Die tunesische Nationalfluggesellschaft Tunisair hat ihre Flotte kurzfristig um zwei weitere Airbus A320-Maschinen im sogenannten Wet-Lease-Verfahren erweitert. Diese Maßnahme soll die Betriebsführung während der bevorstehenden Hauptreisesaison stabilisieren und Engpässe im Flugplan mindern. Ein Flugzeug stammt vom litauischen Leasinganbieter Avion Express, von welchem Tunisair bereits mehrere Maschinen betreibt.
Der zweite hinzugekommene Airbus A320 kommt aus Deutschland und trägt das Kennzeichen D-ANDI. Er traf, wie das Portal News Aero meldete, am 2. Juli am Flughafen Tunis-Carthage ein und gehört der Kölner Gesellschaft Leav Aviation. Das Wet-Lease-Verfahren beinhaltet, daß der Leasinggeber nicht nur das Flugzeug, sondern auch Besatzung, Wartung und Versicherung stellt, was für Fluggesellschaften eine schnelle und flexible Lösung bei temporärem Kapazitätsbedarf darstellt.
Hintergrund dieser Flottenverstärkung ist ein akuter Mangel an einsatzbereiten Flugzeugen bei Tunisair. Zu Beginn der Sommersaison waren von den über 20 Flugzeugen der Flotte lediglich acht Maschinen tatsächlich operationell – davon sieben Airbus A320 und ein Airbus A330. Dieser Engpaß führte in der jüngsten Vergangenheit zu erheblichen Beeinträchtigungen der Flugplanstabilität und unregelmäßigen Betriebsabläufen, was sowohl Passagiere als auch die Reputation der Airline betraf.
Die Hinzunahme der zusätzlichen Jets soll nun dazu beitragen, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Flüge zu verbessern und den erhöhten Passagieraufkommen während der Hauptreisezeit gerecht zu werden. Tunesien ist ein beliebtes Reiseziel, insbesondere für Touristen aus Europa, und eine stabile Flugverbindung ist für die Tourismuswirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung.