
Chaos am Flughafen Mailand-Linate: Biometrische Grenzkontrollen lassen Großteil eines Easyjet-Fluges zurück
Ein beispielloser Vorfall am Flughafen Mailand-Linate hat am vergangenen Sonntag die Fragilität internationaler Reiseabläufe unter neuen regulatorischen Bedingungen offengelegt. Während der Easyjet-Flug U2-5420 planmäßig von der norditalienischen Metropole in Richtung Manchester abheben sollte, blieb der Großteil der Passagiere am Boden zurück. Von insgesamt 156 gebuchten Fluggästen schafften es lediglich 34 rechtzeitig an Bord, was einer Auslastung von nur knapp 22 Prozent entspricht. Ursache für dieses Desaster war nicht etwa ein technischer Defekt oder ein Streik des Personals, sondern massive Verzögerungen bei den neu eingeführten biometrischen Grenzkontrollen der Europäischen Union. Trotz einer bewussten Verzögerung des Abflugs durch die Fluggesellschaft mussten die Piloten schließlich starten, um die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeitregelungen der Crew nicht zu verletzen. Für die zurückgebliebenen Reisenden begannen damit teils mehrtägige Odysseen und erhebliche finanzielle Belastungen, da alternative Verbindungen kurzfristig kaum verfügbar oder nur zu extrem hohen Preisen zu sichern waren. Das Entry-Exit-System als Nadelöhr der Reisefreiheit Hinter dem Chaos in Mailand steht die Einführung des neuen Entry-Exit-Systems (EES) der Europäischen Union. Dieses System wurde ursprünglich mit dem Versprechen entwickelt, die Grenzübergänge durch die Erfassung biometrischer Daten – wie Gesichtsscans und Fingerabdrücke – sicherer und auf lange Sicht auch schneller zu gestalten. Die Realität am Ostersonntag, dem 12. April 2026, zeichnete jedoch ein gegenteiliges Bild. Augenzeugenberichten zufolge führten die neuen Prüfprozeduren zu Wartezeiten von über drei Stunden an den Passkontrollen. Selbst Passagiere, die nach eigenen Angaben dreieinhalb Stunden vor dem geplanten Abflug am Flughafen eingetroffen waren, steckten hoffnungslos in den Warteschlangen fest. Das EES betrifft insbesondere Reisende aus Nicht-EU-Staaten, was




