Wochen- und monatelang haben die meisten Reiseveranstalter in Abrede gestellt, dass es in dieser Saison attraktive Last-Minute-Angebote geben wird. Die Buchungslage wäre dermaßen gut, dass man dies nicht notwendig habe, deutete der eine oder andere Firmenchef an. Wenig überraschend: Es kommt anders, denn Alltours prescht nun offensiv mit Last-Minute-Angeboten vor. Fluggesellschaften, Tour Operators, Bahn- und Busfirmen haben ein großes Interesse daran, dass Reisende möglichst früh buchen. Man lockt mit vermeintlichen Preisvorteilen, jedoch liegen die Vorteile der frühzeitigen Buchungen eher auf der Seite der Anbieter. Man hat Planungssicherheit, denn frühzeitig lässt sich abschätzen welche Destinationen mangels Nachfrage aus dem Programm genommen werden müssen und welche im Gegenzug aufgestockt werden sollten. Bei Pauschalreisen spielt die Zahlung eine untergeordnete Rolle, da im Gegensatz zu Flug-, Bahn-, Bus- und Schiffstickets diese im Regelfall nicht sofort bei Buchung vollständig bezahlt werden müssen, sondern zunächst eine Anzahlung kassiert wird und der Rest einige Wochen vor der Abreise zu überweisen ist bzw. abgebucht wird. Bei Verkehrsunternehmen spielt das Geld aber eine sehr große Rolle, denn man schafft sich in gewisser Weise mit „zinslosen Krediten der Kunden“ mehr Liquidität. Bekanntermaßen fließt das Geld in die andere Richtung, beispielsweise bei Flugstreichungen, äußerst langsam und zäh. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass viele Passagiere aufgrund der unklaren Lage was sich die Politik wieder für sinn- und nutzlose Reisebeschränkungen und Schikanen einfallen lässt, wenn überhaupt äußerst kurzfristig gebucht haben. Für die Touristik- und Verkehrsbranche war dies durchaus ein Problem, denn nicht nur Einnahmen kamen sehr spät (oder manchmal auch gar nicht),