Boeing 737-Max-200 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair zieht weitere Flugzeuge aus Wien ab und streicht in Linz und Klagenfurt

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Die Kontroverse um die Kostenstruktur des Luftfahrtstandortes Österreich hat sich erneut verschärft. Die irische Fluggesellschaft Ryanair gab am 7. Oktober 2026 ihren geänderten Winterflugplan 2026 bekannt, der den Abzug von vier auf dem Flughafen Wien-Schwechat stationierten Passagierflugzeugen sowie die Streichung von insgesamt zwölf Flugverbindungen vorsieht.

Der Schritt ist nach Angaben des Unternehmens die direkte Konsequenz aus der Beibehaltung der staatlichen Luftverkehrsabgabe von zwölf Euro pro Passagier sowie aus gestiegenen Entgelten für die Flugsicherung und die Flughafeninfrastruktur. Der Rückzug trifft nicht nur das Wiener Drehkreuz, sondern führt auch zur Einstellung regionaler Strecken ab Klagenfurt und Linz. Die Ankündigung löste scharfe politische Debatten aus.

Kostenentwicklung an österreichischen Verkehrsknotenpunkten

Als primäre Ursache für die operativen Kürzungen führt die Führung von Ryanair die anhaltende Belastung durch staatlich regulierte und infrastrukturelle Entgelte an. Nach Berechnungen der Fluggesellschaft haben sich die Gebühren für die Flugsicherung in Österreich seit Ausbruch der Corona-Pandemie um rund 60 Prozent erhöht, während die Entgelte der Betreibergesellschaft Flughafen Wien AG um etwa 30 Prozent gestiegen sind. In Kombination mit der Sondersteuer von zwölf Euro je abfliegendem Passagier entstehe ein Kostenniveau, das die Wirtschaftlichkeit von Kurz- und Mittelstreckenverbindungen beeinträchtige.

Das Management der Fluggesellschaft verweist im Zuge dessen auf die Strategien anderer europäischer Staaten. Länder wie die Slowakei, Schweden, Ungarn oder Italien haben Luftverkehrssteuern ausgesetzt oder abgeschafft sowie Flughafengebühren gesenkt, um das Fluggastaufkommen und die Einreisezahlen von Touristen gezielt zu steigern. In Wien wird für das Gesamtjahr 2026 hingegen mit einem Rückgang von etwa drei Millionen Fluggästen im Vergleich zu vorherigen Prognosen gerechnet. Durch den Abzug der vier Flugzeuge fallen am Standort Wien voraussichtlich etwa 80 direkte Arbeitsplätze weg.

Kritik an staatlichen Förderpaketen und Reaktionen aus der Politik

Besondere Kritik äußerte Ryanair-Unternehmenschef Michael O’Leary an der Haltung der Bundesregierung unter Bundeskanzler Christian Stocker. Das im Juni 2026 angekündigte Hilfspaket im Umfang von 30 Millionen Euro für die Luftfahrtbranche bezeichnete die Fluggesellschaft als unzureichend. Vier Monate nach der Ankündigung liege weiterhin kein verbindliches Konzept für die Mittelverwendung vor. Ryanair plädiert stattdessen für eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrsabgabe, die den Staatshaushalt schätzungsweise unter 140 Millionen Euro pro Jahr kosten würde, im Gegenzug jedoch verkehrsfördernde Investitionen der Airlines ermöglichen könnte.

Die Entwicklungen riefen umgehend Reaktionen der politischen Opposition hervor. Der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss bewertete den Abzug der Fluggesellschaft als weiteren Beleg für einen schleichenden Bedeutungsschwund des Wiener Flughafens. Nachdem bereits Mitbewerber wie Wizz Air ihre Basen in Wien aufgelöst und auch die Heimatairline Austrian Airlines vor hohen Standortkosten gewarnt hatten, drohe dem Wirtschaftsstandort ein dauerhafter Verlust an internationaler Anbindung, während benachbarte Flughäfen wie Bratislava Marktanteile übernehmen. Krauss forderte die unverzügliche Aussetzung der Flugabgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur aufrechtzuerhalten.

Auswirkungen auf das Streckennetz im Winterflugplan 2026

Die angekündigten Streichungen betreffen ein breites Spektrum an europäischen Städte- und Urlaubsverbindungen. Im Winterflugplan 2026 entfallen ab Wien unter anderem die Strecken nach Kopenhagen, Dubrovnik, Lanzarote, Marseille, Nis, Salerno, Sevilla, Tel Aviv und Warschau. Darüber hinaus werden die Anbindungen von den Bundesländer-Flughäfen Klagenfurt und Linz an das Drehkreuz London-Stansted ausgesetzt.

Der Ausfall dieser Verbindungen verdeutlicht die Anfälligkeit regionaler und nationaler Streckennetze gegenüber betriebswirtschaftlichen Entscheidungen von Low-Cost-Anbietern. Ob die Bundesregierung oder die Flughafenbetreiber mit Anpassungen der Gebührenordnungen auf die veränderte Kapazitätssituation reagieren werden, ist derzeit offen. Die Debatte über die Ausgestaltung der Standortabgaben dürfte die Luftfahrtpolitik in Österreich jedoch weiter beschäftigen.

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