Der Frankfurter Flughafen hat das Geschäftsjahr 2026 mit einer soliden, wenn auch von externen Faktoren gebremsten Performance im Februar fortgesetzt. Mit rund 3,9 Millionen Fluggästen blieb das Passagieraufkommen am größten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz im Vergleich zum Vorjahresmonat weitgehend stabil. Während die Nachfrage nach Flugreisen grundsätzlich ungebrochen hoch war, verhinderten eine Serie von Arbeitskämpfen sowie schwierige Witterungsbedingungen ein deutlicheres Wachstum.
Nach internen Berechnungen der Fraport AG führten Streikmaßnahmen verschiedener Berufsgruppen sowie winterliche Wetterlagen zu zahlreichen Flugstreichungen, von denen insgesamt etwa 70.000 Reisende unmittelbar betroffen waren. Trotz dieser Hemmnisse im Passagierverkehr konnte der Standort Frankfurt im Frachtgeschäft zulegen, was die Bedeutung des Flughafens als zentrale Logistikdrehscheibe in Europa unterstreicht. Ein konträres Bild zeigt sich beim Blick auf das internationale Portfolio des Konzerns: An den meisten ausländischen Beteiligungsflughäfen, insbesondere in Slowenien, Brasilien und Griechenland, wurden signifikante Zuwachsraten verzeichnet, die das Gesamtergebnis der Fraport-Gruppe stützten und zu einem konzernweiten Passagierplus von 3,1 Prozent führten.
Logistik und Flugbewegungen am Standort Frankfurt
Im Bereich des Güterumschlags verzeichnete Frankfurt im Februar 2026 eine positive Tendenz. Das gesamte Cargo-Aufkommen, das sich aus Luftfracht und Luftpost zusammensetzt, stieg im Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent auf insgesamt 159.362 Tonnen. Diese Entwicklung spiegelt die Erholung globaler Lieferketten und die anhaltend hohe Nachfrage nach schnellen Transportwegen für hochwertige Industriegüter wider. Frankfurt profitiert hierbei von seiner hochmodernen Infrastruktur und der engen Verzahnung mit den internationalen Frachtnetzwerken der großen Linienfluggesellschaften.
Interessanterweise korreliert das Frachtwachstum nicht mit einer Zunahme der Flugbewegungen. Im Gegenteil: Die Zahl der Starts und Landungen ging im Berichtsmonat um 2,9 Prozent auf 29.320 Bewegungen zurück. Auch die Summe der maximalen Startgewichte (MTOW) verringerte sich um 2,4 Prozent auf etwa 1,9 Millionen Tonnen. Dieser Rückgang bei den Bewegungen bei gleichzeitig stabilen oder steigenden Volumina lässt auf einen Trend hin zu größeren Flugzeugtypen und einer effizienteren Auslastung der Maschinen schließen. Zudem spielten auch hier die wetter- und streikbedingten Annullierungen eine Rolle, da ausgefallene Passagierflüge die Gesamtzahl der Bewegungen drückten, während reine Frachtflüge von den Ausständen oft weniger betroffen waren.
Expansion und Rekordwerte im internationalen Portfolio
Während das Wachstum in Frankfurt durch lokale Herausforderungen gedämpft wurde, präsentierten sich die internationalen Standorte der Fraport-Gruppe in glänzender Verfassung. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung am Flughafen Ljubljana in Slowenien. Dort stieg die Zahl der Passagiere um beachtliche 17,2 Prozent auf 95.121 Personen. Dieser Sprung resultiert unter anderem aus der Aufnahme neuer Flugverbindungen und einer verstärkten Präsenz von Low-Cost-Carriern in der Region, die den Standort zunehmend als attraktive Alternative zu größeren Hubs in den Nachbarländern positionieren.
Auch auf dem südamerikanischen Kontinent verzeichnete Fraport eine starke Dynamik. Die beiden brasilianischen Flughäfen in Fortaleza und Porto Alegre meldeten ein kombiniertes Plus von 14,7 Prozent und fertigten zusammen rund 1,1 Millionen Passagiere ab. In Peru konnte der Flughafen Lima sein Aufkommen um 4,2 Prozent auf 2,0 Millionen Fluggäste steigern. Diese Zuwächse verdeutlichen die fortschreitende Erholung und Expansion der Märkte in Lateinamerika, wo der Luftverkehr als essenzielle Infrastruktur für die wirtschaftliche Entwicklung gilt und der Ausbau der Kapazitäten in Lima planmäßig voranschreitet.
Touristische Regionen in Europa im Fokus
In Europa blieb Griechenland ein wesentlicher Wachstumstreiber für das Konzernergebnis. Die 14 griechischen Regionalflughäfen, die von Fraport betrieben werden, meldeten im Februar 720.587 Passagiere, was einer Steigerung von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Selbst in den traditionell schwächeren Wintermonaten zeigt sich eine zunehmende Beliebtheit der griechischen Inseln und Festlandsdestinationen, was auf eine Ausweitung der Flugsaison hindeutet.
Ähnlich positiv verlief die Entwicklung an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die Flughäfen in Burgas und Varna hießen zusammen 79.968 Reisende willkommen, ein Plus von 11.4 Prozent. Diese Standorte profitieren von einer Stabilisierung der politischen Lage in Osteuropa und einer verstärkten Nachfrage nach preiswerten Destinationen. Einzig der Flughafen Antalya an der türkischen Riviera verzeichnete einen leichten Rückgang um 3,8 Prozent auf 865.187 Passagiere. Marktbeobachter führen dies auf temporäre Verschiebungen im Reiseverhalten und eine starke Konkurrenz durch andere Winterdestinationen im Mittelmeerraum zurück.