Boeing 767 (Foto: Jan Rosolino/Unsplash).
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Triebwerksprobleme zwingen Delta 767 zur Notlandung in Los Angeles: Ölverlust auf Honolulu-Flug

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Ein Flug der Delta Air Lines von Honolulu nach Salt Lake City musste am Morgen des 19. November 2025 aufgrund von Triebwerksproblemen unplanmäßig in Los Angeles (LAX) landen. Der Zwischenfall ereignete sich an Bord einer Boeing 767-300ER des Fluges DL357, die über dem Pazifik einen Notfall erklärte.

Berichten zufolge verlor das rechte Triebwerk (Triebwerk Nummer zwei) Öl, woraufhin die Flugbesatzung eine kontrollierte Landung auf dem größten Delta-Drehkreuz an der Westküste initiierte. Die Maschine, eine 28 Jahre alte 767 mit der Kennung N190DN, landete sicher in Los Angeles, wo die Passagiere umgehend auf Ersatzflüge umgebucht wurden. Die schnelle Entscheidung zur Notlandung und die routinierte Abwicklung unterstreichen die hohen Sicherheitsstandards der Luftfahrtbranche, auch wenn technische Defekte an Bord auftreten.

Der Notfall über dem Pazifik

Der Nachtflug DL357 war planmäßig um 23:25 Uhr Ortszeit in Honolulu (Daniel K. Inouye International Airport) gestartet und befand sich auf Reiseflughöhe von 35.000 Fuß, als die Cockpit-Crew nach knapp vier Stunden Flugzeit Alarme bezüglich des Triebwerks Nummer zwei (ein Pratt & Whitney PW4060 Turbofan) erhielt. Flugdaten von Flightradar24 zeigen, dass der Öldruck im Triebwerk abfiel, was auf einen signifikanten Verlust von Schmiermittel hindeutete.

Der Pilotenkabine wurde die Störung primär über das EICAS (Engine Indicating and Crew Alerting System) der Boeing 767 signalisiert. Nach einer umgehenden Bewertung der Lage und der Abarbeitung der Notfallchecklisten traf die Crew die Entscheidung, das Triebwerk abzuschalten und unverzüglich zum nächstgelegenen großen Flughafen auszuweichen. Die Piloten erklärten den Notfall, setzten den Transponder auf den Notfallcode 7700 und leiteten den Umleitungsflug zum Los Angeles International Airport (LAX) ein. Die Wahl von LAX als Ausweichflughafen, einem zentralen Hub von Delta Air Lines, erleichterte die logistische Herausforderung der Weiterbeförderung der Passagiere.

Landung in LAX und logistische Herausforderungen

Die Boeing 767-300ER landete um etwa 6:26 Uhr morgens sicher auf der Landebahn 7R in LAX. Gemäß den Standardverfahren bei Triebwerksproblemen wurde das Flugzeug von Einheiten der Los Angeles Fire Department empfangen, die eine sofortige Inspektion auf mögliche Brand- oder Beschädigungsspuren am betroffenen Triebwerk durchführten. Kurze Zeit später konnte die Maschine aus eigener Kraft zum Gate rollen.

Der Vorfall stellte Delta Air Lines vor die Aufgabe, rund 216 Passagiere, die Kapazität der 767-300ER in dieser Konfiguration, schnellstmöglich an ihr Ziel in Salt Lake City zu bringen. Delta reagierte, indem sie etwa sechs Stunden nach der Landung einen Ersatzflug unter derselben Flugnummer DL357 mit einem Airbus A319-100 von LAX nach Salt Lake City einsetzte.

Angesichts der Tatsache, dass die Airbus A319-100 mit 132 Sitzen (12 in First Class, 24 in Comfort, 96 in Economy) deutlich kleiner ist als die 767-300ER mit 216 Sitzen, mussten die verbleibenden Passagiere auf andere reguläre Flüge des umfangreichen Delta-Netzwerks umgebucht werden. Die schnelle Reaktion und die Nutzung eines standortspezifischen Ersatzflugzeugs demonstrieren die operative Flexibilität eines Großcarriers in Notsituationen.

Technische Überprüfung und Historie des Triebwerkstyps

Die betroffene Boeing 767-300ER (N190DN) verblieb nach dem Zwischenfall zur Wartung am Boden in Los Angeles. Wartungsteams von Delta Air Lines leiteten umgehend eine gründliche Untersuchung des Triebwerks ein, um die genaue Ursache für den Ölverlust und die Fehlermeldung zu ermitteln.

Das verwendete Pratt & Whitney PW4060 ist ein robustes Triebwerksmodell, das seit Jahrzehnten im Einsatz ist und eine lange Betriebsgeschichte auf Flugzeugen wie der Boeing 767 aufweist. Obwohl es sich um ein älteres Design handelt, gilt es als zuverlässig und bekannt in der Wartung. Fachleute gehen daher davon aus, dass es sich in diesem Fall eher um ein spezifisches Problem an diesem einzelnen Triebwerk – möglicherweise einen Dichtungsschaden oder einen Defekt in der Ölversorgung – und nicht um einen systemischen Fehler im PW4060-Modell handelte.

Ähnliche Vorfälle sind in der Luftfahrt nicht unbekannt. Im Februar 2025 musste eine andere Delta Boeing 767-300ER, die von Salt Lake City nach Honolulu flog, wegen Triebwerksproblemen (ebenfalls am PW4060) zum Ausgangsflughafen zurückkehren. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Oktober 2025, als eine Delta Boeing 737-900ER in Minneapolis während des Startlaufs einen Triebwerksausfall erlitt, was eine sofortige Startabbremsung erforderte. In allen Fällen wurden die Flugzeuge nach erfolgreicher Reparatur rasch wieder in den Dienst gestellt.

Als drittgrößte Fluggesellschaft der Welt mit fast 1.000 Flugzeugen ist die absolute Zahl solcher Zwischenfälle bei Delta Air Lines naturgemäß höher als bei kleineren Carriern. Dennoch liegt der Fokus des Unternehmens auf der Analyse jedes einzelnen Vorfalls, um potenzielle Wiederholungen durch präventive Wartungsmaßnahmen zu verhindern und die Sicherheit auf höchstem Niveau zu halten.

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