
lughafen Moskau-Scheremetjewo: Staat kündigt Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung an
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den rechtlichen Rahmen für die Veräußerung der staatlichen Anteile am Flughafen Moskau-Scheremetjewo geschaffen. Durch ein präsidiales Dekret wurde die staatliche Beteiligung in Höhe von 30,4 Prozent von der Liste der strategisch bedeutsamen Unternehmen gestrichen, was den Weg für ein privatwirtschaftliches Bieterverfahren ebnet. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund spürbarer fiskalischer Belastungen des russischen Staatshaushalts, der durch die fortdauernden militärischen Auseinandersetzungen mit der Ukraine und die damit verbundenen Ausgaben unter Druck steht. Gleichwohl verzichtet die Staatsführung nicht vollständig auf ihren Einfluss im laufenden Betrieb. Über ein Sonderrecht in Form einer sogenannten goldenen Aktie behält sich der Kreml ein Vetorecht bei grundlegenden Unternehmensentscheidungen vor. Zudem schließt die Verordnung ausländische Investoren vom Erwerb der Anteile aus und verpflichtet den künftigen Miteigentümer zur Fortführung des operativen Flughafengeschäfts sowie der begonnenen Infrastrukturprojekte. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Lage des russischen Staatshaushalts Die Veräußerung der staatlichen Minderheitsbeteiligung fällt in eine Phase erhöhter Haushaltsdefizite in der Russischen Föderation. Nach den im Juli 2026 vorgelegten Daten des Finanzministeriums droht das Haushaltsdefizit für das Gesamtjahr 2026 die ursprünglichen Planungen der Regierung um mehr als eine Billion Rubel zu überschreiten, was umgerechnet rund zehn Milliarden Euro entspricht. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 summierte sich das Fehlbetrag im Staatshaushalt auf 5,73 Billionen Rubel beziehungsweise 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert liegt um das 1,7-Fache über dem Defizit des entsprechenden Vorjahreszeitraums 2025. Die Einnahmensituation des Staates leidet unter den Auswirkungen internationaler Sanktionen, Beschränkungen im Rohstoffexport sowie gestiegenen Aufwendungen für den Rüstungs- und Verteidigungssektor. Um die




