Der Verwaltungsrat der Luftfahrtgruppe Air France-KLM hat die Nominierung von Marjan Rintel für eine zweite vierjährige Amtszeit als Präsidentin und CEO von KLM Royal Dutch Airlines bestätigt. Die Entscheidung erfolgte auf Vorschlag des Aufsichtsrats sowie des Konzernchefs Benjamin Smith. Die formelle Bestätigung wird im Rahmen der kommenden Hauptversammlung erwartet, nachdem der Betriebsrat über den Schritt informiert wurde. Rintel, die das Amt im Juli 2022 von Pieter Elbers übernahm, soll die niederländische Fluggesellschaft durch eine Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen führen, um die operative und finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.
Hintergrund der personellen Kontinuität ist ein ambitioniertes Transformationsprogramm, mit dem KLM auf ein schwieriges Marktumfeld reagiert. Die Fluggesellschaft sieht sich in den Niederlanden mit steigenden Standortkosten, massiven Steuererhöhungen im Luftverkehrssektor und Kapazitätsbeschränkungen am Drehkreuz Amsterdam Schiphol konfrontiert. Um die Gewinnmargen zu stabilisieren, hat Rintel Maßnahmen zur Vereinfachung der Organisationsstruktur und zur Senkung der Fixkosten angekündigt. Ein zentraler Aspekt ihrer Strategie ist die verstärkte Einbindung des Vorstands in das operative Tagesgeschäft, um die Zuverlässigkeit des Flugbetriebs nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre wiederherzustellen.
Zusätzliche Wirtschaftsdaten verdeutlichen den Druck auf die Fluggesellschaft: Trotz einer Erholung der Passagierzahlen nach der Pandemie leidet KLM unter überdurchschnittlich hohen Lohnkosten und technischen Engpässen bei der Wartung der Flotte. Das Ziel der Unternehmensführung ist eine deutliche Ergebnisverbesserung, um die im Konzernverbund mit Air France vereinbarten Renditeziele zu erreichen. Benjamin Smith betonte in diesem Zusammenhang, dass die Gruppe KLM künftig verstärkt unterstützen werde, um Synergieeffekte innerhalb des Konzerns – etwa beim gemeinsamen Einkauf von Flugzeugen und Treibstoff sowie bei der Abstimmung der Streckennetze – konsequenter zu nutzen.
Die strategische Neuausrichtung umfasst zudem Investitionen in die Modernisierung der Flotte, wobei die Integration neuer Flugzeugtypen wie des Airbus A321neo eine zentrale Rolle spielt, um die Effizienz pro Sitzplatz zu steigern. Marjan Rintel erklärte, dass die Beschleunigung der Transformation notwendig sei, um in einem wettbewerbsintensiven europäischen Luftraum bestehen zu können. Die Reduzierung der Komplexität innerhalb der Verwaltung und die Optimierung der Bodenprozesse am Heimatflughafen Schiphol gelten dabei als entscheidende Hebel, um die finanzielle Basis des Unternehmens zu stärken und den Wertbeitrag zur Air France-KLM Gruppe zu erhöhen.