Southwest Airlines hat das dritte Quartal 2025 mit einem unerwarteten Gewinn von 54 Millionen US-Dollar abgeschlossen und damit die internen Erwartungen sowie die Prognosen von Analysten übertroffen. Der in Dallas ansässige Carrier meldete am 22. Oktober 2025 nicht nur einen Quartalsgewinn, sondern auch einen Rekordumsatz von 6,9 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen profitierte von einer deutlich gestiegenen Nachfrage, die im frühen Juli einsetzte und sich über das gesamte Quartal hinweg fortsetzte.
Die Ergebnisse werden von der Unternehmensführung als ein klarer Beleg für den Erfolg der tiefgreifenden Transformation gewertet, die Southwest Airlines derzeit durchläuft. Im Zentrum dieser Strategie steht die Einführung neuer Produktmerkmale und die Steigerung der Einnahmen pro Sitzmeile. Trotz branchenweiter Herausforderungen im Inlandsmarkt und eines wettbewerbsintensiven Umfelds blickt Southwest optimistisch in die Zukunft, bekräftigt die jährliche Gewinnprognose und erwartet für das vierte Quartal einen historisch höchsten Quartalsumsatz.
Überraschender Gewinn und Finanzstärke
Der Nettogewinn von 54 Millionen US-Dollar im dritten Quartal, oder 0,10 US-Dollar pro verwässerter Aktie, übertraf die Erwartungen des Marktes, der teilweise von einem Verlust ausgegangen war. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war eine besser als antizipierte Performance bei den Erlösen pro Einheit (Unit Revenues) sowie den Kosten pro Einheit ohne Treibstoff (cost per available seat mile excluding fuel and special items, CASM-X). Die Passagiererlöse erreichten mit 6,3 Milliarden US-Dollar ebenfalls einen Quartalsrekord.
Die Finanzstrategie von Southwest Airlines umfasst neben der Gewinnerzielung auch die Wertschöpfung für die Aktionäre. Im dritten Quartal wurden 439 Millionen US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anteilseigner zurückgezahlt. Darüber hinaus bekräftigt die Fluggesellschaft ihre Jahresprognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 600 bis 800 Millionen US-Dollar. Die Steigerung des freien Cashflows und der Liquidität – das Quartal endete mit 3,0 Milliarden US-Dollar in bar und einer verfügbaren revolvierenden Kreditlinie von 1,5 Milliarden US-Dollar – unterstreichen die finanzielle Robustheit. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDAR liegt mit 2,1 im Zielkorridor des Unternehmens.
Die Transformation der Produktstrategie
Die solide finanzielle Leistung des dritten Quartals ist eng mit den strategischen Initiativen verbunden, die CEO Bob Jordan als die bedeutendste Transformation in der Geschichte von Southwest Airlines bezeichnet. Der traditionell auf ein einfaches Bordprodukt und freie Sitzplatzwahl fokussierte Carrier führt sukzessive neue Produktattribute ein, um neue Kundengruppen zu erschließen und die Einnahmen zu optimieren.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Einführung von zugewiesenen Sitzplätzen und Sitzplätzen mit erweiterter Beinfreiheit (extra legroom seating) für Flüge ab Januar 2026. Das Unternehmen sieht hierin einen entscheidenden Hebel, um den Anteil an Geschäftsreisen zu erhöhen. Schätzungen zufolge liegt der Marktanteil von Southwest im verwalteten Geschäftsreiseverkehr (domestic managed business share) derzeit im mittleren Zehnerbereich und damit unter dem gesamten Kapazitätsanteil. Verbesserungen wie zugewiesene Sitze und mehr Beinfreiheit sollen hier für einen positiven Impuls sorgen.
Die Neuausrichtung des Produkts wird durch eine umfassende Modernisierung der Flotte untermauert. Southwest rüstet seine Flugzeuge mit neuen Kabinendesigns aus, die größere Gepäckfächer, Stromanschlüsse am Sitzplatz und schnelleres W-Lan – das für Rapid Rewards Mitglieder ab Oktober 2025 kostenfrei ist – beinhalten. Darüber hinaus verzeichnet das Rapid Rewards Loyalitätsprogramm ein starkes Wachstum: Die Einnahmen aus dem Programm stiegen im Jahresvergleich um 7 Prozent, und die Neukundenakquise für Co-Branded-Kreditkarten wuchs im zweistelligen Bereich. Diese Produktverbesserungen zielen darauf ab, die Einnahmen je verfügbare Sitzmeile (RASM) zu maximieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Kapazitätsplanung und Flottenmanagement
Im dritten Quartal erhöhte Southwest seine Kapazität um 0,8 Prozent im Jahresvergleich. Ursprünglich war das Wachstum geringer erwartet worden, doch Verzögerungen bei der Umrüstung der älteren Boeing 737-700 Flugzeuge mit Sitzen mit erweiterter Beinfreiheit führten dazu, dass diese Jets länger in Betrieb blieben und somit mehr Kapazität bereitgestellt werden konnte.
Das Flottenmanagement ist von einer deutlichen Dynamik geprägt. Im Quartal nahm die Fluggesellschaft acht neue Boeing 737-8 Flugzeuge in Empfang und musterte 16 Flugzeuge aus, sodass die Gesamtflotte am Ende des Quartals 802 Flugzeuge umfasste. Für das gesamte Jahr 2025 hat Southwest seine Erwartungen an die Lieferungen der Boeing 737-8 von ursprünglich 47 auf 53 Flugzeuge erhöht. Gleichzeitig plant die Airline, 55 ältere Jets, darunter fünf Boeing 737-8 Flugzeuge, stillzulegen. Diese Anpassungen in der Flotten- und Kapazitätsplanung sind strategisch darauf ausgerichtet, das Einnahmenpotenzial zu optimieren. Für das Gesamtjahr 2025 wird eine Kapazitätssteigerung von rund 1,5 Prozent erwartet. Für das vierte Quartal wird sogar eine Kapazitätserhöhung von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, während die Erlöse pro Einheit voraussichtlich um 1 bis 3 Prozent steigen werden. Die Kapitalausgaben für das Jahr 2025 werden trotz der zusätzlichen Flugzeuglieferungen weiterhin im Rahmen von 2,5 bis 3 Milliarden US-Dollar erwartet. Die schnelle Umsetzung von Produktverbesserungen und die disziplinierte Kostenkontrolle sollen im vierten Quartal zu einer erheblichen Margenausweitung führen, wodurch das Unternehmen seine ehrgeizigen Ziele für die Transformation weiter vorantreibt.