Die niederländische Billigfluggesellschaft Transavia, eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM-Gruppe, baut ihr Angebot in Richtung Westafrika für den kommenden Winterflugplan 2026/27 spürbar aus.
Das Luftfahrtunternehmen reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Destinationen mit ganzjährig warmem Klima während der europäischen Wintermonate. Im Fokus der Kapazitätserweiterung stehen die Kapverdischen Inseln, wo die Fluggesellschaft mit Praia auf der Insel Santiago ein neues Ziel in ihr Streckennetz unter anderem ab Amsterdam Schiphol integriert und gleichzeitig die Frequenzen zu bereits bestehenden Destinationen erhöht.
Konkret sieht der Flugplan für die Wintersaison vor, die Frequenz auf die touristisch stark frequentierte Insel Sal auf vier wöchentliche Nonstop-Verbindungen aufzustocken. Ergänzend dazu führt Transavia eine wöchentliche Verbindung in die kapverdische Hauptstadt Praia ein, wobei dieser Flug operativ über die Insel Sal geleitet wird. Für die nachfragestarken Reisezeiten rund um die Weihnachtsfeiertage sowie im darauffolgenden Frühjahr plant die Fluggesellschaft den temporären Einsatz einer fünften wöchentlichen Rotation nach Sal, die im weiteren Verlauf direkt nach Praia weiterfliegt, um Spitzen im Passagieraufkommen abzufangen.
Die Einbindung von Praia am Nelson Mandela International Airport ergänzt die bisherige Ausrichtung der Fluggesellschaft, die sich bislang auf den Amílcar Cabral International Airport in Sal konzentrierte. Während Sal primär internationale Badetouristen anzieht, bedient die Strecke nach Praia neben dem Individualtourismus auch ein erhebliches Aufkommen an Fluggästen aus der kapverdischen Diaspora in Europa. Mit dem Ausbau verschärft Transavia den Wettbewerb auf den Routen nach Westafrika, wo traditionell etablierte Netzwerkträger wie die staatliche portugiesische TAP oder die nationale TACV Cabo Verde Airlines operieren.
Für die Durchführung der Flüge greift Transavia auf ihre Flotte von Mittelstreckenflugzeugen zurück, die im Zuge einer laufenden Modernisierung neben Mustern der Boeing 737-800 zunehmend auch durch neue Maschinen der Airbus-A320neo-Familie geprägt wird. Der Ausbau dezentraler Warmwasserstrecken im Winter gilt in der europäischen Billigluftfahrt als strategische Notwendigkeit, um die Flugzeugauslastung in den nachfrageschwächeren Monaten zu stabilisieren. Durch die Kombination von touristischen Flügen nach Sal und dem Markt für Heimat- und Verwandtenbesuche in Praia versucht der Carrier, die Sitzauslastung auf den Umläufen wirtschaftlich abzusichern.