Antonow An-26 (Foto: MONUSCO).
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Zwischenfall mit Antonov An-26 in der Demokratischen Republik Kongo –Ermittlungen laufen

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Am 21. Januar 2025 kam es auf dem Flugplatz Kongolo in der Provinz Tanganyika in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) zu einem Zwischenfall mit einem Flugzeug der Air Kasai. Die Antonov An-26 (Registrierung 9S-AYN), die mit einer Ladung Zigaretten von Goma aus gestartet war, konnte bei der Landung nicht innerhalb der vorgesehenen Landebahnbegrenzung zum Stehen kommen. Das Flugzeug landete auf weichem Boden und geriet von der Landebahn ab. Dies führte zu erheblichen Schäden an einem der Triebwerke und zu einem Brand, den jedoch schnelle Hilfe vor Ort verhindern konnte. Glücklicherweise gab es weder unter den Besatzungsmitgliedern noch unter den Anwohnern Verletzte.

Die Antonov An-26, ein sowjetisches Transportflugzeug, das weltweit in vielen Ländern als Frachtflugzeug in Betrieb ist, war am Morgen des 21. Januar auf dem Weg von Goma in der DR Kongo nach Kongolo. Mit einer Ladung Zigaretten an Bord, die einen wichtigen Handelsgutstrom zwischen den beiden Städten darstellt, wollte die Maschine wie gewohnt auf dem regionalen Flugplatz Kongolo landen.

Zeugen und Behördenangaben zufolge überflog das Flugzeug beim Anflug auf die Landebahn das Ende der befestigten Landebahn und kam nicht mehr innerhalb der Begrenzungen zum Stehen. Stattdessen landete es auf weichem Boden, was dazu führte, dass das Flugzeug von der vorgesehenen Landebahn abkam. Der rechte Propeller der An-26 verklemmte sich, was das Triebwerk Nr. 2 erheblich beschädigte. Der Aufprall und die beschädigte Triebwerkskomponente führten zu einem Brand in diesem Triebwerk. Glücklicherweise gelang es den Anwohnern, das Feuer schnell zu löschen und weitere Schäden zu verhindern.

Die genaue Ursache des Vorfalls ist noch unklar. Erste Berichte deuten darauf hin, dass es sich um ein Missgeschick bei der Landung gehandelt haben könnte. Der Verwalter des Kongolo-Territoriums, Jean-Paul Ngongo Mboka Miba, gab an, dass er über den Vorfall informiert wurde und dass unverzüglich Maßnahmen ergriffen wurden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und Air Kasai, die Fluggesellschaft, hat bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Folgen und Reaktionen

Obwohl der Vorfall zu erheblichen Schäden am Flugzeug führte, gab es glücklicherweise keine Personenschäden. Die Besatzung der Antonov An-26 blieb unverletzt, ebenso wie die Menschen am Boden. Dies ist ein positives Ergebnis angesichts der Tatsache, dass Flugzeugbrände in der Regel ernsthafte Gefahren für Leben und Gesundheit mit sich bringen.

Die schnelle Reaktion der Anwohner, die das Feuer löschten, verhinderte eine noch weitaus größere Katastrophe. In vielen ländlichen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo, wie auch im Fall des Kongolo-Flughafens, gibt es oft keine ausreichende Infrastruktur und keine Feuerwehr, die im Falle eines Zwischenfalls schnell eingreifen könnte. Daher spielen die Anwohner in solchen Situationen eine entscheidende Rolle bei der Schadensbegrenzung.

Trotz des Vorfalls zeigte sich die Fluggesellschaft Air Kasai bisher noch nicht öffentlich zu den Ursachen oder den nächsten Schritten. Es bleibt abzuwarten, ob die Airline nach Abschluss der Untersuchung Maßnahmen ergreifen wird, um sicherzustellen, dass ein solcher Vorfall nicht erneut auftritt. Auch die zuständigen Luftfahrtbehörden der Demokratischen Republik Kongo haben sich bislang nicht öffentlich zu den Ermittlungen geäußert.

Hintergrund: Antonov An-26 und Air Kasai

Die Antonov An-26 ist ein zweimotoriges Transportflugzeug, das ursprünglich in den 1960er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde und vor allem für Kurz- und Mittelstreckenflüge eingesetzt wird. Dank seiner robusten Bauweise und der Fähigkeit, auch auf unbefestigten Pisten zu landen, ist die An-26 in vielen Entwicklungsländern nach wie vor ein gängiges Flugzeug, insbesondere für Frachtflüge in abgelegene Regionen. Allerdings ist das Modell inzwischen über 50 Jahre alt, was in Bezug auf Wartung und Sicherheit gewisse Herausforderungen mit sich bringt.

Air Kasai ist eine Fluggesellschaft mit Sitz in der Demokratischen Republik Kongo, die auf den regionalen Luftverkehr spezialisiert ist und unter anderem Frachtflüge zwischen den großen Städten des Landes sowie benachbarten Regionen durchführt. Die Airline bedient viele abgelegene Gebirgspisten, die von größeren Fluggesellschaften nicht bedient werden. Dabei sind Flugzeuge wie die Antonov An-26 ein unverzichtbarer Bestandteil der Flotte. In den letzten Jahren hat die Fluggesellschaft mit Herausforderungen bei der Wartung ihrer Flugzeuge zu kämpfen gehabt, was in Verbindung mit der schwierigen Infrastruktur des Landes die Sicherheit der Flüge beeinträchtigen könnte.

Reaktionen und Konsequenzen für die Luftfahrtindustrie der DR Kongo

Der Vorfall vom 21. Januar 2025 könnte weitreichende Konsequenzen für die Luftfahrtindustrie in der Demokratischen Republik Kongo haben. In einem Land, das mit einer schwachen Infrastruktur und einer begrenzten Anzahl von Luftfahrteinrichtungen zu kämpfen hat, sind Vorfälle wie dieser ein weiteres Indiz für die Notwendigkeit, die Sicherheitsstandards und die Instandhaltungspraktiken zu verbessern.

Unabhängig von den genauen Ursachen des Vorfalls könnte dieser Zwischenfall den Druck auf die Luftfahrtbehörden des Landes erhöhen, strengere Vorschriften zu erlassen, um sicherzustellen, dass Fluggesellschaften wie Air Kasai die erforderlichen Wartungsstandards einhalten und die Sicherheit von Passagieren und Fracht gewährleistet bleibt. Zudem könnte es zu einem verstärkten internationalen Augenmerk auf die Fluggesellschaften der Region kommen, insbesondere im Hinblick auf ihre Sicherheitsstandards und die Verwendung älterer Flugzeuge.

Obwohl der Zwischenfall mit der Antonov An-26 der Air Kasai glimpflich endete, wirft er dennoch Fragen zur Sicherheit und den Instandhaltungsstandards im Flugverkehr der Demokratischen Republik Kongo auf. Der Vorfall könnte eine Gelegenheit bieten, die Sicherheit auf regionalen Flughäfen und bei kleineren Fluggesellschaften zu verbessern, doch es bleibt abzuwarten, wie die zuständigen Behörden und die Fluggesellschaften auf die Untersuchungen reagieren werden.

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