Ein Frachtflugzeug des Typs Boeing 747-400F der maltesischen Fluggesellschaft Air Atlanta Europe musste am Sonntag auf dem Flug von Lüttich nach Kinshasa seinen Kurs abbrechen und eine unplanmäßige Landung am Flughafen Amsterdam-Schiphol durchführen.
Die Maschine mit dem Kennzeichen 9H-AKA war als Flug CC2615 von Belgien in Richtung Demokratische Republik Kongo gestartet. Kurz nach dem Start trat ein ungenanntes technisches Problem auf, welches das Festhalten an der ursprünglichen Flugroute verhinderte.
Aufzeichnungen der Flugüberwachung zeigen, dass die Besatzung den Steigflug vorzeitig unterbrach und das Flugzeug in eine Warteschleife über dem Ärmelkanal steuerte. Dort verblieb die viermotorige Frachtmaschine für fast zwei Stunden im Luftraum, um Treibstoff abzulassen und das zulässige Landegewicht zu erreichen. Anschließend drehte der Frachter nach Norden ab und leitete den Anflug auf den niederländischen Flughafen Schiphol ein, wo die Maschine ohne Zwischenfälle auf der Piste aufsetzte.
Die Cockpitbesatzung setzte während des Vorfalls keinen Notfall-Transpondercode 7700 ab, was darauf hindeutet, dass keine unmittelbare Gefahr für das Flugzeug bestand, aber eine operative Beendigung des Fluges erforderlich war. Weder die Fluggesellschaft Air Atlanta Europe noch die zuständigen Luftfahrtbehörden machten bislang detaillierte Angaben zur genauen Ursache des Abbrechens. Der Einsatz von Großraumfrachtflugzeugen auf Langstrecken erfordert bei technischen Abweichungen oft das Anfliegen von Großflughäfen mit entsprechenden Wartungskapazitäten.
Branchenkenner verweisen auf die betrieblichen Auswirkung von Ausweichlandungen bei älteren Frachtmaschinen wie der Boeing 747-400. Die Standortwahl Amsterdam bietet gegenüber dem Abflugort Lüttich oft flexiblere technische Unterstützung und Logistikstrukturen zur Behebung unvorhergesehener Defekte. Für den Betreiber entstehen durch den Treibstoffablass, die Verzögerung in der Lieferkette und den ungeplanten Aufenthalt am Drehkreuz Schiphol erhebliche Zusatzkosten, die das Ausfallrisiko im Frachtverkehr verdeutlichen.