128 Boeing 777-200 müssen am Boden bleiben

Foto: Broomfield Police
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128 Boeing 777-200 müssen am Boden bleiben

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Die Fehlfunktion des PW400-112-Triebwerks einer von United Airlines betriebenen Boeing 777-200 hat nun ein Nachspiel. Mehrere Länder haben ein temporäres Flugverbot für dieses Muster mit diesem Antrieb angeordnet. Die FAA verlangt, dass die betroffenen Maschinen umfangreich überprüft werden.

Boeing erklärt, dass insgesamt 128 Maschinen betroffen sind. Demnach soll United Airlines der einzige Betreiber in den Vereinigten Staaten sein. Weitere Maschinen sind unter anderem in Südkorea und Japan im Einsatz. Als erster Staat verhängte das Vereinigte Königreich ein Flugverbot für Boeing 777-200 mit PW4000-Triebwerken. Die FAA verlangt, dass die Maschinen bis zum Abschluss einer außerplanmäßigen Überprüfung am Boden bleiben.

Hintergrund ist, dass am Samstag eine Fehlfunktion am rechten Triebwerk einer von United Airlines betriebenen 777-200 aufgetreten ist. Dabei wurden Feuer gesichtet und Teile gingen zu Boden. Am Boden entstand bloßer Sachschaden. Verletzte gab es keine, die Maschine konnte sicher in Denver landen.

Die U.S.-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA verlangt, dass die mit PW4000-Triebwerken bestückten Boeing 777-200 auf ihre Flugtauglichkeit überprüft werden müssen. Erste Erkenntnisse der Unfalluntersuchung zeigen, „dass die Inspektionsintervalle für die hohlen Lüfterflügel erhöht werden sollten, die einzigartig für dieses Triebwerksmodell sind und nur beim Typ 777 verbaut werden“. FAA-Chef Steve Dickson sagte weiters, dass zwei Lüfterflügen gebrochen sind und sich so Verkleidungsteile lösen konnten.

69 aktive Maschinen betroffen

Von den 128 Maschinen, die nun überprüft werden müssen, sind nur 69 Stück im aktiven Dienst. Die verbleibenden 59 Exemplare sind aufgrund der Corona-Pandemie schon länger abgestellt. United Airlines teilte mit, dass die 56 betroffenen Flugzeuge unverzüglich zum Zweck der Überprüfung stillgelegt wurden.

Japan Airlines und ANA erhielten seitens der japanischen Luftfahrtbehörde die Anweisung, dass insgesamt 32 Boeing 777-200 unverzüglich außer Betrieb genommen werden. Diese sollen nun durch technisches Personal umfangreich unter die Lupe genommen werden. In Japan ist man sehr hellhörig, denn im Dezember 2020 ereignete sich bei Japan Airlines ein ähnlicher Vorfall mit einer B777-200: Am linken Triebwerk brachen Lüfterflügel. Die Maschine konnte umkehren und sicher landen. Die japanische Behörde vermutet, dass es sich um ein generelles Problem mit dem PW-4000-Triebwerk handeln könnte.

Asiana Airlines erklärte, man die sieben betriebsbereiten Boeing 777-200 mit PW-4000-Antrieb temporär nicht mehr einsetzen wird. Korean Air sagt, dass zehn weitere Exemplare bereits seit einiger Zeit aufgrund der Corona-Pandemie eingelagert sind. Jene sechs, die man in Betrieb hat, sollen bis auf weiteres am Boden bleiben.

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Redakteur dieses Artikels:

René Steuer ist Redakteur bei Aviation.Direct und insbesondere auf Tourismus und Regionalluftfahrt spezialisiert. Zuvor war er unter anderem für AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig.

rene.steuer@aviation.direct

Über den Redakteur

René Steuer ist Redakteur bei Aviation.Direct und insbesondere auf Tourismus und Regionalluftfahrt spezialisiert. Zuvor war er unter anderem für AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig.

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