Die israelische Nationalfluggesellschaft El Al hat weitreichende Pläne zur Vergrößerung ihrer Langstreckenflotte bekannt gegeben. Das Unternehmen beabsichtigt, Optionen für den Kauf von sechs weiteren Flugzeugen des Typs Boeing 787 Dreamliner auszuüben.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in Zukunft bis zu sechs weitere Maschinen dieses Typs zu erwerben. Der aktuelle Auftrag umfasst zusätzliche Einheiten der Variante 787-9 sowie die Umwandlung bestehender Bestellungen in das größere Modell 787-10. Diese größte Version des Dreamliners bietet Platz für rund 310 Passagiere und ist für Flugzeiten von bis zu 15,5 Stunden ausgelegt, während die 787-9 eine Reichweite von bis zu 16,5 Stunden erzielt.
Sollten sämtliche Optionen realisiert werden, könnte die Dreamliner-Flotte von El Al auf insgesamt 34 Flugzeuge anwachsen. Damit übertrifft die Fluggesellschaft ihr ursprüngliches Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts 28 Maschinen dieser Art zu betreiben. Aktuell befinden sich 17 Dreamliner im Dienst, die das Rückgrat für interkontinentale Verbindungen nach Nordamerika, Asien und Europa bilden. Mit der Kapazitätserweiterung reagiert die Airline auf den Bedarf an höheren Sitzplatzkapazitäten und einer verbesserten Flugverfügbarkeit auf stark frequentierten Langstrecken. Die Konzernführung betont, dass dieser Schritt eine gezielte Investition in die betriebliche Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Luftverkehrsmarkt darstellt.
Branchenanalysen verdeutlichen, dass El Al durch die Vereinheitlichung der Flotte auf die Boeing 787-Familie signifikante Vorteile bei der Wartung und Pilotenausbildung erzielt. Die Integration der 787-10 ermöglicht es der Fluggesellschaft zudem, auf volumenstarken Routen mehr Passagiere bei vergleichbaren Betriebskosten zu befördern. Obwohl die Airline noch keine spezifischen neuen Destinationen genannt hat, gilt der Ausbau als Vorbereitung auf eine verstärkte Präsenz in den USA und die Erschließung neuer Märkte im Fernosten. Die Finanzierung der milliardenschweren Bestellung erfolgt vor dem Hintergrund einer angestrebten Marktführerschaft im regionalen Flugverkehr ab dem Drehkreuz Tel Aviv.
Trotz der ambitionierten Expansionspläne sieht sich die Fluggesellschaft mit den branchenüblichen Herausforderungen bei Lieferketten und Produktionsverzögerungen konfrontiert. Boeing hatte in der jüngeren Vergangenheit mit Auslieferungsverzögerungen beim Dreamliner zu kämpfen, was die Zeitpläne vieler Airlines beeinflusste. El Al setzt dennoch konsequent auf den amerikanischen Hersteller, um die veralteten Modelle der 777-Serie schrittweise zu ersetzen. Durch den Einsatz modernster Avionik und verbesserter Kabinendrucksysteme im Dreamliner zielt das Unternehmen darauf ab, den Passagierkomfort auf den zeitlich sehr anspruchsvollen Nonstop-Verbindungen deutlich zu steigern.