Am 13. Oktober 2026 haben das Wirtschaftsministerium und das Mobilitätsministerium gemeinsam den 13. Tourismus-Mobilitätstag im Casino Velden am Wörthersee veranstaltet.
Unter dem Titel „Regionen in Bewegung – Mobilität und Tourismus gemeinsam gestalten“ berieten rund 175 Branchenvertreter aus Ministerien, Landesverwaltungen, Verkehrsverbünden und Tourismusorganisationen über praxistaugliche Konzepte zur Anreise und Feinverteilung in Urlaubsregionen. Im Zentrum der Fachtagung standen die Abstimmung zwischen Bahn- und Nahverkehrsangeboten, der Ausbau barrierefreier Reiseketten sowie partizipative Modelle zur Besucherlenkung.
In den Diskussionsrunden betonten Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Mobilitätsminister Peter Hanke die Bedeutung einer durchgängigen Erreichbarkeit regionaler Zielgebiete. Eine Vernetzung von öffentlichem Linienverkehr, Carsharing-Modellen und Mikromobilität soll sowohl die lokale Wertschöpfung steigern als auch den Individualverkehr in stark frequentierten Regionen entlasten. Besondere Relevanz besaß zudem das Thema Barrierefreiheit, zu dem Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Bundesländern vorgestellt wurden.
Ein zentrales Praxisbeispiel lieferte das Gastland Kärnten: Landesrat Sebastian Schuschnig verwies auf die anstehende Kärntner Tourismusreform, im Rahmen derer ab dem 1. November 2026 die Nutzung des gesamten öffentlichen Nah- und Fernverkehrs im Bundesland für Inhaber der digitalen Gästekarte kostenfrei wird. Finanziert wird dieses Angebot über eine Anhebung der lokalen Aufenthaltsabgabe von 2,70 Euro auf 4,50 Euro pro Nacht, von der 90 Cent direkt in den Ausbau der regionalen Mobilitätsinfrastruktur fließen.
Verkehrs- und Tourismusanalysten bewerten branchenübergreifende Initiativen wie den Tourismus-Mobilitätstag als notwendig, um die Zugänglichkeit ländlicher Regionen ohne eigenen Pkw-Einsatz zu verbessern. Allerdings erfordern umlagefinanzierte Fahrscheinmodelle eine strikte digitale Abwicklung über die Beherbergungsbetriebe sowie eine kontinuierliche Kapazitätsanpassung auf den Hauptlinien, um Überlastungen zu Spitzenzeiten zu vermeiden.