Der Gastronomie-Großhändler Eurogast Österreich hat seinen Sortimentskatalog für den Bereich Wein und Schaumwein für die Periode 2026/27 veröffentlicht. Auf rund 120 Seiten listet das Unternehmen etwa 450 Produkte von mehr als 100 Erzeugern.
Die Zusammenstellung des Sortitments, das neben österreichischen Herkunftsländern auch europäische Anbaugebiete und Übersee-Regionen umfasst, wurde laut Unternehmensangaben von neun Sommeliers und einem Weinakademiker begleitet. Neben alkoholischen Getränken enthält die Publikation zunehmend alkoholfreie Alternativen, was die veränderten Konsumgewohnheiten in der Gastronomie widerspiegelt.
Der Schwerpunkt des Katalogs liegt mit über 50 Prozent der gelisteten Artikel auf dem Inlandmarkt, wobei Regionen von der Wachau bis zur Südsteiermark abgedeckt werden. Die Publikation ist als gedrucktes und digitales Nachschlagewerk konzipiert und enthält Informationen zu geschützten Herkunftsbezeichnungen (DAC-Systemen) sowie Empfehlungen zu Trinktemperaturen und zur Speisenbegleitung. Großhandelsunternehmen versuchen über solche fachspezifischen Zusatzangebote und persönliche Beratungsleistungen durch eigenes Personal, die Kundenbindung im gewerblichen Bereich zu festigen und sich gegen den reinen Online-Fachhandel zu behaupten.
Branchenexperten und Marktbeobachter betrachten den Ausbau von spezialisierten Sortimenten im Lebensmittelgroßhandel als Reaktion auf den anhaltenden wirtschaftlichen Druck in der Gastronomie. Angesichts steigender Betriebskosten und einer stagnierenden Konsumstimmung sind Gastronomen gezwungen, ihre Warenbeschaffung zu optimieren und die Effizienz beim Einkauf über Komplettanbieter zu steigern. Kritische Stimmen weisen jedoch darauf hin, dass standardisierte Kataloge von Großhändlern zu einer gewissen Uniformität der Getränkekarten in der Gastronomie führen können, da viele Betriebe auf dieselben Logistikstrukturen und Kernsortimente zugreifen.
Die wirtschaftliche Rentabilität dieses Segments hängt für den Großhandel maßgeblich von einer lückenlosen Lieferfähigkeit in der Hauptsaison sowie von der Akzeptanz der digitalen Bestellsysteme ab. Da Gastronomiebetriebe vermehrt kurzfristig ordern, um die eigene Lagerhaltung zu minimieren, steigen die Anforderungen an die Logistikzentren der Großhändler. Ob die digitale Verfügbarkeit des Katalogs die Bestellprozesse im ländlichen Raum spürbar beschleunigen und den Umsatz im margenstarken Weinsegment stabilisieren kann, wird sich im Laufe des kommenden Geschäftsjahres zeigen.