Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air stellt ihr Streckennetz am Albrecht Dürer Airport Nürnberg um und nimmt ab dem 20. Dezember 2026 eine neue Verbindung nach Târgu Mureș in Rumänien auf.
Die Flüge in die zentralrumänische Stadt, die auf Deutsch auch als Neumarkt am Mieresch bekannt ist, werden zweimal wöchentlich an den Verkehrstagen Mittwoch und Sonntag bedient. Der Ticketverkauf für die neue Route wurde Ende August gestartet, um die Nachfrage für den anstehenden Winterflugplan und das Weihnachtsgeschäft abzudecken.
Mit der Aufnahme von Târgu Mureș hält der Nürnberger Flughafen die Zahl seiner rumänischen Direktziele konstant bei fünf Destinationen. Die Neuausrichtung geht allerdings mit Streichungen an anderer Stelle einher: Die bisherige Verbindung nach Timișoara wird Ende September aus dem Programm gestrichen. Parallel dazu nimmt die Airline die Flugverbindung nach Brașov ab Ende Oktober nach einer kurzen betrieblichen Unterbrechung wieder auf. Damit verschiebt Wizz Air seine Kapazitäten im Frankenland stärker in Richtung der östlichen und zentralen Regionen Siebenbürgens.
Das Streckenangebot bedient primär das Segment des VFR-Verkehrs (Visiting Friends and Relatives), da in der Metropolregion Nürnberg zahlreiche Menschen mit familiären Wurzeln in Rumänien leben. Zudem zielt die Strecke auf Städtereisende und Individualtouristen ab, die die Kultur- und Naturregion Siebenbürgen ansteuern. Die Stadt Târgu Mureș gilt durch ihre Lage am Fluss Mureș sowie ihre architektonischen Denkmäler als administratives und kulturelles Zentrum der Region.
Branchenbeobachter verweisen auf die dynamische Kapazitätssteuerung von Low-Cost-Carriern an Sekundärflughäfen. Die rasche Ersetzung von Strecken wie Timișoara durch neue Ziele verdeutlicht, dass Wizz Air Auslastung und Ertragseffizienz auf den einzelnen Routen fortlaufend überprüft. Für den Flughafen Nürnberg bietet die Anpassung zwar eine kontinuierliche Anbindung an den rumänischen Markt, unterstreicht jedoch zugleich die Abhängigkeit regionaler Airport-Standorte von den flexiblen Netzentscheidungen internationaler Billigfluggesellschaften.