Airbus A320neo (Foto: Lufthansa).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Wiederaufnahme: Lufthansa fliegt erneut von München nach Riad

Werbung

Die Lufthansa nimmt ab dem 26. Oktober 2025 die Direktflugverbindung zwischen ihrem süddeutschen Drehkreuz München und der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wieder auf. Die Entscheidung, drei wöchentliche Flüge mit einem modernen Airbus A350-900 anzubieten, markiert einen strategischen Schritt der Fluggesellschaft, um von der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung Saudi-Arabiens zu profitieren.

Die Wiederaufnahme der Route, die als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Geschäftsreisen und Reisen in den Nahen Osten erfolgt, spiegelt die Intensivierung der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wider. Die neue Verbindung wird die Vernetzung beider Länder stärken und den Reisenden eine direkte und bequeme Option bieten.

Ein strategisches Comeback: Die historische Dimension der Flugverbindung

Die neu eingeführte Flugstrecke ist keine gänzlich neue Verbindung im Streckennetz der Lufthansa. Vor einigen Jahren, genauer gesagt im Jahre 2020, hatte die deutsche Fluggesellschaft die Flüge nach Riad eingestellt. Die Entscheidung war eine direkte Folge der globalen Reisebeschränkungen und des drastischen Rückgangs der Nachfrage während der weltweiten Pandemie, die den Luftverkehr fast zum Erliegen brachte. Wie viele Fluggesellschaften sah sich auch die Lufthansa gezwungen, unrentable Strecken vorübergehend oder dauerhaft aus ihrem Flugplan zu streichen. Die nun angekündigte Wiederaufnahme der Verbindung von München nach Riad ist somit ein klares Indiz für die Erholung des globalen Luftverkehrs und die steigende Nachfrage, insbesondere auf interkontinentalen Routen.

Die Wahl des Termins am 26. Oktober fällt strategisch mit dem Beginn des Winterflugplans zusammen, einem Zeitpunkt, zu dem Fluggesellschaften traditionell ihr Streckennetz überarbeiten und anpassen. Daß die Lufthansa die Verbindung nach fünf Jahren Pause wieder aufnimmt, zeugt von einem starken Vertrauen in die langfristige Rentabilität der Route und die Entwicklung des saudi-arabischen Marktes. Die Strecke verbindet nicht nur zwei Hauptstädte, sondern auch zwei der wichtigsten Wirtschaftszentren ihrer jeweiligen Regionen.

Riad im Wandel: Vision 2030 als Wachstumsmotor

Die Entscheidung der Lufthansa steht in direktem Zusammenhang mit den weitreichenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Reformen, die in Saudi-Arabien unter dem Dach der Vision 2030 vorangetrieben werden. Unter der Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman zielt dieser Plan darauf ab, die Abhängigkeit des Landes von seinen Öleinnahmen zu verringern und die Wirtschaft zu diversifizieren. Wichtige Säulen dieser Transformation sind die Förderung des Tourismus, die Stärkung des Privatsektors und die Öffnung des Landes für internationale Investitionen. Riad, als das politische und wirtschaftliche Herz des Königreiches, spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle.

Der Anstieg der Geschäftstätigkeit, die zahlreichen Megaprojekte, die im Rahmen der Vision 2030 entstehen, sowie die Bemühungen, das Land für den internationalen Tourismus zu öffnen, haben einen erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Flugverbindungen ausgelöst. Deutsche Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie und Technologie, sind wichtige Partner in Saudi-Arabiens Transformationsprozess. Die neue Direktverbindung von München erleichtert nicht nur Geschäftsreisen, sondern stärkt auch die Handelsbeziehungen und den Austausch von Know-how zwischen den beiden Ländern.

Ein hart umkämpfter Markt: Die Konkurrenz im Luftraum des Nahen Ostens

Die Lufthansa tritt mit der Wiederaufnahme der Verbindung in einen Markt ein, der von starken nationalen und regionalen Fluggesellschaften dominiert wird. Insbesondere die staatliche Fluggesellschaft Saudia sowie die regionalen Schwergewichte Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Qatar Airways aus Katar, die alle über moderne Flotten und breite Streckennetze verfügen, bieten zahlreiche Verbindungen in die Region. Während es bereits Direktflüge von Frankfurt nach Riad gibt, wird die neue Strecke ab München das Angebot für Reisende aus Süddeutschland und den angrenzenden Alpenregionen, einschliesslich Österreich, erheblich verbessern.

Die Lufthansa hat das Rennen um diese Reisenden mit strategischen Entscheidungen aufgenommen. Die Wahl von drei wöchentlichen Flügen ermöglicht es, den Markt zu testen, ohne sofort eine tägliche Verbindung einzurichten. Die Flugzeiten sind ebenfalls auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden zugeschnitten: Der Abflug am späten Abend in München ermöglicht es den Passagieren, einen vollen Arbeitstag zu nutzen, während die Ankunftszeit am frühen Morgen in Riad eine effiziente Nutzung des Folgetages sicherstellt.

Das moderne Arbeitspferd: Die Wahl des Airbus A350-900

Die Entscheidung, den Airbus A350-900 auf dieser Strecke einzusetzen, ist ein weiteres strategisches Signal der Lufthansa. Der A350 gilt als eines der modernsten und effizientesten Langstreckenflugzeuge der Welt. Mit 293 Sitzplätzen in drei Klassen (First, Business und Economy) bietet das Flugzeug eine hochwertige Kabinenausstattung, die sowohl den Ansprüchen von Geschäftsreisenden als auch von Touristen gerecht wird.

Die geräumige und ruhige Kabine, die fortschrittliche Technologie an Bord und die optimierte Passagiererfahrung des A350 machen ihn zu einer attraktiven Wahl für eine Strecke, auf der der Komfort und die Servicequalität entscheidende Wettbewerbsfaktoren sind. Die Wahl dieses Flugzeugtyps unterstreicht das langfristige Engagement der Lufthansa für die Strecke und die Bedeutung, die sie der Verbindung nach Saudi-Arabien beimisst. Es ist eine Investition in die Zukunft, die das Vertrauen der Airline in die dynamische Entwicklung der Region verdeutlicht.

München als Brückenkopf: Die Stärkung des bayerischen Drehkreuzes

Die neue Verbindung stärkt auch die Position des Flughafens München (MUC) als eines der wichtigsten Drehkreuze der Lufthansa und Europas. Während Frankfurt traditionell das Hauptdrehkreuz für interkontinentale Flüge der Lufthansa war, hat München in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Wiederaufnahme der Riad-Verbindung von München aus festigt die Rolle des Flughafens als Gateway für Süddeutschland und Mitteleuropa.

Die Fluggesellschaft zielt damit auf ein breiteres Publikum ab, das nicht den Umweg über Frankfurt in Kauf nehmen muss, und bietet den Passagieren aus der Region eine direkte und bequeme Reiseoption in den Nahen Osten. Für den Flughafen München ist die neue Strecke eine willkommene Ergänzung seines Streckennetzes und ein Zeichen dafür, daß die interkontinentale Vernetzung des Standortes kontinuierlich wächst. Die neue Route erleichtert auch den Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Hightech-Standort Bayern und den wachsenden Industrien Saudi-Arabiens.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung