Greenpeace: 80 Prozent der Kurzstreckenflüge könnten durch die Bahn ersetzt werden

Blick aus dem Fenster eines Bombardier CRJ-900 (Foto: Jan Gruber).
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Greenpeace: 80 Prozent der Kurzstreckenflüge könnten durch die Bahn ersetzt werden

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Neuer internationaler Report beleuchtet wie Kurzstreckenflüge durch Bahnverbindungen ersetzt werden können und zeigt Reduktionsmöglichkeit CO2 auf.

Das Klimathema ist generell sehr heikel und es werden die unterschiedlichsten Ansichten vertreten. Aus diesem Grund bringt Aviation Direct die Informationen von Greenpeace und der Flughafen Wien AG in zwei separaten Artikeln, die zeitgleich erscheinen. Um Lesern größtmögliche Entscheidungsmöglichkeiten bieten zu können, wurden die Artikel auch von unterschiedlichen Redakteuren des Aviation Direct Teams bearbeitet. Die Sichtweise der Flughafen Wien AG ist unter diesem Link zu lesen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat heute einen neuen Report veröffentlicht, der untersucht, wie viele Kurzstreckenflüge in Europa durch Züge ersetzt werden können. Das überraschende Ergebnis: für rund 30 Prozent aller Kurzstreckenflüge gibt es Zugverbindungen unter sechs Stunden, für 18 Prozent gibt es direkte Nachtzugverbindungen.

Die Daten für Österreich sind noch erfreulicher: hierzulande gibt es für 53 Prozent aller Top-30-Kurzstreckenflüge innerhalb der EU direkte Nachtzugverbindungen – ein absoluter Spitzenwert in Europa. Inklusive einigen schnellen Tagzügen und Nachtzügen mit einmaligem Umsteigen gibt es sogar für 80 Prozent aller österreichischen Kurzstreckenflüge eine gute Bahnalternative.

„Zusammen mit den direkten Nachtzügen könnte in Europa also bereits jetzt bei fast der Hälfte aller Kurzstrecken gemütlich auf die Bahn umgestiegen werden“, analysiert Greenpeace Verkehrssprecher Herwig Schuster: „Wir fordern daher, dass diese Flüge verboten werden.“ Für einen Komplettausstieg aus Kurzstreckenflügen in Europa fordert Greenpeace jedoch auch Verbesserungen bei der Bahn. „Die Bahn muss im Vergleich zum Flugzeug deutlich billiger gemacht werden“, sagt Schuster, „und vor allem in Ost- und Südosteuropa müssen die Züge deutlich schneller und öfter fahren.“

Greenpeace zieht auch eine Klimablilanz

Die Organisation hat die Daten des neuen Reports auch für eine Klimabilanz genützt. „Ein Ersatz aller Top-250-Kurzstreckenflüge in Europa durch Züge würde eine jährliche CO2-Einsparung von rund 23,5 Millionen Tonnen pro Jahr bringen. Das entspricht den jährlichen CO2-Emissionen von ganz Kroatien“, sagt Schuster.

In Österreich könnte man mit einem Verzicht auf die 30 meistgenutzten Flüge unter 1500 Kilometer 1,6 Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen. Europaweit würde allein der Verzicht auf Flüge, für die es einen Zug unter sechs Stunden gibt, über fünf Millionen Tonnen einsparen. In Europa haben Züge im Durchschnitt eine fünfmal bessere Klimabilanz als Flugzeuge pro Personenkilometer. In Österreich sind Züge aufgrund der Grünstrom-Verwendung durch die ÖBB sogar noch deutlich klimafreundlicher als im EU-Schnitt.

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Granit Pireci ist Redakteur bei Aviation.Direct und insbesondere auf die Luftfahrt in Südost-Europa spezialisiert. Zuvor war er für AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig.

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