
Ryanair zieht weitere Flugzeuge aus Wien ab und streicht in Linz und Klagenfurt
Die Kontroverse um die Kostenstruktur des Luftfahrtstandortes Österreich hat sich erneut verschärft. Die irische Fluggesellschaft Ryanair gab am 7. Oktober 2026 ihren geänderten Winterflugplan 2026 bekannt, der den Abzug von vier auf dem Flughafen Wien-Schwechat stationierten Passagierflugzeugen sowie die Streichung von insgesamt zwölf Flugverbindungen vorsieht. Der Schritt ist nach Angaben des Unternehmens die direkte Konsequenz aus der Beibehaltung der staatlichen Luftverkehrsabgabe von zwölf Euro pro Passagier sowie aus gestiegenen Entgelten für die Flugsicherung und die Flughafeninfrastruktur. Der Rückzug trifft nicht nur das Wiener Drehkreuz, sondern führt auch zur Einstellung regionaler Strecken ab Klagenfurt und Linz. Die Ankündigung löste scharfe politische Debatten aus. Kostenentwicklung an österreichischen Verkehrsknotenpunkten Als primäre Ursache für die operativen Kürzungen führt die Führung von Ryanair die anhaltende Belastung durch staatlich regulierte und infrastrukturelle Entgelte an. Nach Berechnungen der Fluggesellschaft haben sich die Gebühren für die Flugsicherung in Österreich seit Ausbruch der Corona-Pandemie um rund 60 Prozent erhöht, während die Entgelte der Betreibergesellschaft Flughafen Wien AG um etwa 30 Prozent gestiegen sind. In Kombination mit der Sondersteuer von zwölf Euro je abfliegendem Passagier entstehe ein Kostenniveau, das die Wirtschaftlichkeit von Kurz- und Mittelstreckenverbindungen beeinträchtige. Das Management der Fluggesellschaft verweist im Zuge dessen auf die Strategien anderer europäischer Staaten. Länder wie die Slowakei, Schweden, Ungarn oder Italien haben Luftverkehrssteuern ausgesetzt oder abgeschafft sowie Flughafengebühren gesenkt, um das Fluggastaufkommen und die Einreisezahlen von Touristen gezielt zu steigern. In Wien wird für das Gesamtjahr 2026 hingegen mit einem Rückgang von etwa drei Millionen Fluggästen im Vergleich zu vorherigen Prognosen gerechnet. Durch