Boeing 737-800 (Foto: Maarten Visser).
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T’way Airs Expansionspläne in Europa und Nordamerika

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T’way Air, eine südkoreanische Billigfluggesellschaft, treibt ihre internationale Expansion massiv voran und hat grosse Pläne für Europa und Nordamerika. Die jüngst eröffnete Verbindung zwischen Frankfurt und Seoul-Incheon ist dabei nur der Anfang.

Schon ab Mai 2025 soll die Frequenz auf tägliche Flüge erhöht werden, um das Reisepotenzial von rund 600 südkoreanischen Unternehmen in der Fraport-Region sowie einer wachsenden Nachfrage nach Reisen zwischen Korea und Deutschland zu bedienen. Diesen Erfolg spiegeln die bisherigen Zahlen wider: Die Strecke verzeichnet einen beeindruckenden Sitzladefaktor von 85 Prozent. Die neue Flugverbindung, die bereits seit Anfang Oktober operiert, wurde offiziell in Frankfurt gefeiert, wobei T’way-CEO Jeong Hong-Geun auf die geplante, signifikante Expansion hinwies.

Neben Frankfurt sind weitere europäische Ziele fest eingeplant. Die Fluggesellschaft will in den kommenden Jahren populäre Städte wie Budapest, Istanbul und Prag ansteuern. Diese Destinationen sind nicht nur bei koreanischen Touristen gefragt, sondern bieten T’way auch die Möglichkeit, aus den regulierten Slots der EU zu profitieren. Dies wurde möglich durch die Auflagen der Europäischen Kommission im Zuge der Korean-Air-Asiana-Fusion. Die Freigabe von Slots und Verkehrsrechten, die T’way für die neuen Routen nutzen kann, schafft eine notwendige Konkurrenz für die grossen koreanischen Fluggesellschaften und stärkt den Wettbewerb auf Langstreckenflügen zwischen Asien und Europa.

Eine bedeutende Rolle spielt die Expansion auch in Nordamerika. Geplant sind Routen nach Vancouver, Los Angeles, Seattle und San Francisco. Damit tritt T’way in ein umkämpftes, aber lukratives Marktsegment ein und bietet erstmals Langstreckenflüge über den nordamerikanischen Kontinent an. Besonders Vancouver soll ab 2025 angeflogen werden und wäre damit die erste kanadische Destination für T’way Air. Diese Routen stellen eine neue Herausforderung dar, da die Langstreckenflüge mit zusätzlichen betriebswirtschaftlichen Kosten einhergehen. Die Flüge in die USA und nach Kanada zielen darauf ab, eine bestehende Nachfrage zu bedienen und das Passagieraufkommen zwischen Korea und Nordamerika für Geschäftsreisende und Touristen zu steigern.

Um diese ehrgeizigen Pläne zu verwirklichen, setzt die Fluggesellschaft auf den Ausbau ihrer Langstreckenflotte mit neuen Airbus A330-900neo-Modellen, die ab 2026 durch Leasingpartner Avolon zur Verfügung stehen sollen. Diese neuen Maschinen werden die bestehende A330-200-Flotte ergänzen und ermöglichen es T’way, unabhängiger von Korean Air zu operieren und flexibler auf Marktentwicklungen zu reagieren. Mittelfristig sind insgesamt zehn A330-Neo-Flugzeuge geplant, die ein komfortableres Flugerlebnis ermöglichen und die Wirtschaftlichkeit der Langstreckenoperationen sichern sollen.

Ein weiterer strategischer Ansatz von T’way Air liegt im wachsenden Frachtgeschäft, das für einen Billigfluganbieter untypisch ist. Der Luftfrachtbereich bietet jedoch angesichts der hohen Nachfrage und der starken Wettbewerbsbedingungen zusätzliche Ertragsmöglichkeiten. Zudem hat die Fluggesellschaft das T’way-Plus-Programm für Frankfurt vorgestellt, ein kostenpflichtiges Abonnement, das zusätzliche Services wie Business-Class-Upgrades, bevorzugte Gepäckabwicklung und schnellere Boarding-Optionen umfasst.

Die Zukunftsvision von T’way Air ist klar umrissen: Der Fokus bleibt auf dem koreanischen Markt, wobei sich die Airline auch zunehmend auf den europäischen und nordamerikanischen Markt konzentriert. Das Unternehmen hofft, durch diese Expansion profitabel zu werden und langfristig ein konkurrenzfähiges internationales Netzwerk zu etablieren. Die Nutzung moderner Technologien wie persönlicher Unterhaltungssysteme auf mobilen Geräten und eine schlanke Service-Philosophie sollen den besonderen Bedürfnissen von Budget-orientierten Reisenden gerecht werden. T’way Air steht somit vor einer vielversprechenden Zukunft und könnte in den kommenden Jahren zu einem ernsthaften Mitbewerber auf den Strecken zwischen Asien, Europa und Nordamerika avancieren.

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