Boeing 737-800 (Foto: Maarten Visser).
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Wirtschaftlicher Druck zwingt Tway Air zu Personalmaßnahmen

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Die südkoreanische Billigfluggesellschaft Tway Air hat angekündigt, aufgrund der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Monaten Mai und Juni 2026 Teile ihres Kabinenpersonals in unbezahlten Urlaub zu schicken.

Wie aus Branchenkreisen und Berichten der Zeitung „Joongang Ilbo“ hervorgeht, basiert diese Maßnahme auf Freiwilligkeit. Das Unternehmen reagiert damit als erste Fluggesellschaft des Landes mit direkten personellen Konsequenzen auf die geopolitischen Instabilitäten im Nahen Osten und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Verwerfungen auf dem globalen Luftverkehrsmarkt.

Der Hauptgrund für den Sparkurs liegt in den massiv gestiegenen Kerosinpreisen, die infolge des Konflikts zwischen dem Iran und Israel ein kritisches Niveau erreicht haben. Zusätzlich belastet die anhaltende Schwäche des südkoreanischen Won gegenüber dem US-Dollar die Bilanz der Airline erheblich, da Treibstoff und Leasingraten für Flugzeuge international üblicherweise in Dollar abgerechnet werden. Tway Air, die sich derzeit in einer Phase der Langstreckenexpansion befindet und unter anderem Routen nach Europa übernimmt, sieht sich durch diese Kostenexplosion gezwungen, kurzfristige Entlastungen im Bereich der Personalkosten zu schaffen.

Neben Tway Air hat die gesamte südkoreanische Luftfahrtbranche auf Notfallmanagement umgestellt. Marktführer wie Korean Air und Asiana Airlines haben bereits interne Krisenstäbe eingerichtet und die Treibstoffzuschläge für internationale Verbindungen drastisch angehoben. Dies führt zu spürbar höheren Ticketpreisen, was wiederum das Buchungsverhalten der Passagiere auf sensiblen Strecken dämpfen könnte. Analysten beobachten zudem, dass die Airlines ihre Kapazitäten auf unrentablen Nebenstrecken reduzieren, um die operativen Verluste zu minimieren und die Liquidität während der Krise zu sichern.

Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass viele südkoreanische Carrier nach der Pandemie hohe Schuldenlasten tragen und kaum über Puffer für lang anhaltende Hochpreisphasen beim Treibstoff verfügen. Während Tway Air versucht, durch das Angebot des unbezahlten Urlaubs betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wächst der Druck auf die Regierung in Seoul, unterstützende Maßnahmen für den Sektor zu prüfen. Die kommenden Monate gelten als entscheidend für die Stabilität der Billigflieger, da die Kombination aus Währungsrisiko und Energiekosten die Gewinnmargen fast vollständig aufzehrt.

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