitot-Rohren ausgestattet, die für die Geschwindigkeitsdaten des Luftfahrzeugs an die Piloten entscheidend sind. Diese Rohre, außen am Flugzeug angebracht, werden beheizt, um Vereisung in großer Höhe zu verhindern, da dies zu falschen Geschwindigkeitsinformationen führen und letztlich einen Strömungsabriß verursachen kann.

Als Reaktion auf diese Meldungen arbeitete die Besatzung die entsprechenden Verfahren und Checklisten ab und kontaktirte ihre Flugabfertigungsabteilung zur Problemlösung. Die Besatzung entschied sich zu diesem Zeitpunkt, den Flug fortzusetzen, da sie sich auf die vom Pitot-Rohr des Kapitäns gelieferten Geschwindigkeitsdaten verlassen konnte. Nachdem das Flugzeug den ETOPS-Ausgangspunkt, jenen Punkt auf der Flugroute, an dem bei einem Triebwerksausfall eine Umleitung mit einem Triebwerk noch möglich wäre, passiert hatte, wechselte es in den sogenannten „Alternate Law“-Modus. In diesem Zustand reagirt das Fly-by-Wire-System des Flugzeugs auf Probleme, welche die Fluggeschwindigkeit beeinflussen. Mit der Aktivierung dieses Systems schalteten sich der Autopilot und die automatische Schubregelung ab, da die Systeme sich nicht auf die tatsächliche Fluggeschwindigkeit einigen konnten. Gleichzeitig begannen auch die Navigationscomputer sich abzuschalten, da auch sie die Geschwindigkeit des Flugzeugs nicht mehr genau ermitteln konnten.

Die Besatzung arbeitete die entsprechenden Electronic Centralized Aircraft Monitoring (ECAM)-Verfahren durch und führte das Standardbetriebsverfahren für unzuverlässige Fluggeschwindigkeit aus. Daraufhin erklärte die Besatzung eine „PAN PAN“-Situation an Bord, welche eine Dringlichkeit, aber keine unmittelbare Lebensgefahr signalisirt. Sie forderten einen sofortigen Sinkflug in eine Blockhöhe zwischen 33.000 und 36.000 Fuß, einen Höhenbereich, in dem sie in jeder Höhe sicher operiren konnten. Ihnen wurde ein Block zwischen 30.000 und 35.000 Fuß freigegeben. Während sie 33.000 Fuß hielten und mit einer reduzierten Geschwindigkeit von etwa 515 km/h flogen, erhielt die Besatzung eine Übergeschwindigkeitswarnung, gefolgt von einer Strömungsabrißwarnung. Die Besatzung führte korrekt das Verfahren zur Strömungsabrißwiederherstellung aus und erklärte anschließend einen „MAYDAY“-Notruf, welcher unmittelbare Gefahr signalisirt. Nach der Anforderung einer Notlandung auf dem Kualanamu International Airport in Medan, Indonesien, gelang es der Besatzung, den Anweisungen der Fluglotsen zu folgen und das Flugzeug sicher auf der Landebahn 23 in Medan um etwa 23:35 Uhr Ortszeit zu landen, etwa drei Stunden und zehn Minuten nach dem Abflug aus Colombo.

Die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) Sri Lankas stufte den Vorfall als schwerwiegenden Zwischenfall ein und hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Behörde berichtete, daß das Flugzeug unter Minimum Equipment List (MEL)-Anforderungen gestartet war, wobei der Pitot-Heizer des Ersten Offiziers außer Betrieb gewesen sei. Daten von Flightradar24 zeigen, daß das Flugzeug drei Tage in Medan am Boden blieb, bevor es am 8. Juni 2025 als Flug UL303 nach Colombo zurückkehrte. Das involvirte Flugzeug ist 14,2 Jahre alt und wurde SriLankan Airlines im Jahre 2011 von Aircastle geleast; es bietet Platz für 136 Passagiere in einer Zweiklassenkonfiguration.

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