Juli 13, 2026

Weitere Artikel aus der Rubrik

Juli 13, 2026

Anhaltende Streiks bei Airbus in Spanien belasten die Produktionsplanung des Luftfahrtkonzerns

Die gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen bei den spanischen Tochtergesellschaften des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus haben sich im Juli 2026 erheblich verschärft. Nach dem Scheitern einer Verhandlungsrunde zwischen Arbeitnehmervertretern und der Unternehmensleitung wurde der laufende Arbeitskampf bis zum 31. Juli 2026 verlängert. Die Proteste, die ursprünglich von der unabhängigen Fachgewerkschaft SIPA initiiert wurden, haben mittlerweile Unterstützung durch weitere Arbeitnehmerorganisationen erhalten, was zu einer Ausweitung auf mehrere Produktionsstandorte im ganzen Land führte. Im Zentrum des Konflikts stehen Forderungen nach einem inflationsausgleichenden Lohnzuwachs angesichts solider Unternehmensgewinne sowie Kritik an restriktiven Regelungen zum mobilen Arbeiten und zur Erfassung von Fehlzeiten. Die anhaltenden Arbeitsniederlegungen treffen das Unternehmen in einer Phase, in der die globalen Lieferketten ohnehin unter Druck stehen und die Produktionsraten in den zivilen und militärischen Sparten gesteigert werden sollen. Strukturelle Zersplitterung der Gewerkschaften und Verlauf des Arbeitskampfes Die Streikwelle im spanischen Luftfahrtsektor begann offiziell am 1. Juli 2026, nachdem die Gewerkschaft Sindicato Independiente de Profesionales Aeronauticos zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen hatte. SIPA repräsentiert als zweitgrößte Arbeitnehmervertretung an den spanischen Airbus-Standorten einen bedeutenden Teil der Belegschaft. Ein Treffen zwischen den gewerkschaftlichen Delegierten und dem Management am 8. Juli 2026 brachte keine Annäherung, woraufhin die Fortführung der Maßnahmen beschlossen wurde. In den darauffolgenden Tagen schlossen sich andere Verbände dem Arbeitskampf an, darunter die Unión General de Trabajadores, eine der beiden großen nationalen Dachgewerkschaften Spaniens. Die größte Gewerkschaft innerhalb der spanischen Airbus-Werke, die Comisiones Obreras, verhält sich in der aktuellen Phase jedoch distanziert. CCOO war maßgeblich an der Aushandlung des derzeit gültigen Tarifvertrags beteiligt und lehnt eine

weiterlesen »

Ukrainisches Handelsgericht eröffnet Insolvenzverfahren gegen Bees Airline

Die ukrainische Luftfahrtbranche verzeichnet den formellen Abgang eines Marktteilnehmers. Das Handelsgericht in Kiew hat am 25. Juni 2026 das Insolvenzverfahren gegen die Betreibergesellschaft der ukrainischen Fluggesellschaft Bees Airline (rechtlich registriert als Biz Airline) eingeleitet. Die Gesellschaft hatte den Insolvenzantrag aufgrund von Zahlungsunfähigkeit und nicht mehr bedienbaren Verbindlichkeiten selbst gestellt. Ein vorangegangener Antrag des Managements war von den Justizbehörden zunächst aus formellen Gründen abgewiesen worden, bevor das Verfahren nach einer Überarbeitung der Unterlagen nun offiziell eröffnet wurde. Damit ist die Liquidation des im Jahr 2021 gegründeten Low-Cost-Anbieters juristisch eingeleitet. Der wirtschaftliche Niedergang der Fluggesellschaft ist eng mit den geopolitischen Ereignissen in Osteuropa verknüpft. Bees Airline hatte den operativen Flugbetrieb im März 2021 mit einer Flotte von vier geleasten Mittelstreckenflugzeugen des Typs Boeing 737-800 vom Flughafen Kiew-Schuljany aus aufgenommen und bediente primär europäische Urlaubsziele sowie Inlandsrouten. Bereits im Februar 2022, unmittelbar vor dem Ausbruch der großflächigen militärischen Kampfhandlungen, forderten die internationalen Leasinggeber aufgrund veränderter Risikobewertungen der Versicherungsgesellschaften die sofortige Überführung aller Flugzeuge in den ausländischen Luftraum. Das Unternehmen verlor dadurch seine gesamte Betriebsinfrastruktur. In der Folge entzog die ukrainische Zivilluftfahrtbehörde der Airline das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC), da ohne physische Flotte die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Betriebslizenz fehlten. Luftfahrtanalysten werten den Fall als symptomatisch für die anhaltende Krise der ukrainischen Verkehrswirtschaft. Der zivile Luftraum über der Ukraine ist seit über vier Jahren komplett für den kommerziellen Flugverkehr gesperrt. Während größere Fluggesellschaften wie Ukraine International Airlines (UIA) oder SkyUp versucht haben, Teile ihrer Belegschaft und Flotte durch Wet-Lease-Verträge (ACMI) für westeuropäische Fluglinien im Ausland zu

weiterlesen »

Wetterbedingte Beeinträchtigungen und Personalengpässe führen zu massiven Flugausfällen im Großraum New York

Ein Zusammenspiel aus schweren Sommerunwettern und anhaltenden personellen Engpässen bei der US-amerikanischen Flugsicherung hat am Freitag, 10. Juli 2026, zu erheblichen Störungen im Flugverkehr an den drei Hauptflughäfen von New York City geführt. Mehr als 500 Flüge mussten komplett annulliert werden, während über 4.000 Verbindungen teils stundenlange Verspätungen verzeichneten. Betroffen waren der John F. Kennedy International Airport, der LaGuardia Airport sowie der Newark Liberty International Airport im benachbarten Bundesstaat New Jersey. Tausende Reisende saßen an den Terminals fest, verpassten Anschlussflüge oder mussten ihre Reisepläne kurzfristig ändern. Die Region New York zählte an diesem Tag zu den am stärksten betroffenen Luftfahrtknotenpunkten der Vereinigten Staaten, da die Fluggesellschaften aufgrund der dichten Abfolge von Gewitterzellen kaum Möglichkeiten zur operativen Erholung sahen. Die Ursachenkette aus meteorologischen Faktoren und Kontrollkapazitäten Die US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration führte die weitreichenden Unterbrechungen auf eine Kombination aus gefährlichen Wetterbedingungen und einer limitierten Kapazität in den regionalen Kontrollzentren zurück. Beide Faktoren reduzierten die Anzahl der Starts und Landungen, die pro Stunde sicher abgewickelt werden konnten, drastisch. Das Durchziehen von schweren Gewittern im Nordosten der USA zwang die Fluglotsen dazu, die Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Flugzeugen im Luftraum signifikant zu vergrößern. Starkregen, Blitzeinschläge und eine stark eingeschränkte Sicht behinderten zudem zeitweise die Abfertigungsprozesse auf den Vorfeldern der Flughäfen, da die Bodencrews bei Blitzgefahr aus Sicherheitsgründen die Arbeit im Freien unterbrechen mussten. Erschwert wurde die Situation durch den bekannten Mangel an zertifizierten Fluglotsen bei der nationalen Flugsicherung. Wenn das Personalniveau bereits unter den Sollvorgaben liegt, verlangsamt sich die Bewältigung des aufgelaufenen Flugstaus

weiterlesen »

Neues Terminal am Flughafen Rom-Urbe und Start eines regionalen Flugnetzwerks

Die italienische Zivilluftfahrtbehörde ENAC hat das neue Abfertigungsgebäude am städtischen Flughafen Rom-Urbe in Betrieb genommen. Die Eröffnung markiert gleichzeitig den operativen Auftakt für das staatlich initiierte Projekt der regionalen Luftmobilität, der sogenannten Regional Air Mobility (RAM). Dieses Konzept, welches von der ENAC-Tochtergesellschaft ENAC Servizi koordiniert wird, zielt auf den Aufbau eines integrierten Kurzstreckennetzes ab. Erste kommerzielle Flugverbindungen von Rom-Urbe sollen noch vor Ende des laufenden Jahres mit kleineren Flugzeugtypen, die über eine Kapazität von 9 bis maximal 19 Sitzplätzen verfügen, aufgenommen werden. Geplante Destinationen sind unter anderem die Flughäfen Pescara, Fano, Elba, Tortolì-Arbatax sowie der internationale Großflughafen Rom-Fiumicino, wobei Fluggesellschaften wie SkyAlps, AvioItaliana und Altair als Betreiber im Gespräch sind. Während der Eröffnungszeremonie betonte der italienische Verkehrsminister und Vizepremier Matteo Salvini die Notwendigkeit weitreichender Infrastrukturinvestitionen, um dem prognostizierten Passagierwachstum in Italien gerecht zu werden. Nach aktuellen Schätzungen der ENAC wird für das gesamte italienische Flughafensystem bis zum Jahr 2035 ein jährliches Verkehrsaufkommen von über 300 Millionen Passagieren erwartet. In diesem Zusammenhang verwies der Minister auf den Ausbau des Hauptdrehkreuzes Rom-Fiumicino, wo der Betreiber Aeroporti di Roma (Adr) ohne staatliche Zuschüsse private Investitionen in Höhe von rund neun Milliarden Euro plant. Ziel dort ist es, die Abfertigungskapazitäten bis zum Jahr 2046 auf ein prognostiziertes Aufkommen von 100 Millionen Reisenden pro Jahr auszuweiten. Branchenanalysten betrachten die Wiederbelebung von Regionalflughäfen durch Kleinflugzeuge und Hubschrauber jedoch mit einer gewissen Skepsis. Der Betrieb von Routen mit geringer Passagierkapazität gilt in der Luftfahrtbranche als wirtschaftlich hochgradig volatil, da die Fixkosten pro Sitzplatzkilometer bei kleinen Maschinen im

weiterlesen »

Untersuchung von Sicherheitsmängeln nach der unbefugten Entwendung eines Betriebsfahrzeugs am Flughafen Edinburgh

Ein Vorfall auf dem Gelände des Flughafens Edinburgh hat eine weitreichende Debatte über die Wirksamkeit von Sicherheitsbarrieren an internationalen Luftfahrtknotenpunkten ausgelöst. Am Donnerstag, 25. Juni 2026, gelang es einem 15-jährigen Jugendlichen, unbemerkt in den sensiblen Sicherheitsbereich des größten schottischen Verkehrsflughafens vorzudringen. Der Minderjährige entwendete dort ein Nutzfahrzeug eines Wartungsteams und unternahm damit eine Fahrt auf dem Flugfeld. Da das Fahrzeug mit Funkgeräten zur Kommunikation mit der Flugsicherung sowie mit automatischen Zugangsberechtigungen für geschützte Zonen ausgestattet war, löste der Vorfall umgehend die Aktivierung der internen Notfallprotokolle aus. Der Jugendliche konnte schließlich von Sicherheitskräften festgenommen werden, nachdem er erhebliche Sicherheitsbedenken hinsichtlich der physischen Überwachung des Perimeters aufgeworfen hatte. Der Ablauf des Zwischenfalls und die Festnahme auf dem Flughafengelände Der Vorfall ereignete sich am späten Vormittag gegen 11:30 Uhr auf dem geschützten Areal des Flughafens Edinburgh. Flughafenmitarbeiter bemerkten das Fehlen eines Transporttransporters, der kurz zuvor von einer Wartungseinheit für Routinearbeiten abgestellt worden war. Da sich im Fahrzeug betriebswichtige Kommunikationsmittel und Transponder befanden, informierte das Flughafenmanagement umgehend die zuständige Polizeibehörde Police Scotland. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der 15-Jährige bereits mit dem entwendeten Wagen auf einer unbefugten Erkundungsfahrt durch die logistischen Zonen des Flugfelds. Sicherheitskräfte der Betreibergesellschaft und Beamte der Polizei leiteten eine koordinierte Suchaktion auf dem weitläufigen Gelände ein. Es gelang den Einsatzkräften, das Fahrzeug zu lokalisieren und den Jugendlichen ohne die Entstehung von Sachschäden oder Personenschäden zu stellen. Der Minderjährige wurde vor Ort festgenommen und wegen des Verdachts auf Kraftfahrzeugdiebstahl, Hausfriedensbruch und Gefährdung des Luftverkehrs angeklagt. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte, dass

weiterlesen »

Arriva plant neue Zugverbindungen von den Niederlanden nach Paris

Der niederländische Eisenbahnbetreiber Arriva plant eine Ausweitung seines internationalen Schienennetzwerks und beabsichtigt, neue Direktverbindungen zwischen den Niederlanden, Belgien und Frankreich einzuführen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen ab Februar 2028 neue Züge von Utrecht, Amersfoort und Den Haag über Brüssel in die französische Hauptstadt Paris verkehren. Das geplante Streckennetz umfasst zwei Hauptrouten: Eine Verbindung soll von Amersfoort über Utrecht, ’s-Hertogenbosch und Breda nach Paris führen. Die zweite Route ist von Den Haag über Rotterdam und Roosendaal in die Metropole an der Seine geplant. Auf belgischem Staatsgebiet sind Zwischenstopps in Antwerpen, am Flughafen Brüssel-Zaventem, am Bahnhof Bruxelles-Midi sowie in Mons vorgesehen. Die Planungen sehen vor, die Verbindung von Den Haag dreimal täglich pro Richtung zu bedienen, während die Route ab Amersfoort zweimal am Tag befahren werden soll. Diese Ankündigung steht im Zusammenhang mit bereits zuvor kommunizierten Plänen des Transportunternehmens für eine Verbindung zwischen Groningen und Paris. Dieses Vorhaben, das ursprünglich für das Jahr 2026 angestrebt worden war, musste jedoch aufgrund organisatorischer und technischer Verzögerungen auf frühestens 2027 verschoben werden. Arriva, eine Tochtergesellschaft der staatlichen italienischen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato Italiane, fungiert auf dem niederländischen Markt als Hauptkonkurrent der staatlichen Eisenbahngesellschaft NS (Nederlandse Spoorwegen) und betreibt im Regionalverkehr bereits den sogenannten Dreiländerzug zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen. Wirtschafts- und Verkehrsexperten bewerten die angekündigte Netzausweitung im europäischen Fernverkehr mit einer gewissen Skepsis. Der Markt für grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Richtung Paris wird auf den betroffenen Abschnitten maßgeblich von etablierten Anbietern wie Eurostar beherrscht. Der Eintritt eines weiteren privaten Betreibers verschärft zwar den Wettbewerb, wirft jedoch

weiterlesen »

Entwicklung und strukturelle Veränderungen im Segment der skandinavischen Rundreisen

Die Vermarktung von Seereisen und kombinierten Landprogrammen im nordeuropäischen Raum erfährt durch veränderte Vertriebswege und neue Produktkonfigurationen einen Wandel. Der in Hamburg ansässige Reiseveranstalter Nordic Holidays hat sein Angebot an Rundreisen entlang der norwegischen Küste modifiziert und kombiniert die traditionellen Routen der Reederei Hurtigruten zunehmend mit kontinentalen Verkehrsträgern und Schienenverbindungen. Diese Neuausrichtung umfasst unter anderem die logistische Verknüpfung mit den Fährverbindungen der Color Line ab dem deutschen Ostseehafen Kiel sowie die Integration von Teilstrecken auf der Bergenbahn im norwegischen Binnenland. Gleichzeitig signalisiert der Übergang zum selektiven Vertrieb über den stationären Reisebüromarkt seit dem Jahreswechsel eine Professionalisierung der Vertriebsstrukturen, die über den reinen Direktverkauf hinausgeht. Die Einführung neuer Zielgebietsangebote wie Lodges und Glasunterkünfte für das Winterhalbjahr verdeutlicht den Versuch der Anbieter, die Saisonalität des Skandinavien-Tourismus zu glätten. Intermodale Transportkonzepte und die Einbindung der Postschiffroute Die Modernisierung von Pauschalreisen nach Norwegen basiert zunehmend auf der Verknüpfung verschiedener Transportmittel zu einer geschlossenen Reisekette. Anstatt sich ausschließlich auf Flugverbindungen zu den Ausgangshäfen zu verlassen, setzen Veranstalter vermehrt auf die Kombination aus Seeweg und Schienenverkehr. Die Anreise von Deutschland aus erfolgt in diesen Modellen über die Kreuzfahrtfähren von Kiel nach Oslo. Von der norwegischen Hauptstadt aus werden die Passagiere über die Streckenführung der Bergenbahn an die Westküste nach Bergen transportiert, wo der Zustieg auf die klassischen Postschiffe erfolgt. Die Einbindung des Seeverkehrs zwischen Bergen und Kirkenes berührt ein historisch gewachsenes Transportsystem. Hurtigruten operiert auf dieser Route nicht nur als touristischer Dienstleister, sondern erfüllt teilweise weiterhin Aufgaben der lokalen Versorgung und des regionalen Passagiertransports an der

weiterlesen »

Schadenersatzprüfung nach Luftraumblockade: Swiss evaluiert rechtliche Schritte gegen Flugsicherung Skyguide

Die Fluggesellschaft Swiss International Air Lines prüft nach einem schweren Systemausfall bei der schweizerischen Flugsicherungsgesellschaft Skyguide die Geltendmachung von finanziellen Entschädigungsforderungen. Im Juni 2026 hatte eine massive Störung der Informationstechnologie bei der staatlichen Luftraumüberwachung zu einer vorübergehenden Schließung des Schweizer Luftraums geführt. Die operative Unterbrechung hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Linienverkehr der Lufthansa-Tochter: Insgesamt mussten 14 Flüge komplett gestrichen werden, wovon rund 1.750 Passagiere direkt betroffen waren. Hinzu kamen weitreichende Verspätungen im gesamten europäischen Streckennetz der Fluggesellschaft, die erhebliche Folgekosten für Passagierbetreuung, Umbuchungen und Flugplananpassungen nach sich zogen. Die juristische Grundlage für die aktuelle Überprüfung bildet ein jüngst ergangenes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Die Luxemburger Richter konkretisierten darin die Haftungsfragen und Entschädigungspflichten bei Flugausfällen, die durch das Versagen staatlicher oder privatisierter Flugsicherungsdienste verursacht werden. Die Rechtsabteilung der Swiss analysiert derzeit, inwieweit dieses Grundsatzurteil auf den spezifischen Vorfall bei Skyguide anwendbar ist. Eine besondere juristische Hürde stellt hierbei das bilaterale Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union dar, da die Schweiz kein EU-Mitglied ist und europäisches Recht im nationalen Luftraum nur über spezifische sektorale Verträge und Übernahmebestimmungen greift. Über die genaue Höhe der potenziellen Schadenssumme machte die Konzernleitung der Swiss bislang keine detaillierten Angaben. Das Unternehmen betonte, dass eine exakte betriebswirtschaftliche Kalkulation des Gesamtschadens, der sich aus direkten Betreuungsleistungen und indirekten Folgekosten zusammensetzt, einen erheblichen administrativen Aufwand erfordert und zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist. Obwohl die Airline betonte, dass Skyguide weiterhin ein unverzichtbarer betrieblicher Partner für den täglichen Flugbetrieb am Drehkreuz Zürich bleibt, verwies das Management darauf,

weiterlesen »

Ausbau des kontinentalen Luftfrachtnetzwerks durch neue Frachterverbindung über das Drehkreuz Frankfurt

Der weltweit agierende Logistikkonzern Kühne + Nagel hat im Juni 2026 eine neue regelmäßige Luftfrachtverbindung eingerichtet, die den Flughafen Frankfurt am Main direkt in das unternehmenseigene Transportnetzwerk integriert. Ein Großraumfrachtflugzeug des Typs Boeing 747-8F, das im Rahmen eines langfristigen Chartervertrags von der Fluggesellschaft Atlas Air betrieben wird, bedient seither einmal pro Woche die Rotation von Chicago über Frankfurt nach Atlanta. Diese Streckenführung zielt primär auf die logistischen Anforderungen sensibler Industrien ab, wobei die Verbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Kontinentaleuropa insbesondere für den Transport temperaturempfindlicher pharmazeutischer Güter sowie für High-Tech-Komponenten optimiert wurde. Durch die Einbindung des Frankfurter Flughafens festigt der Logistikdienstleister seine Unabhängigkeit von den unregelmäßigen Kapazitäten des regulären Linienluftverkehrs und reagiert auf die anhaltend hohe Nachfrage nach verlässlichen Lieferketten im transatlantischen Wirtschaftsverkehr. Struktur und operative Steuerung des hauseigenen Charter-Netzwerks Kühne + Nagel tritt bei dieser Verbindung nicht selbst als Fluggesellschaft auf, sondern nutzt das bewährte Modell des sogenannten kontrollierten Kapazitätsmanagements. Hierfür hat das Unternehmen eine langfristige Exklusivvereinbarung mit der US-amerikanischen Frachtfluggesellschaft Atlas Air geschlossen. Das Abkommen umfasst die Bereitstellung von zwei Frachtflugzeugen des Typs Boeing 747-8F. Diese beiden Maschinen besitzen in der Luftfahrtbranche einen besonderen historischen Stellenwert, da es sich um die beiden letzten Exemplare der legendären Boeing-747-Baureihe handelt, die vor dem offiziellen Produktionsstopp vom Band liefen. Eine dieser Maschinen wird nun fest im erweiterten Rotationsplan eingesetzt, der neben den US-amerikanischen Metropolen Chicago und Atlanta sowie dem hessischen Drehkreuz Frankfurt auch die Standorte Lüttich in Belgien, Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Taipeh in Taiwan miteinander verbindet. Durch

weiterlesen »

AirAsia X fusioniert unter neuem Dachkonzern AirAsia Group Berhad

Die malaysische Billigfluggesellschaft AirAsia X Berhad hat ihre gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung formal abgeschlossen und firmiert nun offiziell unter dem Namen AirAsia Group Berhad. Die Aktionäre des Luftfahrtunternehmens hatten dem Vorhaben bereits auf der Jahreshauptversammlung am 25. Juni 2026 zugestimmt, woraufhin die Eintragung bei der malaysischen Unternehmenskommission mit Wirkung zum 2. Juli 2026 erfolgte. Mit diesem Schritt bündelt der Konzern seine bisher getrennten Kurz- und Langstreckenaktivitäten unter einer einheitlichen Führungsstruktur. Ziel der Maßnahme ist es, die operative Konnektivität innerhalb des asiatischen Raums zu optimieren und die Wettbewerbsposition gegenüber anderen regionalen Anbietern zu stärken. Die Reorganisation erfolgt vor dem Hintergrund einer veränderten Wettbewerbsdynamik im asiatisch-pazifischen Luftraum, wo Billigfluggesellschaften zunehmend Marktanteile von traditionellen Netzwerk-Carrieren übernehmen. Das Management unter der Leitung des Verwaltungsratsvorsitzenden Tan Sri Jamaludin Ibrahim plant, das Geschäftsmodell zu einem sogenannten Low-Cost-Netzwerk-Carrier weiterzuentwickeln. Durch die Zusammenführung der Flotten und der Streckennetze sollen Umsteigeverbindungen an den zentralen Drehkreuzen wie Kuala Lumpur effizienter gestaltet und operative Synergien bei der Flugzeugwartung sowie beim Personaleinsatz realisiert werden. Der Konzern reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage nach grenzüberschreitenden Flugverbindungen in Asien. Wirtschafts- und Luftfahrtanalysten bewerten die Fusion der Unternehmensbereiche jedoch auch mit kritischem Blick. Die Zusammenlegung von Kurzstrecken- und Langstreckenoperationen birgt erhebliche logistische und finanzielle Risiken, da sich die Kostenstrukturen und Auslastungsrisiken bei Flügen über weite Distanzen fundamental von regionalen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen unterscheiden. AirAsia hatte in der Vergangenheit, insbesondere während der Restrukturierungsphasen nach der Pandemie, mit erheblichen Schuldenlasten und operativen Engpässen zu kämpfen. Kritiker geben zu bedenken, dass eine rein administrative Zusammenführung unter einem neuen Dachverband die grundlegenden

weiterlesen »