
Strukturkrise des deutschen Luftverkehrs: Strategische Neuausrichtung und Forderungen des Flughafenverbandes ADV
Der deutsche Luftverkehrsstandort steht vor einer Zäsur. Während der europäische Markt ein dynamisches Wachstum verzeichnet und das Vorkrisenniveau vielerorts bereits überschritten wurde, hinkt die Bundesrepublik dieser Entwicklung deutlich hinterher. Auf der jüngsten Ländertagung des Flughafenverbandes ADV in Frankfurt am Main beriet der Verwaltungsrat über die besorgniserregende Lage. Im Zentrum der Diskussion standen die im europäischen Vergleich überproportional hohen staatlichen Abgaben, der dramatische Rückgang des innerdeutschen Streckennetzes sowie die zunehmende regulatorische Belastung. Das Gremium, das sich aus Vertretern der Bundesländer, Kommunen und Wirtschaftskammern zusammensetzt, hat vor diesem Hintergrund drei zentrale Prioritäten formuliert, um die internationale Konnektivität und die wirtschaftliche Stabilität der deutschen Flughäfen langfristig zu sichern. Die Forderungen richten sich sowohl an die Bundesregierung als auch an die Europäische Union und mahnen eine kohärente Luftverkehrsstrategie an, die den Standort wieder für Investitionen internationaler Airlines attraktiv macht. Diskrepanz zwischen europäischem Wachstum und deutscher Stagnation Die statistischen Daten der vergangenen Monate verdeutlichen die schwierige Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb. Während viele europäische Nachbarstaaten durch die Ansiedlung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen massiv an Kapazität gewonnen haben, stagniert das Angebot an deutschen Verkehrsflughäfen. Besonders kritisch wird der Rückgang im innerdeutschen Segment bewertet: Seit dem Jahr 2019 wurden mehr als ein Drittel der Verbindungen innerhalb der Bundesrepublik eingestellt. Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Metropolen, sondern schwächt vor allem die Anbindung der Regionen an die großen internationalen Drehkreuze. Kaweh Mansoori, der Vorsitzende des ADV-Verwaltungsrates, warnte in Frankfurt eindringlich davor, dass Deutschland im europäischen Vergleich weiter an Boden verliert. Er betonte, dass Flughäfen nicht nur Verkehrsknotenpunkte seien, sondern essenzielle








