Der Billigflieger Wizz Air verzeichnet auf seiner Ende 2023 eingeführten Verbindung zwischen Skopje und Ljubljana eine außerordentlich positive Resonanz. Im Jahr 2025 beförderte die Fluggesellschaft auf dieser Strecke insgesamt 68.060 Passagiere, was einer durchschnittlichen Sitzladequote von beachtlichen 92,9 Prozent entspricht.
Trotz dieses punktuellen Erfolgs sieht das Unternehmen jedoch nur begrenzten Spielraum für eine großflächige Expansion in der slowenischen Hauptstadt. Hintergrund ist das aktuelle staatliche Subventionsmodell Sloweniens, das nach dem Zusammenbruch von Adria Airways und der Pandemie eingeführt wurde, um die Konnektivität des Landes zu stärken. Wizz Air betrachtet die Struktur dieser Anreize als nicht kompatibel mit dem eigenen Geschäftsmodell und sieht derzeit keine Basis für eine profitable Skalierung der Operationen unter den gegebenen Bedingungen.
Die Geschichte von Wizz Air am Standort Ljubljana ist von Beständigkeit und Rückzug gleichermaßen geprägt. Bereits im Jahr 2006 trat der Discounter erstmals in den slowenischen Markt ein, stellte jedoch Verbindungen nach London-Luton und Charleroi nach kurzer Zeit wieder ein. Nach einer Rückkehr im Jahr 2012 hielten sich diese Strecken über ein Jahrzehnt, wurden jedoch bis 2024 sukzessive beendet. Die aktuelle Erfolgsroute nach Skopje basiert auf einem dreijährigen Fördervertrag mit der mazedonischen Regierung, der eine Fortführung der Flüge bis über das Jahr 2026 hinaus vorschreibt. Im Juni 2026 wird zudem eine neue Verbindung nach Podgorica aufgenommen, die ebenfalls durch externe Mittel – in diesem Fall durch die montenegrinische Regierung – subventioniert wird, was die Zurückhaltung gegenüber dem rein slowenischen Fördermodell unterstreicht.
Das slowenische Subventionsprogramm hat bisher gemischte Resultate geliefert. Während Fluggesellschaften wie Luxair, Air Baltic und Iberia Anträge einreichten, zogen sich andere Partner wie Eurowings bereits wieder vom Markt zurück. Der Flughafen Ljubljana verfolgt zwar das strategische Ziel, den Anteil von Billigfluggesellschaften am Gesamtaufkommen von derzeit 20 Prozent auf 30 Prozent zu steigern, muss jedoch gleichzeitig die essenziellen Verbindungen zu großen europäischen Hubs sichern. Da Low-Cost-Carrier diese Drehkreuze seltener bedienen, bleibt die Abhängigkeit von klassischen Netzwerk-Airlines bestehen. Wizz Air fordert unterdessen mehr Klarheit und eine Neuausrichtung der staatlichen Anreize, um ein langfristiges Engagement in Slowenien wirtschaftlich rechtfertigen zu können.
Branchenexperten beobachten die Situation mit Skepsis, da der Wettbewerb in der Region zunimmt. Nach mehreren Treffen zwischen Wizz Air und slowenischen Regierungsvertretern im Frühjahr 2025 konnten bisher keine konkreten Wachstumspläne finalisiert werden. Die Airline betont, dass der Markt zwar Potenzial biete, die Rahmenbedingungen jedoch eine effiziente Kostenstruktur verhindern würden. Solange keine Anpassung des Fördersystems erfolgt, wird sich Wizz Air voraussichtlich auf jene Routen konzentrieren, die durch Drittstaaten abgesichert sind, anstatt eigenständig das Risiko für neue Strecken ab Ljubljana zu übernehmen.