Studie lässt Bahn nicht mehr “grün” erscheinen

Wegweiser zum Bahnhof am Flughafen Graz (Foto: Jan Gruber).
Wegweiser zum Bahnhof am Flughafen Graz (Foto: Jan Gruber).

Studie lässt Bahn nicht mehr “grün” erscheinen

Wegweiser zum Bahnhof am Flughafen Graz (Foto: Jan Gruber).
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Nicht zuletzt durch unbelegte Behauptungen von Greta Thunberg wurde der Verkehrsträger Schiene zum besonders umweltfreundlichen Verkehrsmittel hochgelobt. Allerdings kommt nun eine von der Universität St. Gallen im Auftrag der Friedrich Naumann Stiftung zum Ergebnis, dass die Bahn weit weniger umweltfreundlich ist als von Politik bzw. Thunbergs Anhängern behauptet.

Misst man den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß direkt an einer Elektrolokomotive, so wird man im Idealfall nichts messen können. Der Bahnstrom stammt jedoch in vielen Ländern zu einem erheblichen Anteil aus Kohlekraft, die alles andere als klimafreundlich ist. Somit kommt es lediglich zu einer Verschiebung des Orts der Emissionen.

Weiters wird außer Acht gelassen, dass weltweit gesehen wie ganz überwiegende Mehrheit der Züge nicht elektrisch, sondern mit Dieselmotoren angetrieben wird. Vielerorts sind die Lokomotiven hoffnungslos veraltet und haben nicht einmal Partikelfilter, die bei Kraftfahrzeugen schon länger Standard sind. Die Folge daraus: Alte Diesellokomotiven sind in etwa so umweltfreundlich wie alte Schiffsdiesel.

Die eingangs genannte Studie befasst sich in erster Linie mit dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der entsteht bis überhaupt ein Zug auf die Schiene kommt. Beim Bau der Fahrzeuge, aber insbesondere bei der notwendigen Infrastruktur wie Bahnhöfe und Schienenwege, entstehen enorme Umweltbelastungen. Berücksichtigt man diesen in der Gesamtrechnung, so ist das Image der Eisenbahn so ganz und gar nicht mehr grün. Besser schneiden hier Fernbusse mit modernen Euro-6-Dieselmotoren ab. Auch die Luftfahrt ist in der Gesamtbilanz auf einem Niveau, das zumindest nicht massiv schlechter ist als jene des Schienenverkehrs.

Gesamt betrachtet kann eine Wende aber nur herbeigeführt werden, wenn alle Verkehrsträger, also Schiene, Straße, Luft und Wasser, sinnvoll miteinander verknüpft werden und damit der Individualverkehr drastisch reduziert wird. Jedes Kraftfahrzeug, das von der Straße verschwindet und die Personen mit einem öffentlichen Verkehrsmittel reisen, das sowieso verkehren würde, ist ein Gewinn für das Klima. Die erwähnte Studie kann unter diesem Link im PDF-Format heruntergeladen werden.

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Amely Mizzi ist Executive Assistant bei Aviation Direct Malta in San Pawl il-Baħar. Zuvor war sie im Bereich Aircraft and Vessel Financing bei einem Bankkonzern tätig. Sie gilt als sprachliches Talent und spricht sieben Sprachen fließend. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in Österreich auf der Schipiste und im Sommer an Mittelmeerstränden quasi vor der Haustür auf Gozo.

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