ÖBB 5047 "Jenbacher" (Foto: Robert Spohr).
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Umfassende Strukturreform der ÖBB für das Jahr 2027 angekündigt

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Verkehrsminister Peter Hanke hat eine grundlegende Neuausrichtung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) initiiert, um den Staatskonzern für die kommenden Jahrzehnte wettbewerbsfähiger zu machen. Das Ministerium beauftragte den Aufsichtsrat und den Vorstand, innerhalb der nächsten zwei Monate ein detailliertes Konzept vorzulegen, das die strategische Ausrichtung bis zum Jahr 2040 festlegt. Der offizielle Startschuss für die neue Organisationsstruktur ist für den Beginn des Jahres 2027 geplant. Im Zentrum der Reform steht eine Modernisierung des Bundesbahngesetzes, das seit seiner letzten großen Überarbeitung im Jahr 2003 die aktuelle Aufteilung in eine Holding sowie die operativen Gesellschaften für Personenverkehr, Infrastruktur und Güterverkehr vorschreibt.

Durch die geplanten gesetzlichen Anpassungen soll vor allem die unternehmerische Flexibilität des Konzerns erhöht werden. Bisherige Strukturen führten laut Ministerium zu unnötigen bürokratischen Doppelgleisigkeiten, die Entscheidungsprozesse verlangsamen. Die Reform zielt darauf ab, die ÖBB als integrierten Konzern zu erhalten, jedoch die internen Abläufe deutlich zu straffen. Trotz der angestrebten Effizienzsteigerung betonte die Politik, dass kein Stellenabbau und kein klassisches Sparprogramm im Fokus stehen. Vielmehr gehe es darum, die Kapazitäten besser zu bündeln, um auf die rasant steigende Nachfrage im Schienenverkehr und den zunehmenden Wettbewerb durch private Anbieter sowie die voranschreitende Digitalisierung reagieren zu können.

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä signalisierte Unterstützung für das Vorhaben und sieht darin eine Chance, den Handlungsspielraum des Managements zu erweitern. In Branchenkreisen wird spekuliert, dass die Reform auch eine engere Verzahnung der IT-Dienstleistungen und eine Zentralisierung von Beschaffungsprozessen vorsehen könnte, um Kosten ohne Qualitätsverlust zu senken. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Modernisierung des Fuhrparks bleiben dabei zentrale Säulen der Strategie 2040. Experten weisen darauf hin, dass eine resilientere Struktur insbesondere notwendig ist, um die Pünktlichkeit im dichten Taktverkehr trotz umfangreicher Baumaßnahmen im Schienennetz langfristig zu gewährleisten.

Zusätzlich zur internen Umstrukturierung wird erwartet, dass die Reform die finanzielle Transparenz zwischen den Teilgesellschaften erhöht. Die Trennung zwischen Netzbetrieb und Verkehrsdienstleistungen bleibt aufgrund europarechtlicher Vorgaben bestehen, doch sollen Synergieeffekte innerhalb der Holding künftig besser genutzt werden. Das Ziel ist ein leistungsfähiger Schienenverkehr, der als Rückgrat der österreichischen Mobilität fungiert. Die kommenden acht Wochen der Konzeptphase gelten als entscheidend für die künftige Aufgabenverteilung zwischen der öffentlichen Hand als Eigentümer und der operativen Führung des größten Mobilitätsdienstleisters des Landes.

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