Eine Passagiermaschine der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines ist bei der Landung auf dem Regionalflughafen von Mirny in der sibirischen Republik Jakutien über das Ende der Start- und Landebahn hinausgerollt.
Der Vorfall ereignete sich am 30. Juni 2026 am Ende des Inlandsfluges S75241, der am nordsibirischen Drehkreuz Novosibirsk gestartet war. An Bord des zweistrahligen Verkehrsflugzeugs vom Typ Boeing 737-800 befanden sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls 173 Passagiere sowie sechs Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der zuständigen Behörden blieben alle 179 Insassen bei dem Vorfall unverletzt und konnten die Maschine über mobile Treppen verlassen.
Der Vorfall zog umgehend administrative Konsequenzen nach sich. Sowohl die westsibirische als auch die ostsibirische Transportstaatsanwaltschaft haben offizielle Ermittlungen eingeleitet, um eine mögliche Verletzung von Flugsicherheitsvorschriften zu prüfen. Ersten behördlichen Berichten zufolge trug das betroffene Flugzeug mit der Registrierung RA-73359 bei dem Verlassen der asphaltierten Piste strukturelle Schäden davon. Der Flughafen der Diamantenstadt Mirny musste infolge des Zwischenfalls für den gesamten Flugbetrieb vorübergehend gesperrt werden, bis die Bergung der blockierten Maschine abgeschlossen war. Das Unternehmen S7 Airlines suspendierte die Cockpit-Besatzung standardmäßig bis zum Abschluss der Untersuchungen vom Flugdienst.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die Ermittlungen neben den konkreten Wetter- und Bahnbedingungen in Mirny auch technische Faktoren in den Blick nehmen werden. Russische Medien meldeten im Vorfeld, dass die Fluggesellschaft erst vor wenigen Wochen interne Restriktionen erlassen hatte, die es Ersten Offizieren in den Sommermonaten temporär untersagten, Landungen an einem Großteil der Destinationen selbstständig durchzuführen. Der aktuelle Zwischenfall nährt in Fachkreisen Diskussionen über das allgemeine Sicherheitsniveau und den Trainingszustand im russischen Luftfahrtsektor, der seit geraumer Zeit durch den eingeschränkten Zugang zu westlichen Originalersatzteilen und Herstellerschulungen unter veränderten Rahmenbedingungen operieren muss.