Die französische Fluggesellschaft Air France hat die Renovierung ihrer sogenannten „La Première“-Lounge im Terminal 2E am Flughafen Paris-Charles de Gaulle abgeschlossen. Die Einrichtung, die sich an Passagiere der ersten Klasse richtet, umfasst nach dem Umbau eine Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern.
Die Anpassung des Bodenprodukts reiht sich in die Bemühungen europäischer Netzwerk-Carrier ein, im stark umkämpften Premiumsegment mit internationalen Konkurrenten wie Lufthansa oder Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten Schritt zu halten. Das räumliche Konzept für den Bereich in Paris wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur MARKS Brandimage umgesetzt.
Im gastronomischen Teil der Lounge kooperiert die Fluggesellschaft mit dem Gastronomieunternehmen von Alain Ducasse, das für das Speisenangebot verantwortlich zeichnet. Die Weinauswahl wird von Xavier Thuizat, dem Chef-Sommelier der Airline, zusammengestellt. Neben dem Restaurantbereich bietet die Lounge Arbeitsplätze, Ruhekabinen und einen Wellness-Bereich der Marke Sisley, der um einen zweiten Behandlungsraum ergänzt wurde. Zum Mobiliar gehören unter anderem Stücke des Designers Pierre Paulin. Für den Eingangsbereich beauftragte das Unternehmen den Parfümeur Francis Kurkdjian mit der Entwicklung eines eigenen Raumduftes.
Ergänzend zur allgemeinen Lounge-Fläche vermarktet Air France seit dem Sommer 2024 separate, 45 Quadratmeter große Privatsuiten. Insgesamt stehen drei dieser Einheiten zur Verfügung, von denen sich zwei bei Bedarf räumlich miteinander verbinden lassen. Die Suiten umfassen ein Schlafzimmer, ein Bad und einen Wohnbereich und richten sich an Passagiere, die bereit sind, für zusätzliche Abschirmung am Boden Aufpreise zu zahlen. Zudem integriert die Fluggesellschaft halbjährlich wechselnde Kunstwerke in das Konzept, beginnend mit einer Skulptur des Künstlers Jean-Michel Othoniel.
Branchenanalysten werten die Investitionen in derart ressourcenintensive Einrichtungen am Boden als direkte Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen im Luftverkehrsmarkt. Da die Gewinnmargen in der regulären Economy Class durch gestiegene operative Kosten unter Druck stehen, sind die Fluggesellschaften gezwungen, wohlhabende Kunden durch exklusive Zusatzleistungen an sich zu binden. Die Auslagerung von Teilbereichen an externe Marken wie Ducasse oder Sisley verursacht für Air France zwar erhebliche Fixkosten, gilt in der Branche jedoch als notwendiges Instrument, um den erwarteten Standard in der ersten Klasse zu erfüllen und die entsprechenden Ticketpreise zu rechtfertigen.