Die kanadische Ferienfluggesellschaft Air Transat und die Pilotengewerkschaft Air Line Pilots Association (ALPA) haben sich in letzter Minute auf einen vorläufigen Tarifvertrag geeinigt. Die Einigung sieht höhere Gehälter und verbesserte Arbeitsbedingungen für die mehr als 750 Piloten der in Montreal ansässigen Airline vor und konnte damit einen drohenden Streik in der verkehrsreichen Vorweihnachtszeit abwenden.
Die Vereinbarung wurde erzielt, nachdem die ALPA zuvor eine 72-stündige Streikankündigung ausgesprochen hatte, woraufhin Air Transat bereits mit der Streichung von Flügen begonnen hatte. Sowohl die Airline als auch die Gewerkschaft bestätigten, dass der Flugbetrieb nun zur Normalität zurückkehren werde. Die Gewerkschaft ALPA erklärte, dass der neue Vertrag die Ziele hinsichtlich besserer Arbeitsplatzsicherheit, verbesserter Vergütung und flexiblerer Arbeitszeiten für eine bessere Work-Life-Balance erfülle.
Details der vorläufigen Vereinbarung wurden von beiden Parteien nicht genannt. Air Transat hatte zuvor öffentlich eine Gehaltserhöhung von 59 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren sowie verbesserte Arbeitsbedingungen vorgeschlagen. Die Ratifizierung der Einigung steht noch aus; die mehr als 750 Piloten sollen in den kommenden Tagen über die Annahme der Vereinbarung abstimmen. Die Tarifeinigung bei Air Transat verhindert den zweiten größeren Streik bei einer kanadischen Fluggesellschaft im laufenden Jahr. Im August dieses Jahres hatten Flugbegleiter der Air Canada für vier Tage die Arbeit niedergelegt und damit den Betrieb der größten Fluggesellschaft Kanadas erheblich beeinträchtigt. Der Abschluss bei Air Transat sorgt somit für eine Entspannung der Arbeitsmarktsituation in der kanadischen Luftfahrtindustrie vor den wichtigen Weihnachtsfeiertagen.