Vor Beginn des Rugby-Länderspiels zwischen Südafrika und Neuseeland in Kapstadt haben zwei Passagierflugzeuge der südafrikanischen Fluggesellschaft Airlink für Diskussionen gesorgt.
Die beiden Maschinen vom Typ Embraer E190 überflogen die vollbesetzte DHL-Arena im Rahmen einer Werbeaktion vor dem Anpfiff in einer extrem geringen Höhe. Telemetriedaten von zivilen Flugverfolgungsdiensten wie Flightradar24 weisen darauf hin, dass der Abstand zwischen den Luftfahrzeugen und der Dachkonstruktion des Stadions stellenweise lediglich zwischen 12,5 und 14 Metern betrug.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Aktion durch den Einsatz von Pyrotechnik auf den Rängen und im Innenraum der Arena. Aufzeichnungen in den sozialen Netzwerken zeigen, dass mindestens eines der Flugzeuge während des Passierens direkt durch die aufsteigenden Rauchwolken der gezündeten Effekte steuerte. In Fachkreisen und Online-Foren entbrannte daraufhin eine Debatte über die Risiken des Manövers. Kritisiert wurden vor allem der geringe Sicherheitsabstand zum Bauwerk, die Dichte der Menschenmenge unterhalb der Flugbahn sowie die Sichtbehinderungen durch den Rauch der Pyrotechnik.
Die Fluggesellschaft Airlink verteidigte den Einsatz und betonte, dass der Überflug das Resultat präziser Vorbereitung, detaillierter Planung und der Leistung der beteiligten Piloten gewesen sei. Das Unternehmen sah nach eigenen Angaben keine Verstöße gegen geltende Sicherheitsbestimmungen. Auch die südafrikanische Luftfahrtbehörde SACAA überprüft routinemäßig solche Sondergenehmigungen für Tiefflüge bei Großveranstaltungen, um sicherzustellen, dass Mindesthöhen und Sicherheitsabstände zum Boden sowie zu Hindernissen strikt eingehalten werden.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass Überflüge mit Passagierflugzeugen bei Sportveranstaltungen zwar eine etablierte Marketingpraxis darstellen, jedoch extrem engen Grenzen unterliegen müssen. Bei Ausfall eines Triebwerks oder unerwarteten Luftturbulenzen durch die Stadionarchitektur schrumpft der Reaktionsspielraum der Besatzung in derart geringer Höhe auf ein Minimum. Die Debatte um den Flug in Kapstadt verdeutlicht die Notwendigkeit einer klaren Abwägung zwischen Showeinlagen bei Großevents und der konsequenten Einhaltung flugsicherheitstechnischer Standards.