
Ostern in Kroatien: Zwischen jahrhundertealter Tradition und kultureller Identität
In Kroatien ist Ostern weit mehr als ein kirchlicher Feiertag – es ist ein Ausdruck gelebter Kultur, religiöser Verwurzelung und familiärer Gemeinschaft. Besonders in der Region Dalmatien und auf den Inseln der Adria ist das Osterfest mit einer Vielzahl von Bräuchen verbunden, die teilweise seit Jahrhunderten gepflegt werden. Diese Traditionen verbinden das Religiöse mit dem Alltäglichen, das Gemeinschaftliche mit dem Spirituellen – und bieten Reisenden zugleich tiefe Einblicke in eine einzigartige kulturelle Welt. Während die Temperaturen im Frühjahr bereits angenehm mild sind und die Natur in voller Blüte steht, entfaltet sich in den Städten, Dörfern und Kirchen des Landes eine feierliche Atmosphäre, die von tiefer Symbolik, historischen Ritualen und festlichem Miteinander geprägt ist. Palmsonntag: Symbolischer Auftakt der Osterwoche Die Osterzeit beginnt in Kroatien mit dem Palmsonntag, der vielerorts als der erste bedeutende Festtag der heiligen Woche betrachtet wird. Ein besonders eindrucksvoller Brauch ist das „Umivanje u cvijeću“ – das Waschen mit Blütenwasser. Dabei sammeln Gläubige am Samstag vor Palmsonntag Frühlingsblumen wie Schleierkraut oder Veilchen, legen diese in eine Schale mit Wasser und waschen sich am Sonntagmorgen damit. Die symbolische Handlung steht für eine Reinigung von Körper und Geist und markiert zugleich den Übergang vom Winter zum Frühling. Zentral für den Palmsonntag ist auch die Segnung von Oliven- oder Palmzweigen, die in den Kirchen an Gläubige verteilt werden. Diese Zweige, oftmals kunstvoll geflochten, werden in vielen Haushalten an Bilderrahmen oder Türrahmen angebracht und gelten als Schutzsymbol. In Süddalmatien, etwa in der Region rund um Dubrovnik, bringen Kinder die traditionellen „Pome“ –




