Ein routinemäßiger Flug der Fluggesellschaft Eurowings von Hamburg nach Düsseldorf endete am späten Mittwochabend abrupt, als die Besatzung kurz nach dem Start einen undefinierbaren Geruch im Cockpit bemerkte.
Die Piloten der Maschine vom Typ Airbus A320 leiteten unmittelbar eine Sicherheitslandung am Hamburger Helmut-Schmidt-Flughafen ein und lösten damit einen Großeinsatz der Flughafenfeuerwehr aus. Obwohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr keine Brandursache feststellen konnten und auch keine Gefahr für die zwei Crew-Mitglieder bestand, unterstreicht der Vorfall die strikten Sicherheitsbestimmungen im Luftverkehr und wirft erneut ein Schlaglicht auf das wiederkehrende Problem unklarer Geruchsentwicklungen in Flugzeugkabinen. Die Maschine, die um 22:00 Uhr gestartet war, konnte ihren planmäßigen Flug nicht fortsetzen und blieb am Boden.
Chronologie des Vorfalls am Hamburger Flughafen
Der Vorfall ereignete sich am späten Abend des Mittwochs, den 8. Oktober 2025. Der Flug der Lufthansa-Tochter Eurowings war planmäßig in Hamburg gestartet und befand sich auf dem Weg zu seinem Zielort Düsseldorf. Nach Angaben eines Sprechers des Hamburg Airport befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Passagiere an Bord, sondern lediglich die zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit. Es handelte sich demnach mutmaßlich um einen Überführungsflug oder einen Positionierungsflug für einen späteren Linienflug ab Düsseldorf.
Noch während des Steigflugs bemerkten die Piloten den ungewöhnlichen Geruch im Cockpit. Aufgrund der Sicherheitsvorschriften für den Flugbetrieb ist die Besatzung in einem solchen Fall verpflichtet, umgehend zu reagieren und eine außerplanmäßige Landung auf dem nächstgelegenen geeigneten Flughafen einzuleiten, um jegliches Risiko auszuschließen. Die Umkehr nach Hamburg erfolgte routiniert.
Nach der Landung am Helmut-Schmidt-Flughafen kam es zu einem Großeinsatz der Flughafenfeuerwehr. Die Einsatzkräfte untersuchten das Flugzeug intensiv, konnten jedoch weder einen Brand noch eine Gefährdungslage feststellen. Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte, dass der Geruch als undefinierbar eingestuft wurde und keine unmittelbare Gefahr von ihm ausging. Dennoch sorgte der Einsatz für eine kurzzeitige Unterbrechung des Flugverkehrs von etwa fünfzehn Minuten. Die betroffene Airbus A320-Maschine wurde nach der Untersuchung aus dem Betrieb genommen und verblieb am Mittwochabend am Boden, um eine detaillierte technische Überprüfung zu ermöglichen.
Die Herausforderung unklarer Gerüche in der Luftfahrt
Der aktuelle Vorfall in Hamburg reiht sich ein in eine Reihe von Fällen, in denen Geruchsentwicklungen an Bord von Verkehrsflugzeugen zu ungeplanten Flugunterbrechungen führen. Diese Geruchsereignisse, die oft im Cockpit oder der Kabine auftreten, stellen die Fluggesellschaften und Wartungsteams vor eine komplexe diagnostische Herausforderung, da die Ursachen vielfältig und nicht immer sofort eindeutig zu identifizieren sind.
Experten aus dem Flugzeugbau weisen darauf hin, dass die Kabinenluft in den meisten Passagierflugzeugen, mit der Ausnahme des Boeing 787 Dreamliners, über sogenannte Zapfluft aus den Triebwerken oder der APU (Hilfstriebwerk im Heck) in die Kabine geleitet wird. Bei diesem Prozess besteht die Möglichkeit, dass Triebwerksöl in die Zapfluft gelangt, insbesondere bei hoher Belastung der Triebwerke, wie es kurz nach dem Start der Fall ist. Selbst geringe Mengen an Öl können bei Erhitzung einen deutlich wahrnehmbaren, ungewöhnlichen Geruch verursachen.
Die chemische Zusammensetzung dieses Öls kann flüchtige organische Verbindungen enthalten, die im Flugbetrieb als bedenklich gelten können. Da Flugzeuge keine Sensoren an Bord haben, die automatisch die Konzentration von Schadstoffen messen und speichern, ist die Besatzung in der Regel auf ihren Geruchssinn angewiesen. Dies zwingt die Piloten bei einem Geruchsereignis dazu, eine subjektive Entscheidung über eine Umkehr oder Notlandung zu treffen, eine Vorgehensweise, die in der modernen Luftfahrt zunehmend als unprofessionell kritisiert wird, da Messdaten fehlen.
Wartung und die Suche nach der Ursache
Nach einem solchen Vorfallsabbruch liegt die Verantwortung bei den Wartungsspezialisten, die eigentliche Ursache des Problems zu ermitteln. Die Erfahrung in der Luftfahrt zeigt, dass die Ursachensuche mitunter langwierig und komplex ist.
Bei früheren Zwischenfällen in der Luftfahrt, die durch Gerüche ausgelöst wurden, konnten die Techniker nicht immer eine eindeutige technische Ursache finden, was die Freigabe des Flugzeugs für den weiteren Betrieb verzögern kann. Zu den möglichen Ursachen gehören:
- Undichtigkeiten im Zapfluftsystem: Kleine Defekte in Dichtungen oder Leitungen können zum Eintrag von Öl in die Kabinenluft führen, oft verstärkt während des Steigflugs.
- Ausrüstungsdefekte: Defekte Heizelemente oder Öfen in der Bordküche können ebenfalls zu ungewöhnlichen Gerüchen, bis hin zur Rauchentwicklung, führen, die jedoch oft harmlos sind, aber dennoch eine Reaktion erfordern.
- Externe Kontamination: Gelegentlich können auch externe Faktoren, wie etwa Hydraulikflüssigkeit, die durch Wind während des Starts in die Lüftungsschlitze gelangt, Gerüche verursachen, die sich jedoch schnell verflüchtigen.
Dass die Flughafenfeuerwehr in Hamburg keinen Brand und keine Gefährdung feststellen konnte, deutet zwar auf eine niedrige Gefahrenstufe hin, entbindet die Airline jedoch nicht von der Pflicht zur genauen Ursachenanalyse. Die Airbus A320-Familie, zu der auch die involvierte Maschine gehört, nutzt das beschriebene Zapfluftsystem, das technisch anfällig für solche Ereignisse ist. Nur eine gründliche Inspektion des Triebwerks- und Belüftungssystems kann Aufschluss darüber geben, welche Komponente den undefinierbaren Geruch verursacht hat, bevor das Flugzeug wieder in den planmäßigen Umlauf zurückkehren darf.
Auswirkungen auf den Flugbetrieb und Sicherheitsstandards
Obwohl der Vorfall vergleichsweise glimpflich verlief und aufgrund der fehlenden Passagiere keine direkten Auswirkungen auf Reisende hatte, führte die Umkehr zu einer temporären Einschränkung des Flugverkehrs in Hamburg. Die Entscheidung der Piloten zur sofortigen Rückkehr ist ein Beleg für die hohen Sicherheitsstandards in der deutschen Luftfahrt. Die Crew folgte dem Prinzip, bei unklaren technischen Auffälligkeiten kein Risiko einzugehen.
Solche Vorfälle verdeutlichen, dass die Flugsicherheit an erster Stelle steht. Die Auslösung eines Feuerwehreinsatzes und die Unterbrechung des Betriebs sind routinemäßige Reaktionen, wenn an Bord eines Flugzeugs eine unbestimmte Anomalie auftritt. Auch wenn der Geruch letztlich als ungefährlich eingestuft wurde, war die Reaktion der Crew aus Sicherheitsperspektive absolut notwendig.
Es ist nun Aufgabe der Eurowings-Technik, die Grundursache für den Geruch im Cockpit zu ermitteln und zu beheben. Erst nach einer lückenlosen Dokumentation und der Bestätigung der Lufttüchtigkeit wird das Flugzeug wieder für den kommerziellen Betrieb freigegeben.