Die Luftfahrt- und Raumfahrtbranche hat das dritte Quartal des Jahres 2025 mit einer bemerkenswerten Stärke abgeschlossen, was auf eine signifikante Erholung über alle Segmente hinweg hindeutet. Ungeachtet der noch ausstehenden Berichte der großen Flugzeughersteller Boeing und Airbus, die für den 29. Oktober 2025 erwartet werden, zeichnet eine Reihe von über den Erwartungen liegenden Ergebnissen wichtiger US-Fluggesellschaften und Technologiekonzerne ein überwiegend positives Bild.
Das dritte Quartal, das traditionell die Hauptreisezeit umfasst, belegt eine anhaltend robuste Passagiernachfrage und eine Verbesserung der Betriebsabläufe, während gleichzeitig die Hersteller von der steigenden Produktion und stabilen Staatsaufträgen profitieren. Die Branche scheint, trotz anhaltender Herausforderungen wie steigender Betriebskosten und geopolitischer Unsicherheiten, auf einen „Zurück zur Normalität“-Kurs eingeschwenkt zu sein.
Die positiven Finanzmeldungen kommen unter anderem von großen Akteuren wie der Alaska Air Group, United Airlines sowie den Schwergewichten der Fertigungsindustrie wie General Electric (GE) Aerospace, Honeywell und der RTX Corporation (Muttergesellschaft von Pratt & Whitney und Raytheon). Diese Dynamik im Zeitraum Juli bis September 2025 deutet auf eine solide Basis für das Schlussquartal hin und unterstreicht die fundamentale Widerstandsfähigkeit des gesamten Sektors.
Robuste Nachfrage und höhere Umsätze bei US-Fluggesellschaften
Die US-amerikanischen Luftfahrtunternehmen haben im dritten Quartal mehrheitlich starke Leistungsdaten vorgelegt, was auf eine konsolidierte und anhaltende Reiselust hindeutet. Die Alaska Air Group meldete einen Nettogewinn von 73 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 3,77 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das in Seattle ansässige Unternehmen hob hervor, dass die Nachfrage sowohl im Geschäftsreise- als auch im Freizeitsegment hoch blieb. Allerdings belasten höhere Kosten für Personal und Treibstoff die Gewinnmargen der Airline.
Auch United Airlines übertraf die Erwartungen der Analysten. Die in Chicago beheimatete Fluggesellschaft steigerte ihren Umsatz um 2,6 Prozent auf 15,2 Milliarden US-Dollar. Die guten Ergebnisse werden hauptsächlich auf die starke Nachfrage im internationalen Verkehr und den anhaltend hohen Absatz von Premium-Tickets zurückgeführt. Trotz Herausforderungen bei der Flugzeugverfügbarkeit und Verzögerungen im Flugverkehrsmanagement hält United an einer zuversichtlichen Prognose für das Gesamtjahr fest.
Eine weitere große Fluggesellschaft, American Airlines, die bereits früher in der Woche ihre Zahlen veröffentlichte, bestätigte ihre Prognose für das vierte Quartal. Das Unternehmen gab an, dass die Vorausbuchungen für die bevorstehende Feiertagssaison über dem Niveau des Vorjahres liegen. American Airlines konzentriert sich nach einem herausfordernden Sommer auf ein aggressiveres Kostenmanagement, während die operative Zuverlässigkeit weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten werden soll.
Die positive Stimmung beschränkt sich nicht nur auf diese Berichte. Unabhängige Analysen und Ausblicke von Fluggesellschaften wie Delta Air Lines, deren drittes Quartalsergebnis ebenfalls als überzeugend galt, bestätigen die robuste Passagiernachfrage bis ins Jahr 2026 hinein, insbesondere im Premium-Segment und bei internationalen Strecken. Umfragen deuten darauf hin, dass eine große Mehrheit der Unternehmen davon ausgeht, dass das Reiseaufkommen auch im nächsten Jahr stabil bleiben oder weiter steigen wird.
Wachstum in der Fertigungs- und Verteidigungsindustrie
Die positive Entwicklung in der kommerziellen Luftfahrt schlägt sich direkt in den Bilanzen der Zulieferer und Hersteller nieder, die ihrerseits von einer Belebung des Verteidigungsgeschäfts profitieren. Die Honeywell International Inc. meldete einen Quartalsumsatz von rund 10,4 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen führt dieses Wachstum auf die anhaltende Dynamik in seinen Sektoren Luftfahrt und industrielle Automatisierung zurück, die zusammen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen. Honeywell erhöhte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr und verwies auf die weiterhin starke Nachfrage nach Avioniksystemen, Komponenten zur Umweltsteuerung und Wartungsdienstleistungen.
General Electric (GE), das sich nahezu vollständig zu einem reinen Luftfahrtunternehmen im Rahmen seiner Neuausrichtung entwickelt hat, berichtete einen Nettogewinn von 2,16 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 12,18 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie übertraf die Marktprognosen. Die GE Aviation-Sparte profitierte von einer gesteigerten Produktion von Strahltriebwerken und einem höheren Volumen an Wartungs- und Dienstleistungsaufträgen. Dies spiegelt die weltweit gestiegene Auslastung der Flugzeuge und die Flottenerweiterungen der Airlines wider.
Der Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzern RTX Corporation, zu dem unter anderem Pratt & Whitney (Triebwerkshersteller) und Raytheon (Verteidigungs- und Elektroniksysteme) gehören, verzeichnete ein Umsatzwachstum von zwölf Prozent und hob ebenfalls seine Gewinnprognose an. Das Unternehmen betonte die schrittweise Verbesserung der Lieferkettenbedingungen, die es ermöglichen, die starke Nachfrage nach kommerziellen Triebwerken und Ersatzteilen besser zu bedienen und gleichzeitig ein stabiles Portfolio an Verteidigungsaufträgen zu erfüllen. RTX meldete ein starkes zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn, was die Dynamik sowohl in der zivilen Luftfahrt als auch im Verteidigungssektor unterstreicht. Der Auftragsbestand des Unternehmens erreichte einen historischen Höchstwert von 251 Milliarden US-Dollar.
Die Herausforderungen in der Lieferkette und der Blick nach vorn
Die kombinierten Quartalsergebnisse aus dem Juli-bis-September-Zeitraum 2025 deuten auf eine solide Aufwärtsdynamik hin, mit der sowohl der kommerzielle als auch der Verteidigungssektor in das letzte Quartal des Jahres starten. Führungskräfte in verschiedenen Unternehmen hoben die allmähliche Entspannung bei Komponentenengpässen und eine Stabilisierung der Flugzeuglieferpläne hervor, die es der gesamten Industrie ermöglichen, die wachsende Nachfrage zu bedienen. Die Wiederbelebung der Luftfahrt-Lieferkette nach den tiefgreifenden Störungen der Pandemiejahre ist ein entscheidender Faktor für dieses positive Momentum.
Dennoch bleibt die Branche nicht ohne Herausforderungen. Während die Liefersituation sich entspannt, sind die Hersteller nach wie vor mit der Aufrechterhaltung hoher Produktionsraten konfrontiert. Insbesondere bei Boeing bestehen weiterhin Herausforderungen aufgrund von Qualitätsmängeln und Verzögerungen bei wichtigen Programmen, was sich in hohen Verlusten im Verkehrsflugzeugsegment widerspiegelt, wie aus früheren Berichten hervorgeht. Airbus hingegen verzeichnete in der ersten Hälfte 2025 zwar ebenfalls Herausforderungen in den Lieferketten, konnte jedoch in seinem Flugzeuggeschäft überwiegend positive Ergebnisse erzielen und hält an ehrgeizigen Hochlaufplänen für die Produktion der A320neo- und A350-Familien fest. Darüber hinaus bleiben Inflation und Treibstoffpreise potenzielle Belastungsfaktoren für die Gewinnmargen der Fluggesellschaften im Jahr 2026. Die Branche reagiert darauf mit fortlaufenden Investitionen in die Effizienz, Technologie und die Optimierung der Betriebsabläufe, um die steigenden Kosten abzufedern und die Erwartungen der Passagiere an einen zuverlässigen und umfassenden Service zu erfüllen. Die aktuellen Zahlen signalisieren insgesamt eine Wiederherstellung des Marktgleichgewichts und eine Rückkehr zu robustem Wachstum im globalen Luftfahrtmarkt.