Flagge der USA (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

US-Repräsentantenhaus bringt ALERT Act zur Verschärfung der Flugsicherheit ein

Werbung

Als Reaktion auf die verheerende Kollision zwischen einem Regionalflugzeug und einem Militärhubschrauber im Januar 2025 hat das US-Repräsentantenhaus ein umfassendes Gesetzespaket zur Erhöhung der Sicherheit im Luftraum auf den Weg gebracht.

Der sogenannte ALERT Act (Airspace Location and Enhanced Risk Transparency Act) zielt darauf ab, sämtliche Sicherheitsempfehlungen des National Transportation Safety Board (NTSB) gesetzlich zu verankern. Bei dem Unglück nahe dem Washington Reagan National Airport (DCA), an dem eine CRJ700 von American Airlines und ein Black Hawk Hubschrauber der US-Armee beteiligt waren, kamen 67 Menschen ums Leben. Die einjährige Untersuchung des NTSB deckte erhebliche Defizite in der Überwachung dichter Lufträume sowie technologische Lücken bei Kollisionswarnsystemen auf.

Der Gesetzentwurf sieht tiefgreifende technologische Nachrüstungen vor, die weit über bisherige Standards hinausgehen. Unter dem ALERT Act müsste die Luftfahrtbehörde FAA die Einführung von ACAS-Xa für bestimmte Turbinenflugzeuge anordnen und neue Standards für ACAS-Xr entwickeln, die speziell auf Drehflügler in hochfrequentierten Lufträumen der Klasse B zugeschnitten sind. Ein zentraler Punkt ist die Integration von ADS-B-Daten in Kollisionsvermeidungssysteme, um Piloten präzisere akustische und richtungsweisende Warnungen zu liefern. Damit geht das Vorhaben deutlich über den vom Senat bereits verabschiedeten ROTOR Act hinaus, der sich primär auf die Ausweitung der ADS-B-Nutzung konzentrierte.

Neben technischen Aufrüstungen adressiert die Gesetzgebung operative Verfahren der Flugsicherung und der FAA-Aufsicht. Das Gesetz weist die Behörde an, das Training für Fluglotsen in den Bereichen Fehlermanagement und visuelle Staffelung grundlegend zu revidieren. Zudem sollen die Hubschrauberrouten sowie die vertikalen Staffelungsstandards rund um den Flughafen Washington Reagan neu bewertet werden. Ein kritischer Aspekt der NTSB-Untersuchung war die mangelhafte Koordination zwischen zivilen und militärischen Akteuren im Anflugsektor, weshalb der ALERT Act eine striktere Evaluierung der behördlichen Sicherheitskultur und des Managements von Hochdichte-Lufträumen fordert.

Branchenverbände wie die National Business Aviation Association und Vertical Aviation International signalisierten bereits Unterstützung für die umfassenden Maßnahmen. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus müssen nun entscheiden, ob sie den ALERT Act als eigenständiges Paket verabschieden oder Elemente mit dem ROTOR Act des Senats kombinieren. Experten werten die Initiative als deutliches Signal an die FAA, die Empfehlungen der Unfallermittler ohne weiteren Verzug umzusetzen. Für Betreiber von Luftfahrzeugen in den USA bedeutet dies absehbar neue Anforderungen an die Bordausrüstung und veränderte Flugverfahren in Ballungsräumen.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung