Oktober 5, 2020

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Oktober 5, 2020

Corona: Reisen auf Risiko

In der größten Luftfahrtkrise der Geschichte hat sich eines gezeigt: Brennt die Hütte, haben Konsumenten oft das Nachsehen. Wird eine Flugreise annulliert, so haben die Passagiere einen gesetzlichen Anspruch auf die Erstattung der gesamten Ticketkosten. Nicht nur das. Die Fluggesellschaft muss das Geld innerhalb der gesetzlichen Frist – in der Regel eine Woche – überweisen. So weit so gut. Doch in der Praxis zeigt sich: Diese sieben Tage haben sich bestenfalls als theoretischer Wert erwiesen. „An die gesetzliche Frist hat sich keine einzige Airline gehalten“, so Ulrike Weiß, Konsumentenschützer bei der Arbeiterkammer Oberösterreich. Dieses unrechtmäßige Verhalten könne man auch bei den großen Airlines – allen voran die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die heimische Austrian Airlines gehört – beobachten. Ärgerlich, denkt man an die hohen Summen an Hilfsgelder, die zugeflossen sind. Auch die jeweiligen Regierungen würden in der Hinsicht wenig bis gar keine Kooperationsbereitschaft zeigen. Zumal die Staatshilfen keinerlei Verpflichtungen vorsahen, den Fluggästen ihre verfallenen Tickets zu erstatten. Doch nicht nur Airlines enttäuschten in diesem Punkt. Auch bei Online-Reservierungen über Vergleichs- und Buchungsportale kam es zu Komplikationen. Und das zulasten der Verbraucher. Es sei sogar der Eindruck erweckt worden, dass viele Unternehmen angesichts der Probleme bewusst untergetaucht seien, so die AK-Konsumentenschützerin. So seien E-Mail-Adressen gelöscht und sogar eingeschriebene Briefe der betroffenen Kunden von den Onlineportalen an die Absender retourniert worden, wie es in der Online-Ausgabe des ORF heißt. Diese Portale sind somit nicht mehr erreichbar – auch nicht für die Arbeiterkammer. In solchen Fällen scheint es fast unmöglich, an das eigene Geld

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KLU-Chef Nils Witt: „Die Luftverkehrswirtschaft hat eine unverzichtbare Bedeutung“

Seit einigen Wochen ist Nils Witt alleiniger Geschäftsführer des Klagenfurter Flughafens, der von der Coronakrise ebenfalls hart getroffen wurde. Temporär musste der Airport die Betriebszeiten stark einschränken, da das Linienflugangebot nur sehr spärlich war. Die Business Aviation kritisierte diesen Schritt. Im zweiten Teil der Mini-Serie spricht Aviation.Direct mit Nils Witt über Maßnahmen, die nun gesetzt werden müssen, um der Luftfahrt das Überleben ermöglichen zu können. Auch gibt der Manager einen Einblick in die schwierige Zeit des Lockdowns und ist davon überzeugt, dass der Flughafen Klagenfurt die Krise gestärkt meisten wird. Zum Nachlesen: Im ersten Teil der Miniserie sprach Aviation.Direct mit Salzburg-Chefin Bettina Ganghofer. Aviation.Direct: Welche Schritte müssen Regierungen und die EU setzen, um der Luftfahrt- und Touristikbranche das Überleben und Comeback ermöglichen zu können?Nils Witt: Der österreichischen Luftverkehrswirtschaft kommt – und das natürlich nicht nur in Bezug auf touristische Aspekte – eine unverzichtbare infrastrukturelle Bedeutung zu. Die COVID-19 Pandemie hat existentielle Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette dieses Sektors, vor allem auch auf Flughäfen, die ein integraler Bestandteil der Prozessketten von Privat- als auch Geschäftsreisen sind. Aus unserer Sicht wäre es notwendig, das Thema der Reisebeschränkungen auf EU-Ebene zu vereinheitlichen, um ein gewisses Maß an Planbarkeit für Reisende, Fluggesellschaften und damit auch Flughäfen wiederherzustellen. Die derzeitige Situation führt zu einer massiven Verunsicherung in Herkunfts- als auch Quellmärkten. Weitere Maßnahmen, wie auch bereits z.B. vom ÖLFV dargelegt, sollten u.a. eine verlängerte Aussetzung der sogenannten Slot-Regelung oder auch zielgerichtete finanzielle Unterstützungsmaßnahmen auf regionaler, nationaler und EU-Ebene beinhalten, um den Wiederaufbau der österreichischen und

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FTI legt Charterflüge mit Holiday Europe auf

Der deutsche Reiseveranstalter FTI bietet in der Wintersaison 2020/21 ein deutlich reduziertes Programm an. Allerdings setzt man auch auf eigene Charterflüge ab Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig/Halle in Richtung der kanarischen Inseln. Diese sollen mit flexiblen Stornobedingungen angeboten werden, erklärte Geschäftsführer Ralph Schiller. Ab den zuvor genannten deutschen Airports will FTI jeweils einmal pro Woche Charterflüge nach Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura anbieten. Eigenen Angaben nach handelt es sich um das umfangreichste Kanaren-Flugprogramm in der Unternehmensgeschichte. Die Verbindungen sollen überwiegend während der Weihnachtsferien angeboten werden. Ebenfalls geplant sind Nonstop-Charterflüge nach Salalah im Oman. Diese werden ab Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig angeboten. Operativer Partner für sämtliche Charterflüge ist die bulgarische Fluggesellschaft Holiday Europe, an der die türkische Onur Air mit 49 Prozent beteiligt ist. Möglicherweise könnte die Charterfluggesellschaft auch für weitere Ziele beauftragt werden. Der FTI-Geschäftsführer nennt dabei: Hurghada, Marsa Alam und Sharm el Sheik an Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig/Halle sowie Agadir und Dubai. FTI bietet allen Reisenden, die bis 31. Oktober 2020 buchen, an, dass bis 14 Tage vor Abreise kostenfrei bei voller Erstattung storniert werden kann. Der Reisezeitraum erstreckt sich bis Oktober 2021.

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Schauinsland-Reisen mit 63 Prozent weniger Umsatz

Der deutsche Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen startete mit einem 40-prozentigen Plus in das Geschäftsjahr 2019/20, doch dann kam Corona. Der Umsatz ging um 63 Prozent auf 511 Millionen Euro zurück. Auch verzeichnete man um 68 Prozent weniger Reiseteilnehmer. Laut Unternehmensmitteilung zählte man rund 529.000 zahlende Kunden. Der Tour-Operator erklärt, dass man die Belastungen und Folgen der Corona-Pandemie „überdurchschnittlich gut“ weggesteckt habe und sieht sich für das touristische Comeback im Jahr 2021 gut aufgestellt. „Wir haben uns bewusst und mit unternehmerischem Weitblick dazu entschlossen auch in dieser extrem schwierigen Phase bestmöglich für unsere Partner und Kunden erreichbar zu sein und uns zu kümmern. Dies ist uns aufgrund des großen Volumens von bis zu 10.000 E-Mail- und 3.000 Telefonanfragen täglich nicht immer vollumfänglich gelungen, aber die positiven Rückmeldungen unserer Vertriebspartner und Kunden machen deutlich, dass unser Engagement und das Invest in langfristige Kundenbeziehungen gewürdigt wird“, so Gerald Kassner, Geschäftsführer von Schauinsland-Reisen. „Die Umsatz- und Teilnehmerzahlen sind dramatisch eingebrochen, da gibt es nichts zu beschönigen. Aber es wird eine Zeit nach der Krise geben. Eine Zeit, in der Grundbedürfnis nach Urlaub und Erholung wieder gestillt werden will und hier werden sich die Vertriebspartner und Kunden sehr wohl daran erinnern, wer erreichbar war und sich gekümmert hat. Hier können und werden wir punkten“. Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 gibt das Unternehmen nicht ab. Besonders herausfordernd wird das Wintergeschäft werden. Beliebte Fernziele wie die Dominikanische Republik, Thailand oder die Malediven können noch immer nicht bereist werden und auch für Destinationen auf der Mittelstrecke wie die Kanaren

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ANA fliegt Fracht mit Dreamlinern nach Brüssel

Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways wird am 13. Oktober 2020 nach Brüssel zurückkehren. Fluggäste werden allerdings in den Maschinen des Typs Boeing 787 nicht befördert. Zunächst werden Paletten und sonstige Fracht transportiert, wie der Flughafen Brüssel mitteilte. Die Cargo-Route, auf der adaptiere Passagierflugzeuge zum Einsatz kommen werden, soll an den Verkehrstagen Mittwoch, Donnerstag und Samstag bedient werden. ANA nutzt für die Brüssel-Route den japanischen Flughafen Narita. Der belgische Airport hofft, dass All Nippon Airways möglichst bald die Passagierflüge wieder aufnimmt.

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Emirates kehrt nach Hamburg und Düsseldorf zurück

Golfcarrier Emirates Airline kündigt die Rückkehr auf die deutschen Flughäfen Hamburg und Düsseldorf an. Diese sollen ab 1. November 2020 jeweils zweimal pro Woche ab Dubai angeflogen werden. Als Fluggerät sind Maschinen des Typs Boeing 777-300ER geplant. „Wir freuen uns sehr, Düsseldorf und Hamburg wieder anzufliegen, neben unseren bereits wiederaufgenommenen Verbindungen ab Frankfurt und München. Wir bedienen somit wieder alle unsere vier Abflughäfen in Deutschland und bieten Reisenden sichere und erweiterte globale Konnektivität mit einem effizienten Zwischenstopp in Dubai“, so Volker Greiner, Emirates Vice President North & Central Europe. Emirates erweitert sein internationales Streckennetz zudem mit der Wiederaufnahme von Flügen nach Budapest (ab 21. Oktober), Bologna (1. November) und Lyon (4. November). Die Fluggesellschaft bedient somit 99 Ziele weltweit.

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FDP will Leipzig den Beinamen Hans-Dietrich Genscher geben

Geht es nach der FDP-Landesgruppe Sachsen, so könnte der Flughafen Leipzig/Halle schon bald einen Beinamen bekommen: Hans-Dietrich Genscher. Als Argument wird angeführt, dass andere Flughäfen nach ehemaligen SPD- bzw. CDU-Spitzenpolitikern benannt sind. Die Liste der ehemaligen Funktionsträger, zu deren Ehren deutsche Airports benannt sind, ist lang: Konrad Adenauer (Köln/Bonn), Helmut Schmidt (Hamburg), Franz Josef Strauß (München), Manfred Rommel (Stuttgart), Hans Koschnick (Bremen) und so weiter. Der Flughafen Berlin-Brandenburg trägt den Beinamen Willy Brandt. Die sächsische FDP richtet nun an die Landesregierung die Forderung, dass der Airport Leipzig/Halle künftig den Beinamen Hans-Dietrich Genscher tragen soll. Dabei verweist man auch auf den regionalen Bezug, denn der im Jahr 2016 verstorbene Politiker ist in Reideburg (Stadt Halle an der Saale) geboren und studierte in Leipzig. In der Bundesrepublik Deutschland fungierte Genscher unter verschiedenen Bundeskanzlern als Außenminister und war zeitweise auch Vizekanzler. Die FDP verweist auch auf seine Rolle in der deutschen Geschichte, insbesondere im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung.

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