Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat pünktlich zur Sommersaison 2026 einen umfangreichen Test von zwölf speziellen Gesichtssonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 und 50+ veröffentlicht.
Die Untersuchung zeigt ein insgesamt positives Bild hinsichtlich der Schutzwirkung: Alle getesteten Produkte hielten die versprochenen UVA- und UVB-Schutzwerte ein und bieten somit bei korrekter Anwendung einen zuverlässigen Schutz vor Sonnenbrand und vorzeitiger Hautalterung. Neun der Präparate erhielten das Testurteil „gut“, während drei Produkte als „durchschnittlich“ eingestuft wurden. Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist die Erkenntnis, dass weder ein hoher Preis noch eine bekannte Marke oder die Bewerbung durch Influencer eine Garantie für überlegene Qualität darstellt.
Besonders erfolgreich schnitten kostengünstige Eigenmarken des Einzelhandels ab. Ein Produkt aus dem Supermarktsegment überzeugte mit einer Bewertung von 64 von 100 Punkten bei einem Preis von lediglich 4,96 Euro pro 50 ml. Als Preis-Leistungs-Sieger in der Kategorie „gut & günstig“ ging das „Sun Kiss Sensitive Sonnenfluid Gesicht & Dekolleté“ von Spar hervor, das für 4,69 Euro pro 50 ml eine hohe Qualität lieferte. Im krassen Gegensatz dazu enttäuschte das teuerste Produkt im Testfeld, die „Lancaster Sun Beauty Mineral Face Cream SPF50“. Trotz eines Preises von 42,00 Euro pro 50 ml erreichte sie im subjektiven Anwendungstest der 30 Testpersonen lediglich ein durchschnittliches Ergebnis bei Kriterien wie Textur, Geruch und Verteilbarkeit auf der Haut.
Die Experten des VKI weisen zudem darauf hin, dass der Kauf spezieller Produkte für das Gesicht aus rein medizinischer Sicht nicht zwingend erforderlich ist. Zwar werben diese Cremes oft mit weniger fettigen Formeln oder zusätzlichen Inhaltsstoffen, doch bieten herkömmliche Sonnencremes für den Körper denselben Schutzgrad. Ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit bleibt die aufgetragene Menge; für das Gesicht wird die Menge eines Teelöffels empfohlen. In Bezug auf die technische Handhabung zeigten sich Unterschiede bei der Restentleerung der Behälter. Während bei einigen Verpackungen erhebliche Mengen im Tiegel oder in der Flasche verbleiben, demonstrierte das System von Eucerin, dass konstruktionsbedingt auch sehr geringe Restmengen möglich sind.
Für die aktuelle Auswertung wurden Langzeittests der Jahre 2024 und 2025 mit neuen Markteinführungen ergänzt, sofern die Rezepturen der älteren Produkte unverändert blieben. Die vollständigen Ergebnisse werden Ende April 2026 in der Fachzeitschrift Konsument veröffentlicht. Kritisiert wurde im Testbericht zudem die weite Verbreitung von Überverpackungen im Kosmetiksektor, die keinen funktionalen Nutzen für den Inhalt bieten. Verbraucher können sich jedoch darauf verlassen, dass der Basisschutz bei allen gängigen Produkten im österreichischen Handel gewährleistet ist, unabhängig davon, ob es sich um Mineralcremes oder klassische Fluids handelt.