Die bekannte Aktivistin und Autorin Waris Dirie feierte am Mittwochabend im Bank Austria Kunstforum Wien ihre Premiere als bildende Künstlerin mit der Vernissage ihrer Ausstellung „Mogadishu Blues“. Die fünftägige Schau gibt einen tiefen Einblick in die bewegte Lebensgeschichte Diries, von ihrer Kindheit in Somalia über die Flucht bis hin zu persönlichen Emotionen und dem Schmerz des Verlustes, ausgedrückt in 29 kraftvollen Acrylgemälden.
Die autodidaktischen Arbeiten Diries beeindrucken durch ihre klare Komposition und einen entschlossenen Pinselstrich. Moderatorin Christine Scheucher von Ö1 hob hervor, daß Diries Malerei sich eindrücklich zwischen Figuration und Abstraktion bewege und jedes Gemälde von Überleben, Identität und Selbstbehauptung erzähle. Dirie selbst erklärte, daß das Werk auf der Leinwand das Ergebnis ihres Lebens sei, das sie mit den Besuchern teilen wolle.
Die ausgestellten Werke stehen nicht zum regulären Verkauf, sondern können im Rahmen einer Spende an die von Waris Dirie gegründete Desert Flower Foundation erworben werden. Diese Stiftung setzt sich weltweit gegen weibliche Genitalverstümmelung ein und fördert Bildungsprojekte. Walter Lutschinger, Direktor der Desert Flower Foundation, betonte die erschütternde Zahl von rund 250 Millionen betroffenen Frauen weltweit und die bereits ins Leben gerufenen acht Schulen der Stiftung.
Die Vernissage zog zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wirtschaft an. Die Ausstellung „Mogadishu Blues“ ist noch bis zum 27. April 2025 im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen, bevor sie auf eine internationale Tournee geht, mit geplanten Stationen in Paris und mehreren deutschen Städten. Waris Dirie, die durch ihre Autobiografie „Wüstenblume“ internationale Bekanntheit erlangte und sich seit Jahrzehnten gegen weibliche Genitalverstümmelung engagiert, präsentiert mit dieser Ausstellung eine neue Facette ihres künstlerischen Ausdrucks.