Die türkische Fluggesellschaft SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, erweitert ihr Flugangebot in Richtung Zentralasien.
Ab Ende Juli beziehungsweise Anfang August bedient die Airline neue Direktverbindungen vom Drehkreuz Izmir in die kasachische Metropole Almaty sowie in die usbekische Hauptstadt Taschkent. Beide Routen werden jeweils zweimal wöchentlich beflogen. Zum Einsatz kommen Flugzeuge der Baureihen Boeing 737-800 sowie auf der Strecke nach Almaty auch die neuere Boeing 737 Max 8.
Mit diesem Schritt baut die Fluggesellschaft ihr Routennetz über das klassische Kerngeschäft mit Ferienflügen zwischen Europa und der Türkei hinaus aus. Die Anbindung Zentralasiens zielt darauf ab, neue Passagiersegmente im ethnischen Verkehr, bei Geschäftsreisen sowie im Städtetourismus zu erschließen. Izmir dient dabei als Umsteigepunkt für Reisende aus westeuropäischen Ländern, die über das Drehkreuz an der Ägäisküste weiter nach Osten fliegen. Durch die Kooperation mit den Muttergesellschaften nutzt SunExpress zudem bestehende Vertriebsstrukturen in den Herkunftsmärkten.
Die Aufnahme der Strecken erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Wettbewerbs auf den Flugrouten zwischen der Türkei und den zentralasiatischen Staaten. Neben staatlichen Gesellschaften wie Air Astana und Uzbekistan Airways bauen auch andere türkische Anbieter wie Pegasus Airlines ihre Präsenz in der Region kontinuierlich aus. Für die Fluggesellschaften bietet der Markt Potenzial, bringt jedoch auch operative Herausforderungen mit sich. Dazu gehören schwankende Nachfragen außerhalb der Hauptreisezeiten sowie eine komplexe Überflug- und Landerechtsvergabe in den Zielgebieten.
Die langfristige Wirtschaftlichkeit der neuen Verbindungen hängt maßgeblich davon ab, wie stabil die Auslastung der Maschinen auf den Routen nach Almaty und Taschkent außerhalb der Sommersaison gehalten werden kann. Das gewählte Fluggerät vom Typ Boeing 737 bietet zwar eine flexible Kapazitätssteuerung, steht jedoch auf den längeren Mittelstrecken in direkter Konkurrenz zu Großraumflugzeugen anderer Anbieter, die teilweise höheren Sitzkomfort auf Nachtflügen bereitstellen.