Die legendäre Lockheed Super Star L-1649A, einst das Flaggschiff der Lufthansa-Flotte, hat vergangene Woche in Einzelteilen den Hangar der Lufthansa Technik in Hamburg verlassen. Die 23 Meter langen Flügel wurden jeweils auf separaten Schwertransportern zum Flughafen Münster/Osnabrück gebracht, wo die Maschine neu lackiert werden soll. Dieser Schritt markiert einen weiteren Meilenstein in der aufwendigen Restaurierung des historischen Langstreckenflugzeuges.
Nach ihrer Neulackierung in Münster/Osnabrück wird die Super Star voraussichtlich im Oktober dieses Jahres in Frankfurt eintreffen. Dort soll sie ab dem Frühjahr 2026 die Hauptattraktion des neuen Konferenz- und Besucherzentrums der Lufthansa Group bilden. Pünktlich zum 100. Gründungsjubiläum der ersten Lufthansa wird die L-1649A gemeinsam mit der ebenfalls ikonischen Junkers Ju 52 D-AQUI ausgestellt. Das neue Besucherzentrum wird in unmittelbarer Nähe zum Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen entstehen und durch eine gläserne Fassade die historischen Exponate auch von außen sichtbar machen.
Die Lockheed L-1649A, ausgestattet mit vier Kolbenmotoren, war Ende der 1950er-Jahre als „Super Star“ das Aushängeschild der Lufthansa. Ihr Haupteinsatzgebiet waren die Nonstop-Verbindungen über den Atlantik nach New York, was zu ihrer Zeit eine beachtliche technische Leistung darstellte. Die Lufthansa hatte im Jahr 1957 mehrere dieser Maschinen in Dienst gestellt und damit ihren Anspruch auf moderne Langstreckenflüge unterstrichen. Auch wenn die Super Star nie wieder abheben wird, dient ihre statische Präsentation als Zeugnis der goldenen Ära der Luftfahrt und der technischen Entwicklung jener Zeit.
Die Restaurierung der L-1649A hat eine lange Geschichte hinter sich. Ursprünglich war geplant, das Flugzeug wieder flugtüchtig zu machen, doch dies scheiterte an komplexen technischen und finanziellen Hürden. Die Maschine befand sich jahrelang in den Vereinigten Staaten, bevor sie 2019 in Einzelteilen per Schiff nach Deutschland zurückgebracht wurde. Seitdem wurde sie bei Lufthansa Technik in Hamburg umfassend montiert und für die finale Präsentation vorbereitet. Die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung begleitet dieses einzigartige Projekt als Kooperationspartner. Die Ju 52 D-AQUI, liebevoll auch „Tante Ju“ genannt, hat ebenfalls eine bewegte Vergangenheit und war bis zu ihrer Stilllegung die letzte noch kommerziell zugelassene Ju 52/3m.