Januar 28, 2026

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Januar 28, 2026

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien besiegelt

In einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und protektionistischer Tendenzen haben die Europäische Union und die Republik Indien einen historischen Durchbruch erzielt. Nach jahrelangen, teils unterbrochenen Verhandlungen verkündeten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der indische Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi den erfolgreichen Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens. Diese Vereinbarung schafft eine der weltweit größten Freihandelszonen und zielt darauf ab, die wirtschaftliche Verflechtung zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Demokratien der Welt auf eine völlig neue Ebene zu heben. Ein zentrales Element des Abkommens ist der weitgehende Wegfall von Importzöllen, was insbesondere der hochtechnologisierten europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie neue Exportchancen eröffnet. Angesichts der restriktiven Handelspolitik der Vereinigten Staaten und der wachsenden wirtschaftlichen Dominanz Chinas fungiert dieser Vertrag nicht nur als wirtschaftlicher Motor, sondern auch als strategisches Signal für die Stärkung multilateraler Handelsbeziehungen. Strategische Vorteile für die europäische Luftfahrtindustrie Für europäische Industriegiganten wie Airbus stellt der indische Markt die derzeit wichtigste Wachstumsregion weltweit dar. Bisher belastete Indien Importe von Flugzeugen und Raumfahrtgütern mit einem Regelsatz von elf Prozent. Diese Barriere fällt nun für fast alle relevanten Produktgruppen weg. Branchenanalysten prognostizieren, dass Indien in den kommenden zwei Jahrzehnten einen Bedarf von mehr als 2.000 neuen Verkehrsflugzeugen haben wird, um die rasant steigende Nachfrage im Inlandsluftverkehr zu decken. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von knapp neun Prozent übertrifft Indien jedes andere Land in diesem Sektor. Im Jahr 2024 exportierte die europäische Luftfahrtbranche bereits Waren im Wert von 6,4 Milliarden Euro nach Indien. Durch den Wegfall der Zölle wird erwartet, dass europäische Produkte gegenüber der US-Konkurrenz, die unter den

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Southwest Airlines beendet Ära der freien Sitzplatzwahl

Mit 27. Jänner 2026 vollzog die US-amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines eine der bedeutendsten operativen Veränderungen in ihrer über 50-jährigen Konzerngeschichte. Die traditionsreiche Politik der freien Sitzplatzwahl, das sogenannte Open Seating, wurde offiziell eingestellt und durch ein System fester Sitzplatzreservierungen ersetzt. Der historische Übergang fand seinen Abschluss mit dem Flug 1791 von Honolulu nach Los Angeles, welcher als letzte Maschine unter dem alten Boarding-Modell abhob. Für alle nachfolgenden Flüge weltweit gilt fortan das neue Zuweisungssystem. Diese Entscheidung markiert das Ende eines jahrzehntelangen Alleinstellungsmerkmals, das die Identität der Airline im US-amerikanischen Binnenmarkt maßgeblich prägte, aber auch zunehmend für Kontroversen unter den Reisenden sorgte. Mit der Einführung von festen Plätzen, verschiedenen Sitzkategorien mit zusätzlicher Beinfreiheit und einem strukturierten Boarding-Prozess passt sich Southwest den Branchenstandards der großen Netzwerk-Carrier an. Ziel dieser Maßnahme ist eine umfassende Modernisierung des Produkts sowie die Erschließung neuer Erlösquellen durch die Monetarisierung begehrter Plätze in der Kabine. Das Ende einer polarisierenden Tradition Seit der Gründung von Southwest Airlines im Jahr 1971 war das Prinzip wer zuerst kommt, mahlt zuerst fester Bestandteil des Reiseerlebnisses. Passagiere erhielten beim Check-in lediglich eine Boarding-Gruppe und eine Nummer, die die Reihenfolge beim Betreten des Flugzeugs festlegte. Im Inneren der Maschine herrschte dann freie Wahl. Dieses System belohnte versierte Vielflieger, die die Boarding-Strategien perfektioniert hatten, stieß jedoch bei Gelegenheitsreisenden und Familien oft auf Ablehnung. Die Unsicherheit darüber, ob man zusammenhängende Plätze finden würde, führte häufig zu Stressmomenten am Flugsteig, die in den USA scherzhaft als cattle call (Viehtrieb) bezeichnet wurden. Analysen des Passagierverhaltens zeigten in den

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Management Buy-out bei ISS Ground Services

Die österreichische Luftfahrtbranche verzeichnet zum Jahresbeginn 2026 eine strukturelle Veränderung im Bereich der Bodendienstleistungen. Die ISS Österreich, langjähriger Marktführer für integrierte Facility Services, hat ihr gesamtes Aviation-Geschäft im Rahmen eines Management-Buy-outs an den bisherigen Direktor David Hiersche übertragen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 firmiert das Unternehmen nun unter dem Namen Peryton Aviation Services GmbH. Dieser Schritt markiert das Ende einer fast dreißigjährigen Ära, in der ISS die Bodenabfertigung und Reinigung an österreichischen Flughäfen maßgeblich mitgeprägt hat. Der Eigentumsübergang umfasst das gesamte Spektrum der Dienstleistungen, von der Flugzeug- und Unterhaltsreinigung bis hin zu spezialisierten Passagierdiensten, Dokumentenkontrollen und Sicherheitsdienstleistungen. Für die rund 400 betroffenen Mitarbeiter sowie die zahlreichen Partnerairlines bedeutet dieser Wechsel primär personelle und operative Kontinuität, da die Führungsebene identisch bleibt, während sich ISS Österreich künftig verstärkt auf das technische Gebäudemanagement und die Industriehotellerie konzentrieren will. Operative Exzellenz und Sicherheitsstandards im Luftverkehr Das Geschäftsumfeld an Flughäfen unterscheidet sich fundamental von klassischen Reinigungsdienstleistungen in Bürogebäuden. Zeitdruck, komplexe Sicherheitsüberprüfungen und die Notwendigkeit einer Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit definieren den Alltag der Bodenabfertigung. Erich Steinreiber, CEO von ISS Österreich, begründet die Entscheidung zum Verkauf mit der spezifischen Dynamik dieses Sektors. Die hohen Anforderungen an Prozesse und Verlässlichkeit erfordern eine spezialisierte Führung, die sich vollumfänglich auf die Besonderheiten des Flugbetriebs konzentrieren kann. Durch das Management-Buy-out wird sichergestellt, dass das gewonnene Know-how der letzten Jahrzehnte nicht verloren geht. David Hiersche, der seit 2009 im Konzern tätig ist und die Sparte seit 13 Jahren als Geschäftsführer leitete, übernimmt mit der Peryton Aviation Services GmbH ein eingespieltes Team. Die strategische

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Deutschland: Interkontinentaler Sektor treibt Markterholung voran

Die deutschen Flughäfen weisen zum Abschluss des Jahres 2025 eine deutliche Stabilisierung auf, wobei sich die verschiedenen Marktsegmente mit unterschiedlicher Dynamik entwickeln. Im Dezember wurden an den hiesigen Standorten insgesamt 15,52 Millionen an- und abfliegende Passagiere registriert. Während dieser Wert im Vergleich zum Vormonat November saisonal bedingt leicht um etwa 324.000 Reisende sank, liegt das Aufkommen um 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Ein zentraler Aspekt der aktuellen Marktanalyse ist die Annäherung an das Vorkrisenniveau von 2019, das im Dezember zu 91,2 Prozent erreicht wurde. Besonders auffällig zeigt sich hierbei die Stärke des interkontinentalen Verkehrs, der das Volumen des Jahres 2019 bereits deutlich überschreitet. Im Gegensatz dazu kämpft der innerdeutsche Luftverkehr weiterhin mit strukturellen Veränderungen und erreicht nur knapp mehr als die Hälfte seines ursprünglichen Volumens. Auch die Luftfracht präsentiert sich zum Jahresende robust und verzeichnete im Dezember einen Zuwachs, der sowohl den Vorjahreswert als auch das Niveau von 2019 übertrifft, was auf eine stabile Nachfrage in der globalen Logistik hindeutet. Wachstumsdynamik im internationalen Vergleich Die detaillierte Betrachtung der Verkehrsströme offenbart eine deutliche Zweiteilung des Marktes. Der Interkontinentalverkehr hat sich als wichtigster Wachstumsmotor etabliert. Mit über 3,68 Millionen Passagieren im Dezember konnte dieses Segment nicht nur im Vergleich zum Vormonat zulegen, sondern weist mit einer Erholungsrate von 107,9 Prozent im Vergleich zu 2019 eine überdurchschnittliche Performance auf. Dies unterstreicht die hohe Attraktivität Deutschlands als Drehscheibe für globale Fernreisen und die ungebrochene Reiselust auf langen Distanzen. Im europäischen Flugverkehr, dem volumenmäßig stärksten Segment, wurden im Dezember 9,99 Millionen Passagiere gezählt.

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Flughafen Wien präsentiert Gastronomiekonzept für die Süderweiterung

Der Flughafen Wien hat einen weiteren Schritt in seiner langfristigen Strategie zur Qualitätssteigerung vollzogen und die künftigen Gastronomiepartner für die Terminal 3-Süderweiterung vorgestellt. In einer feierlichen Präsentation im Wiener Rathaus verkündete Flughafen-Vorstand Julian Jäger gemeinsam mit Bürgermeister Michael Ludwig und Vertretern der Wiener Gastronomieszene das künftige kulinarische Angebot. Ab dem zweiten Quartal 2027 wird der Airport seine Gastro- und Retailflächen um rund 10.000 Quadratmeter erweitern. Das Konzept setzt dabei konsequent auf lokale Identität und bringt renommierte Marken wie Figlmüller, das Café Landtmann, Mochi und Do & Co direkt in den Sicherheitsbereich. Ziel ist es, den Flughafen als authentische Visitenkarte der Stadt Wien zu positionieren und durch eine hohe Dichte an Top-Marken, die üblicherweise dem Stadtzentrum vorbehalten sind, den Sprung in die internationale 5-Sterne-Liga der Flughäfen zu vollziehen. Wiener Institutionen und moderne Fusionsküche auf 70.000 Quadratmetern Die Süderweiterung des Terminals 3 ist das derzeit bedeutendste Infrastrukturprojekt am Standort Schwechat. Auf insgesamt 70.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen nicht nur neue Gates und Lounges, sondern vor allem ein kulinarisches Ökosystem, das die gesamte Bandbreite der Wiener Esskultur abbildet. Ein zentrales Highlight wird das neue Full-Service-Restaurant der Familie Figlmüller sein. Auf einer Fläche von 700 Quadratmetern wird das international bekannte Wiener Schnitzel in einem Ambiente serviert, das klassische Wirtshaustradition mit den Anforderungen eines modernen Flughafenbetriebs verbindet. Ergänzt wird dieses traditionelle Angebot durch das Landtmann Daily, einen Ableger des weltberühmten Ringstraßencafés, der im neuen Foodcourt österreichische Mehlspeisen und Schmankerl anbieten wird. Auch die traditionsreiche Konditorei Aida und das Catering-Unternehmen Do & Co, das bereits seit 2012

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