Am Flughafen Niederrhein in Weeze hat sich am späten Dienstagnachmittag ein folgenschwerer Pkw-Unfall direkt vor dem Abfertigungsgebäude ereignet.
Gegen 17:11 Uhr beabsichtigte ein 77-jähriger Kraftfahrer aus Viersen, seine Ehefrau am Ankunftsbereich des Terminals abzuholen. Beim Versuch, den Wagen auf dem dafür vorgesehenen rechten Parkstreifen abzustellen, verwechselte der Seniorenfahrer nach offiziellen Angaben der Kreispolizeibehörde Kleve das Gas- mit dem Bremspedal seines Automatikfahrzeugs. Der Wagen beschleunigte daraufhin unkontrolliert, rammte zunächst einen massiven Betonpfeiler der baulichen Außenstruktur und schlug anschließend mit erheblicher Wucht in die gläserne Fensterfront des Terminalgebäudes ein.
Der Unfallverursacher kam mit leichten Verletzungen davon und wurde nach der Erstversorgung durch die Rettungskräfte vor Ort zur weiteren medizinischen Untersuchung in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert. Die ebenfalls alarmierte Flughafenfeuerwehr sowie Beamte der Bundespolizei sicherten die Unfallstelle umgehend ab. Da sich zum Zeitpunkt des Aufpralls glücklicherweise keine Passagiere oder Mitarbeiter im unmittelbaren Innenbereich hinter der betroffenen Glasfassade aufhielten, wurden keine weiteren Personen verletzt. Der entstandene Sachschaden am Fahrzeug sowie an der Infrastruktur des Flughafengebäudes beläuft sich nach ersten Schätzungen der Ermittler auf mehrere tausend Euro. Die Statik des Terminals wurde nach einer ersten Prüfung durch Statiker nicht beeinträchtigt.
Der Vorfall am Flughafen Weeze reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Bedienfehler im Straßenverkehr, die in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen im Umfeld von sensiblen Infrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfen oder Flughäfen geführt haben. Solche Verkehrsflächen sind durch ein hohes Aufkommen an Fußgängern und unübersichtliche Haltezonen geprägt. Der Flughafen Weeze, der primär als operative Basis für Low-Cost-Carrier wie die irische Fluggesellschaft Ryanair dient und ein wichtiges Drehkreuz für den regionalen Flugverkehr im deutsch-niederländischen Grenzraum darstellt, konnte den regulären Flugbetrieb trotz des Unfalls und der laufenden Aufräumarbeiten im Außenbereich ohne Einschränkungen oder Flugverspätungen fortsetzen.
Die polizeilichen Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und zur endgültigen Schadenshöhe dauern an. Das beschädigte Fahrzeug war nicht mehr fahrbereit und musste durch ein Abschleppunternehmen von der Unfallstelle vor dem Terminal entfernt werden. Die zerstörte Glasfront des Terminalgebäudes wurde noch am Abend durch Handwerker und Einsatzkräfte provisorisch mit Holzplatten verschalt und gesichert, um den unbefugten Zutritt zu den Sicherheitsbereichen des Flughafens zu verhindern und den ungestörten Abfertigungsprozess für die anstehenden Flüge der kommenden Tage zu gewährleisten.