Flughafen Bern-Belp (Foto: Claudio Joss).
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Testphase für nachfragegesteuerte Regionalflüge ab Bern und Mannheim gestartet

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Der Flughafen Bern und das Unternehmen Vini haben im März 2026 eine gemeinsame Testphase für ein neuartiges Flugkonzept auf der Strecke zwischen Bern und München eingeleitet. Zum Einsatz kommt dabei eine Cessna Grand Caravan, die über eine Kapazität von neun Sitzplätzen verfügt.

Das Pilotprojekt basiert auf einer Kombination aus festen Abflugzeiten an den Verkehrstagen Montag, Mittwoch und Freitag sowie einer digitalen Buchungsanalyse, die eine flexible Steuerung nach dem tatsächlichen Bedarf ermöglichen soll. Primäres Ziel dieser Testflüge ist die Erhebung präziser Marktdaten zur Passagiernachfrage und zur wirtschaftlichen Auslastung auf dieser spezifischen Regionalstrecke, um die Tragfähigkeit dauerhafter Verbindungen zu prüfen.

Parallel zu den Aktivitäten in der Schweiz weitet Vini das Konzept auch auf den deutschen Markt aus. Ab Mai 2026 werden regelmäßige Direktflüge zwischen dem City-Airport Mannheim und Berlin aufgenommen. Dieser Entscheidung ging eine erfolgreiche Testwoche im Februar voraus, bei der nachfragegesteuerte Verbindungen nach Berlin und Hamburg erprobt wurden. Die Flüge ab Mannheim sind für die Zeiträume Mai bis Juni sowie September bis Oktober geplant und werden jeweils montags und freitags durchgeführt. Für die operative Abwicklung der Flüge zeichnet das Stuttgarter Unternehmen E-Aviation (Eisele Flugdienst) verantwortlich, welches ebenfalls Fluggeräte des Typs Cessna Grand Caravan einsetzt.

Die strategische Ausrichtung von Vini zielt darauf ab, Nischenverbindungen zu besetzen, die für große Linienfluggesellschaften aufgrund der geringen Passagierzahlen unrentabel sind. Durch den Einsatz kleinerer, effizienter Turboprop-Maschinen und die Konzentration auf regionale Flugplätze mit kurzen Wegen sollen Geschäftsreisende und Pendler angesprochen werden. Das Unternehmen plant bereits die Erschließung weiterer Destinationen. Nach offiziellen Angaben befinden sich Strecken zu Zielen wie Hamburg, Antwerpen und Dresden in der Vorbereitungsphase. Die Expansion hängt maßgeblich von den Ergebnissen der aktuellen Pilotprojekte ab, die Aufschluss über das Buchungsverhalten in der Nische der exklusiven Kleinflugzeug-Verbindungen geben sollen.

Branchenexperten beobachten das Modell kritisch, da die Rentabilität von Neun-Sitzer-Flugzeugen im Linienbetrieb als Herausforderung gilt. Dennoch bietet der Ansatz für Regionalflughäfen wie Bern und Mannheim die Möglichkeit, verloren gegangene Anbindungen an wichtige Wirtschaftszentren wiederherzustellen. Die technische Durchführung durch erfahrene Partner wie E-Aviation soll dabei eine hohe Verlässlichkeit garantieren. Sollten die Testphasen positiv verlaufen, könnte sich daraus ein neues Segment im europäischen Regionalverkehr entwickeln, das primär auf Flexibilität und Schnelligkeit setzt und die Wartezeiten an großen Drehkreuzen umgeht.

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