Airbus A321neo (Foto: Fabian Joy/Unsplash).
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Swiss meldet stabiles Ergebnis trotz Kostendruck und anspruchsvollen Marktbedingungen

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Swiss International Air Lines (Swiss) blickt nach den ersten neun Monaten des Jahres 2024 auf eine solide wirtschaftliche Bilanz zurück. Mit einem operativen Ergebnis von 505 Millionen Franken, das gegenüber dem Rekordjahr 2023 einen Rückgang von 18 Prozent darstellt, konnte die führende Schweizer Fluggesellschaft dennoch ihre Position behaupten.

Diese Entwicklung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: eine stabile Nachfrage im Sommer, steigende Betriebskosten sowie erhebliche Herausforderungen im operativen Bereich. Die strategische Fokussierung auf touristische Ziele und das Wachstum im Asiengeschäft, besonders im Frachtbereich, haben dabei das Gesamtergebnis positiv beeinflusst.

Große Nachfrage und stabile Einnahmen

Der Sommer ist traditionell die wichtigste Zeit für die Luftfahrt, da hier die Reiseintensität am höchsten ist. Swiss verzeichnete zwischen Juli und September 2024 ein operatives Ergebnis von 240,8 Millionen Franken und erwirtschaftete in diesen Monaten 1,6 Milliarden Franken an Erträgen – eine Steigerung von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen zeigen, dass die Nachfrage, insbesondere im Tourismus, stabil bleibt. Die Passagierzahlen sind gegenüber 2023 um 10,5 Prozent auf 13,7 Millionen gestiegen. Auch die Anzahl der Flüge hat sich um 10,5 Prozent auf 108.000 Flüge erhöht.

Dennis Weber, der Finanzchef von Swiss, ordnet die Ergebnisse als stabil ein, wenngleich unterhalb der Rekordwerte des Vorjahres. Hauptgrund für die geringeren Erträge seien laut Weber höhere Aufwendungen in verschiedenen Bereichen, darunter Personal, Wartung und Gebühren, die durch Lohnerhöhungen und vermehrte Einstellungen entstanden seien. Dennoch bleibt das Unternehmen zuversichtlich, ein gutes Jahresergebnis zu erreichen.

Frachtgeschäft: Erfolgreich dank starkem Asienmarkt

Eine tragende Rolle im Umsatz spielt weiterhin das Frachtgeschäft von Swiss, das vor allem im Asiengeschäft Gewinne verzeichnete. Der internationale Online-Handel und bestehende Engpässe in der Seefracht haben das Luftfrachtgeschäft auf den asiatischen Märkten zusätzlich beflügelt. Diese Entwicklungen haben dazu beigetragen, die schwächeren Luftfrachtumsätze in Europa und den USA teilweise zu kompensieren. Die Luftfracht trägt so erheblich zur Gesamtbilanz bei, was Swiss in einem schwierigen Marktumfeld zusätzliche Stabilität verleiht.

Jens Fehlinger, CEO von Swiss, hebt in seiner Erklärung das Engagement des Unternehmens hervor, auch in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, eingeschränkter Kapazitäten im europäischen Luftraum und durch Witterung beeinträchtigter Flugpläne operativ stark zu bleiben. Dank des Einsatzes des Teams könne man weiterhin solide Ergebnisse erzielen, die Investitionen in Mitarbeitende, Kundenzufriedenheit und nachhaltige Flugbetriebsstrategien ermöglichen.

Wachstum der Passagierzahlen und Herausforderungen im Betrieb

Von Januar bis September 2024 konnte Swiss die Passagieranzahl auf insgesamt 13,7 Millionen steigern. Auch die Anzahl der angebotenen Sitzkilometer wuchs um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Sitzladefaktor – die Auslastung des Flugzeugsitzangebots – lag im dritten Quartal mit durchschnittlich 89,1 Prozent auf einem stabilen Niveau. Dies zeigt, dass die Nachfrage trotz herausfordernder Rahmenbedingungen konstant bleibt.

Doch neben positiven Aspekten gibt es auch operative Herausforderungen. Der Kostendruck, der sich aus steigenden Abgaben und Gebühren sowie den geopolitischen Unsicherheiten ergibt, beeinflusst die Gewinnmargen. In diesem Zusammenhang appelliert Fehlinger an eine engere Zusammenarbeit mit Partnern, um insbesondere Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit zu erhöhen, zwei Bereiche, in denen das Unternehmen laut Fehlinger noch Verbesserungspotenzial sieht.

Erwarteter Ausblick: Gutes Jahresergebnis, aber unter Rekordniveau

Mit einem erwarteten Umsatz im letzten Quartal des Jahres und einer hohen Nachfrage nach touristischen Zielen, wie Ferienzielen im Mittelmeerraum, rechnet Swiss für das Gesamtjahr mit einem positiven finanziellen Ergebnis.

Trotz des anhaltenden Preisdrucks und der steigenden Kosten wird das Jahr 2024 als finanziell erfolgreich gewertet. Fehlinger fügt jedoch hinzu, dass die Durchschnittspreise im Langstreckengeschäft aufgrund von Konkurrenzdruck und Kostensteigerungen gesunken seien, was das Gesamtergebnis dämpfen könnte. Dennoch bleibt Swiss optimistisch, auch weiterhin eine stabile Position im europäischen und internationalen Markt zu halten.

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